Peter Bosz hat in seiner Karriere als Fußballer und Trainer viel erlebt. Das gilt vor allem, wenn er auf Schalke 04 trifft. Die Spiele gegen Schalke hatten Einfluss auf seine Laufbahn.

Gelsenkirchen

, 05.12.2019, 19:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Spieler verlief das einzige Bundesliga-Duell, dass Leverkusens Trainer gegen die Königsblauen bestritt, dagegen vergleichsweise unspektakulär. Im Januar 1998 war der achtmalige niederländische Nationalspieler in der Endphase seiner Spielerkarriere zum Bundesligisten Hansa Rostock gewechselt. 14 Partien bestritt Bosz für die Rostocker, darunter war auch das 0:0 gegen Schalke. Zwar verlief die Partie ohne große Höhepunkte, aber für Rostock bestätigte sich der positive Trend. Am Saisonende belegten die Rostocker mit Bosz als kompromisslosem Abwehrspieler einen überraschenden sechsten Platz.


Seit dem Jahr 2000 arbeitete Bosz dann als Trainer, ohne dass er auf seinen Stationen – unter anderem bei den niederländischen Erstligisten De Graafschap, Heracles Almelo und Vitesse Arnheim sowie bei Maccabi Tel Aviv einer breiteren Fußball-Öffentlichkeit groß aufgefallen wäre. Das sollte sich in der Saison 2016/2017 ändern, als Bosz Trainer bei Ajax Amsterdam war und sich im Viertelfinale der Europa League zwei denkwürdige Duelle mit dem FC Schalke 04 lieferte, die für seine Trainer-Karriere enorme Bedeutung hatten.



Große Erfolge mit Ajax Amsterdam


Schon im Hinspiel begeisterte die junge Ajax-Mannschaft, Schalke war mit dem 0:2 noch gut bedient. Das Rückspiel war dann an Dramatik nicht zu überbieten. Leon Goretzka (53.), Guido Burgstaller (56.) und Daniel Caligiuri (101.) hatten in bester Eurofighter-Manier zur spektakulären Aufholjagd geblasen. Doch Nick Viergever (111.) und Amin Younes (120.) sorgten für die Wende, obwohl die Gäste in Unterzahl waren. Joël Veltman hatte in der 80. Minute Gelb-Rot gesehen. Ajax Amsterdam verlor zwar später das Finale der Europa League gegen Manchester United (0:2), doch sein Name war nun auch über die niederländischen Grenzen hinaus bekannt, so dass ihn Borussia Dortmund verpflichtete.



Doch es wurde nur ein kurzes schwarz-gelbes Intermezzo in seiner Trainerkarriere. Nachdem die Borussia nach sieben Spieltagen der Saison 2017/18 noch an der Tabellenspitze stand, folgten acht Spiele ohne Sieg. Bereits im Dezember 2017 musste Bosz gehen. Dafür hatte auch das legendäre Derby gegen Schalke 04 gesorgt, als der BVB eine 4:0-Führung verspielte und am Ende nur ein 4:4 erreichte.


Schock im Derby beim 4:4

Bosz war wie alle Dortmunder Fans fassungslos. „Ich habe sowas noch nie gesehen. Natürlich bekommen wir eine gelb-rote Karte (Aubameyang, Anmerkung der Redaktion), aber selbst mit zehn Mann darfst du das nicht aus der Hand geben. Das 4:1 war für sie der Ehrentreffer. Sie jubelten nicht eine Sekunde. Nach dem 4:2 holten sie den Ball schneller aus dem Tor. In der 96. Minute machten sie dann den Ausgleichstreffer. Das war schon ziemlich sonderbar,“ so der BVB-Coach.

Der Niederländer steht für offensiven Fußball und ein extrem (hohes) Gegenpressing. Beim BVB funktionierte das sieben Spiele lang, danach hatten die Gegner das System entschlüsselt. Nach einer Flut von Gegentoren und Niederlagen konnten und wollten die Spieler der Borussia dem Coach nicht mehr folgen. Der Schock im Derby gegen Schalke war dann der Anfang vom Ende.

Ob Peter Bosz dieses 4:4 noch durch den Kopf geht, wenn er am Samstag (18.30 Uhr) mit Bayer Leverkusen auf den FC Schalke 04 trifft? Das ist nicht ausgeschlossen. Auf jeden Fall ist es wieder eine wichtige Partie für den Leverkusener Trainer, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Spielt Schalke wieder „Schicksal“? Entscheidungsträger wie Bayer-Sportdirektor Rudi Völler werden am Samstag ganz genau hinschauen.

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