Hochklassiges Spitzenspiel - Kuranyi rettet Königsblau

Schalke gegen Hamburg

GELSENKIRCHEN Nach getaner (guter) Arbeit konnte sich Hamburgs Torhüter Frank Rost einen Seitenhieb auf seinen Ex-Klub nicht verkneifen: „Die Ansprüche sind ganz schön gesunken. Die feiern ein Unentschieden gegen zehn Mann wie einen Sieg.“

26.10.2009, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pure Freude nach dem Ausgleichstreffer: Christoph Moritz (l.) und Kevin Kuranyi.

Pure Freude nach dem Ausgleichstreffer: Christoph Moritz (l.) und Kevin Kuranyi.

Und als der HSV direkt nach Wiederbeginn durch Pitroipa noch die Großchance zum 0:3 vergab, schien das Ende der Schalker Festwochen, in der es Magaths junge Mannschaft bis auf Platz drei geschafft hatte, beschlossene Sache zu sein. Doch Schalke mag keine Kohle haben, die Moral indes stimmt: Kuranyi nach Rafinha-Flanke und Jung-Profi Schmitz (erstes Profi-Tor) ebenfalls mit einem Kopfball nach einem Bordon-Freistoß brachten mit ihren Toren die Arena zum Kochen, während HSV-Trainer Bruno Labbadia („Ich habe während des Spiels mehrmals schon an unseren Sieg geglaubt“) regungslos an der Seitenlinie stand. Was auch daran lag, dass Rozehnal nach Notbremse gegen Kuranyi kurz vorher die Rote Karte gesehen hatte. Eine halbe Stunde lang also Überzahl-Spiel von Schalke – trotzdem gingen die Hambirger sogar wieder in Führung. Nach einer Weltklasse-Vorbereitung des „großen Zé“ Roberto schloss erneut Berg zum 2:3 ab. Aber nun ging es wieder in die andere Richtung, das Wort „Aufgeben“ existiert offenbar nicht, solange der Trainer Felix Magath heißt.

Seit sechs Jahren (damals 2:2 beim HSV) hatte Schalke keinen Zwei-Tore-Rückstand mehr aufgeholt, und nun drehten Bordon und Co. ein und dasselbe Spiel sogar zum zweiten Mal. In der 90. Minute flankte Westermann auf Kuranyi, der zum 3:3 vollendete. In der Nachspielzeit parierte Rost dann einen Asamoah-Kopfball – doch für Feiertags-Laune reichte es bei den Schalker Fans auch so. Bei Felix Magath nicht unbedingt: „Sicherlich haben wir toll gekämpft, wie der HSV auch. Aber mit dem Ergebnis sind wahrscheinlich beide Mannschaften nicht zufrieden.“ Doch nach einem großen Fußball-Abend war erst einmal Durchatmen gefragt.

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