Geschenkter Elfmeter bringt Schalke in Not

0:1 in Enschede

War das bitter: Durch eine krasse Fehlentscheidung von Schiedsrichter Thomson verlor der FC Schalke 04 am Donnerstagabend das Achtelfinal-Hinspiel beim FC Twente Enschede mit 0:1 (0:0). Die Chancen auf das Erreichen des Viertelfinales sind gesunken.

Enschede

von Von Norbert Neubaum

, 09.03.2012, 10:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das war kein Foul, signalisiert die Körpersprache von Schalke-Torhüter Timo Hildebrand. Doch Schiedsrichter Thomson entschied nach dem Laufduell zwischen Matip und De Jong (am Boden) auf Elfmeter. Foto: dpa

Das war kein Foul, signalisiert die Körpersprache von Schalke-Torhüter Timo Hildebrand. Doch Schiedsrichter Thomson entschied nach dem Laufduell zwischen Matip und De Jong (am Boden) auf Elfmeter. Foto: dpa

Somit war den Schalker Spielern und Fans die gute Laune vergangen, die vor der Partie herrschte. Denn die Fan-Freundschaft zwischen beiden Clubs wurde aktiv mit Leben gefüllt. So enthüllten die Enscheder Fans ein Plakat mit dem Titel: „Zwei Clubs, zwei Farben – eine Passion!“ Und in der Halbzeit wurde sogar das Schalke-Lied „Blau und weiß, wie lieb ich dich“ eingespielt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Zuschauer eine höhepunktarme Partie gesehen. Denn in der ersten Halbzeit blieben klare Torchancen auf beiden Seiten weitgehend Mangelware. Enschede kam nicht so ins Spiel wie zuletzt beim berauschenden 6:2-Erfolg in Eindhoven. Nur in der Anfangsviertelstunde und in den letzten fünf Minuten vor der Pause brachten die Gastgeber das Tor der Königsblauen in Gefahr. Mit Kopfbällen prüften de Jong und Chadli Schalkes Schlussmann Timo Hildebrand. Kurz vor der Pause war es noch einmal Chadli, der eine Flanke von John nach Fehler von Fuchs allerdings nicht verwerten konnte. Und Schalke? Die Elf von Huub Stevens hatte in der ersten Halbzeit nur eine Torchance, die Jones nach Doppelpass mit Obasi jedoch nicht nutzen konnte. Ansonsten konnte sich die Schalker Offensive kaum in Szene setzen. Besonders Mittelstürmer Marica konnte den verletzten Torjäger Klaas-Jan Huntelaar nicht einmal ansatzweise ersetzen. Marica wirkte wie ein Fremdkörper im Schalker Team, als ob er gar nicht zur Mannschaft gehören würde. „Es ist das erwartet schwere Spiel. Twente hat seine Qualitäten in der Offensive gezeigt. Wir haben das Spiel bis auf wenige Ausnahmen ganz gut kontrolliert. Aber wir müssen nach vorne schneller und intensiver spielen“, bilanzierte Schalke-Manager Horst Heldt zur Halbzeitpause. Sein Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Im Gegenteil: Die Königsblauen blieben in der zweiten Halbzeit ohne echte Torchance. Und es kam knüppeldick für den Bundesligisten. Die 60. Minute erregte die Gemüter, denn Schalke wurde sozusagen doppelt bestraft. Joel Matip sah nach einem Zweikampf mit de Jong die Rote Karte. Doch diese Entscheidung von Schiedsrichter Thomson, die der Schotte erst mit Verzögerung und nach Konsultation mit einem Linienrichter traf, war falsch. Denn die Fernsehbilder zeigten, dass de Jong sich selbst in die Hacken getreten hatte und das auch noch kurz vor der Strafraumlinie. Doch Thomson blieb bei seiner Entscheidung. Matip musste vom Platz, den Elfmeter verwandelte de Jong zur Führung für Twente. Die Schalker Personalprobleme in der Innenverteidigung werden damit immer größer. Matip wird wegen der Roten Karte im Rückspiel fehlen und ob die verletzten Höwedes und Metzelder bis zum nächsten Donnerstag fit werden, steht in den Sternen. In Unterzahl mussten die Gäste mächtig kämpfen, um weitere Gegentreffer zu verhindern. Nach dem Schlusspfiff stürmte Schalke-Trainer Huub Stevens auf den Unparteiischen zu und machte seinem Ärger Luft. Durch die dritte Niederlage in Folge drohen Schalke schwere Wochen. Stevens: „Kompliment an die Jungs, die gekämpft haben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aber dann kam der Pfiff des Tages oder sogar des Jahres. Vielleicht müssen acht Leute angestellt werden, um richtig zu sehen, was passiert ist. Das war lächerlich. Joel hat mir bestätigt, das er de Jong gar nicht berührt hat. Damit werden wir doppelt bestraft, denn Joel fehlt im Rückspiel wegen der Roten Karte. Aber vielleicht schaut sich der Schiedsrichter die Bilder an und spricht Joel frei.“

FC Schalke 04: Hildebrand (Note 3) – Uchida (3,5), Papadopoulos (3), Matip (4,5), Fuchs (3,5) – Höger (4), Jones (2,5) – Holtby (3,5; 90. Moritz), Raúl (4,5; 89. Escudero), Obasi (5; 82. Draxler) – Marica (5,5)

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