„Es war eine schwere Zeit - auch weil ich nicht helfen konnte“

Schalke 04

Schalkes Stürmer Goncalo Paciencia über seine langwierige Verletzung, über die Qualität im Kader - und warum er noch nicht über die Zweite Liga sprechen möchte.

Gelsenkirchen

, 15.04.2021, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Wir haben eine große Qualität im Kader“: Goncalo Paciencia (l.), hier mit Amine Harit und Matija Nastasic.

„Wir haben eine große Qualität im Kader“: Goncalo Paciencia (l.), hier mit Amine Harit und Matija Nastasic. © dpa

Gekommen mit großen Hoffnungen, dann schwer und lange verletzt: Goncalo Paciencia ist so etwas wie ein Sinnbild des Schalker Saisonverlaufs. Kult-Stürmer Jürgen Wegmann hätte wohl gesagt: „Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu.“

Der Reihe nach: Die Idee war im Prinzip gut - weil Schalke durchschlagkräftiges Personal im Sturm genau so fehlte wie das nötige Kleingeld, um Hochkaräter zu finanzieren, liehen sich die Königsblauen Goncalo Paciencia von Eintracht Frankfurt aus. Der stand bei den Hessen zwar immer ein bisschen im Schatten des „Bullen-Sturms“ um Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic, hatte aber sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Bühne sein Können schon bewiesen. Dahinter als „Back-up“ Sturm-Veteran Vedad Ibisevic und unterstützt von offensiven MIttelfeld-Könnern wie Amine Harit und Mark Uth. Soweit die Theorie. Schalke schien für die Saison gerüstet zu sein.

Lange Zwangspause

Die Praxis sah dann ganz anders aus: Mit der 0:8-Niederlage bei Bayern München, bei der Paciencia zur Startformation gehörte und sogar die erste Chance des Spiels hatte, lud sich Schalke einen so schweren Rucksack auf, den das Team nie loswerden konnte, der sich im Gegenteil sogar immer mehr füllte. Paciencia selbst war Teil dieser schon arg ins Schleudern gekommenen Mannschaft, erzielte in acht Bundesliga-Spielen ein Tor, bis er aufgrund einer schweren Knieverletzung Ende November operiert werden musste und monatelang ausfiel.

„Eine sehr schwere Zeit“, sagt der 26-Jährige und blickt aus zwei Gründen nur ungern auf diese Phase zurück: „Sie war schwer, weil ich nicht helfen konnte. Und weil die Mannschaft nicht gewonnen hat. Dann ist es doppelt schwer.“ Mittlerweile ist der Portugiese wieder fit, kam auch schon zu einigen Kurz-Einsätzen, die für Schalkes „Rettung“ aber möglicherweise zu spät kommen. Oder doch nicht? Paciencia scheint die Hoffnung tatsächlich noch nicht aufgegeben zu haben, dass es mit dem nur noch theoretisch möglichen Klassenerhalt doch noch etwas wird: „Wir haben eine große Qualität im Kader und müssen einfach sehen, dass wir in jedem Spiel versuchen, diese Qualität auch abzurufen und das Spiel zu gewinnen. Wir wissen, dass die Lage sehr schwierig ist. Aber noch spielen wir in der Ersten Liga!“

„Haben große Qualität“

Die eine Erklärung, warum Schalke trotz der von Paciencia erwähnten großen Qualität im Kader in den Abstiegs-Schlamassel geraten konnte, hat Paciencia nicht: „Es ist jetzt nicht die Zeit, um über Schuldige zu reden. Im Fußball ist das alles sehr komplex. Es geht nicht immer nur um Qualität - denn die haben wir - sondern oft auch um Selbstvertrauen. Ich denke, dass bei uns einfach mehrere Dinge zusammen gekommen sind.“

Über seine eigene berufliche Zukunft kann Paciencia noch nichts sagen, die aktuelle Lage ist allerdings recht eindeutig: Er ist für ein Jahr von Eintracht Frankfurt ausgeliehen, die vereinbarte Kaufoption von acht Millionen Euro wird sich Schalke nicht leisten können. Gonacalo Paciencia sieht das offenbar gelassen, er hat andere Dinge im Kopf: „Noch haben wir sechs Spiele. Und in denen will ich jetzt helfen, so gut es irgendwie geht.“ Die Zeit, in der Paciencia Schalke nicht helfen konnte, war schließlich lang genug.

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