Hildebrand kämpft auf Schalke für einen Neuanfang

Keeper mit Bodenhaftung

Am Mittwoch wird Timo Hildebrand das erste Mal das Schalker Tor hüten. Allerdings nicht im DFB-Pokal in Karlsruhe, sondern in Bottrop im Rahmen der internationalen Nachwuchsrunde gegen Standard Lüttich.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 24.10.2011, 16:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neuanfang auf Schalke: Torhüter Timo Hildebrand (r.) mit Torwarttrainer Bernd Dreher auf dem Weg zum Trainingsplatz.

Neuanfang auf Schalke: Torhüter Timo Hildebrand (r.) mit Torwarttrainer Bernd Dreher auf dem Weg zum Trainingsplatz.

Danach folgte der unbefriedigende Wechsel zu Sporting Lissabon, wo Hildebrand nur als Torhüter Nummer drei fungierte. Deshalb ist der Wechsel zum FC Schalke 04 für den gebürtigen Wormser „eine Riesenchance“ und „große Herausforderung“, wie Hildebrand selbst formuliert, um auf der Zielgeraden seiner Karriere sportlich wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Hildebrand hat in diesem Zusammenhang sogar von „Demut“ gesprochen, weil er ab 2007 die Schattenseiten des Profifußballs kennen gelernt hat. Denn der Wechsel vom VfB Stuttgart, mit dem er sensationell Deutscher Meister geworden war, zum FC Valencia entpuppte sich im Nachhinein für Hildebrand als Karriereknick mit gravierenden Folgen.

„So etwas erdet ein. Ich will mich in Schalke integrieren, Spaß haben und einfach wieder Fußball spielen“, sagte der Torhüter ganz bescheiden am Montag nach dem ersten Training mit der Schalker Mannschaft. „Timo wollte damals unbedingt Auslandserfahrung sammeln. Doch es hat nicht gepasst. Bei den Vertragsverhandlungen habe ich gemerkt, wie glücklich er ist, wieder in die Bundesliga zurück zu kehren“, sagt Schalke-Manager Horst Heldt im Gespräch.Heldt war 2007 VfB-Manager und hat den Kontakt zu Hildebrand nie abreißen lassen. Hildebrand genoss das erste Training im Parkstadion und hechtete mit sichtlichem Vergnügen jedem Ball hinterher. „Es war schon sehr emotional. Ich habe zwar nicht mit den Tränen gerungen, aber es ist schon einiges von mir abgefallen“, gab der 32-Jährige hinterher einen Einblick in seine Gemütsverfassung.

Zuletzt lagen vier Monate Arbeitslosigkeit hinter ihm. „Da trainiert man für sich allein, ohne Perspektive. Das ist mental eine sehr schwierige Situation“, betont Hildebrand, der seine Lehren aus diesen Erfahrungen gezogen hat: „Man kommt auf den Boden zurück und bekommt einen ganz anderen Blick auf die Dinge.“ Deshalb ist er weit davon entfernt, offensive Forderungen nach einem Stammplatz zu stellen: „Ich bin nicht so vermessen zu erwarten, dass ich sofort spielen muss. Ich muss hart arbeiten und mich dem Trainer anbieten.“ Am Sonntag schaute sich Schalkes neuer Schlussmann das Spiel in Leverkusen an. Sein Eindruck?

„In der Mannschaft steckt viel Potenzial. Lars Unnerstall hat gut gehalten. Wenn man zu null spielt, ist immer alles in Ordnung.“ Wieder in Ordnung ist auch sein Verhältnis zu Ralf Rangnick, mit dem es während seiner Hoffenheimer Zeit Streit gab. „Ich habe ihm eine E-mail geschickt und ihm gute Besserung gewünscht. Er hat geantwortet und mir viel Glück auf Schalke gewünscht. Das war eine nette Geste“, sagt Hildebrand, der nun auf Schalke einen neuen Karriereabschnitt beginnen will. 

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