Höwedes: "Wir haben es selbst verbockt"

Nach 1:2-Niederlage

Die erste Reaktion war gequälter Humor. „In der vergangenen Saison haben wir gegen Kaiserslautern beide Spiele torlos verloren. Jetzt haben wir wenigstens einen Treffer erzielt.“ Nationalspieler Benedikt Höwedes wählte nach der bitteren Schalker 1:2 (0:1)-Heimschlappe gegen die Pfälzer die Flucht in die Ironie.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski und Norbert Neubaum

, 16.10.2011, 22:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Benedikt Höwedes (l) und Klaas-Jan Huntelaar knien nach einer vergebenen Tormöglichkeit kurz vor Schluss auf dem Boden. Der FC Schalke verlor 1:2 gegen Kaiserslautern.

Benedikt Höwedes (l) und Klaas-Jan Huntelaar knien nach einer vergebenen Tormöglichkeit kurz vor Schluss auf dem Boden. Der FC Schalke verlor 1:2 gegen Kaiserslautern.

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Fußball-Bundesliga: FC Schalke 04 - 1. FC Kaiserslautern

Bilder von der Bundesligapartie FC Schalke 04 gegen 1. FC Kaiserslautern.
16.10.2011
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Christoph Metzelder (l) und Jefferson Farfan (2.v.r.) springen zum Kopfball. © Foto: dpa
Christian Fuchs (l) und Lauterns Florian Dick versuchen an den Ball zu kommen. © Foto: dpa
Schalkes Ersatztorhüter Lars Unnerstall kann den zum 0:1 eingeschossenen Elfmeter von Tiffert nicht halten. © Foto: dpa
Christian Tiffert (r) jubelt über seinen Elfmeter-Treffer zum 0:1 mit seinen Teamkollegen. © Foto: dpa
Schalker Frust nach dem Spiel.© Foto: dpa
Benedikt Höwedes (l), Torhüter Lars Unnerstall (2.v.r.) und Christian Fuchs (l-r) versuchen Itay Shechter (2.v.l.) zu stoppen.© Foto: dpa
Schiedsrichter Peter Sippel (M) zeigt Lauterns Rodnei (r) die Rote Karte. © Foto: dpa
Lauterns Torwart Kevin Trapp kann den Strafstoß zum 1:1 von Huntelaar nicht halten. © Foto: dpa
Raul liegt verletzt am Boden. © Foto: dpa
Benedikt Höwedes (l) und Klaas-Jan Huntelaar knien nach einer vergebenen Tormöglichkeit kurz vor Schluss auf dem Boden. Der FC Schalke verlor 1:2 gegen Kaiserslautern.© Foto: dpa
Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz jubelt beim Schlusspfiff. Schalke verliert 1:2 gegen den FCK. © Foto: dpa
Huub Stevens nach dem Schlusspfiff.© Foto: dpa
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Stevens: „In dieser Situation war es noch lächerlicher einen Elfmeter und eine Rote Karte zu zeigen.“ Beim Zweikampf von Kaiserslauterns Abwehrspieler Rodnei (61.) gegen Jurado entschied Sippel zur Überraschung der meisten Zuschauer auf Strafstoß und Platzverweis.Nach 28 Minuten hatte der Unparteiische bereits das erste Mal für große Aufregung gesorgt. Das Foul von Ralf Fährmann (28.) an Kouemaha wertete er als Notbremse und ahndete es sowohl mit einem Elfmeter, den Tiffert verwandelte, als auch mit einer Roten Karte für den Schalker Schlussmann, der durch Debütant Lars Unnerstall ersetzt werden musste.

„Der Elfmeter war berechtigt. Doch über die Rote Karte kann man streiten. Das ist eine Scheißregel. Acht von zehn Schiedsrichtern hätten es bei einer Gelben Karte belassen“, ärgerte sich Schalke-Manager Horst Heldt über mangelndes Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters, der am Samstag von einer souveränen Spielleitung meilenweit entfernt war. Doch Sippel äußerte sich auch nach dem Studium der Fernsehbilder alles andere als selbstkritisch: „Beide Entscheidungen waren zwingend notwendig. Das hätte die Regel gebeugt, wenn ich bei Fährmann nicht auf Rot entschieden hätte.“ Die Strafe für Rodnei hielt er ebenfalls für angemessen: „Der Abwehrspieler kümmert sich um alles, nur nicht um den Ball. Er schaut nur auf seinen Gegenspieler.“

Das taten die Königsblauen in der 72. Minute nicht, als Dorge Kouemaha völlig freistehend die Pfälzer zum Sieg köpfte und frustrierte Schalker zurückließ. Die suchten die Schuld an der Niederlage richtigerweise nicht bei Sippel.

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Schalkes Ersatztorhüter Lars Unnerstall kann den zum 0:1 eingeschossenen Elfmeter von Tiffert nicht halten. © Foto: dpa
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Schiedsrichter Peter Sippel (M) zeigt Lauterns Rodnei (r) die Rote Karte. © Foto: dpa
Lauterns Torwart Kevin Trapp kann den Strafstoß zum 1:1 von Huntelaar nicht halten. © Foto: dpa
Raul liegt verletzt am Boden. © Foto: dpa
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Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz jubelt beim Schlusspfiff. Schalke verliert 1:2 gegen den FCK. © Foto: dpa
Huub Stevens nach dem Schlusspfiff.© Foto: dpa
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„Es hilft nicht, über die Schiedsrichterleistung zu lamentieren. Wir haben es selbst verbockt“, gab sich Höwedes selbstkritisch, während Huub Stevens nach seiner ersten Niederlage seit seinem Comeback auf der Schalker Trainerbank schimpfte: „Wenn du solche Fehler machst, verdienst du es nicht zu gewinnen. Das war ein Rückschritt für uns. Nach der ersten Halbzeit hätte es auch 0:3 stehen können.“

Auch Manager Heldt legte den Finger in die Wunde: „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit zu pomadig gespielt und nicht gezeigt, wer Herr im Haus ist. Nach dem 1:1 haben wir zu schnell zu viel gewollt. Da muss die Mannschaft cleverer agieren.“ Neben Sippel gab es mit Ex-Schiedsrichter Markus Merk einen zweiten Buhmann der Fans. Auf seinem Weg zur TV-Diskussionsrunde vor der Südtribüne bekam er in der Halbzeit derbe Schmähgesänge zu hören und wurde mit Bierbechern und sogar einer Billardkugel beworfen. Noch immer macht ihn der königsblaue Anhang für die verpatzte Meisterschaft von 2001 verantwortlich.

Sicherheitskräfte mussten ihn mit einem Regenschirm schützen. Merk verkniff sich jedoch jede Kritik an diesen Reaktionen. „Ich nehme viele positive Aspekte mit.“ Wie zum Beispiel einen Schalke-Schal, der ihm vor dem Spiel von einem Zuschauer überreicht wurde. Da war die Stimmung noch gut.

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