Huntelaar: Vom Bankdrücker zum Hoffnungsträger

Schalke braucht den Torjäger

Wer das Training des FC Schalke 04 in den vergangenen Tagen intensiv verfolgte, kam um eine Erkenntnis nicht herum: Klaas-Jan Huntelaar trifft wieder regelmäßig. Während sein Sturmkollege Franco Di Santo im Training genauso unauffällig agierte wie in den letzten Bundesligaspielen, sprühte der „Hunter“ vor Ehrgeiz.

GELSENKIRCHEN

07.04.2016, 07:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Klaas-Jan Huntelaar konnte endlich wieder über einen eigenen Treffer jubeln. Foto: Bernd Thissen

Klaas-Jan Huntelaar konnte endlich wieder über einen eigenen Treffer jubeln. Foto: Bernd Thissen

Auch gestern markierte Huntelaar mehrere Treffer, und ging mit einem Lächeln vom Platz. Es spricht alles dafür, dass der Routinier am Sonntag nach zwei Bundesligaspielen ohne Startelf-Berufung wieder in die Anfangsformation zurückkehrt.

Breitenreiters Mangel an Alternativen

Huntelaar wird so vom Bankdrücker zum Hoffnungsträger, denn Trainer André Breitenreiter fehlen im Angriff durchschlagskräftige Alternativen. Di Santo ist den Nachweis schuldig geblieben, dass er Schalke sportlich weiterbringt. Die Nibelungentreue, die Breitenreiter bei dem Argentinier monatelang praktizierte, gibt es nicht mehr.

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„Er hat seine Leistungen, die er in Bremen gezeigt hat, bisher nicht bestätigen können“, urteilte Breitenreiter. Er wird damit auf keinen Widerspruch stoßen. Auch Eric Maxim Choupo-Moting, der in der Zentrale spielen könnte, steckt nach seiner Beckenverletzung im Formtief.

Schwache Saison mit acht Toren

Damit bleibt Huntelaar die einzige nachvollziehbare Option, auch wenn er mit acht Toren bisher eine schwache Saison spielt. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass Huntelaar im Hinspiel bei der 2:3-Niederlage gegen den BVB beide Schalker Treffer gelangen.

Egal, wie die Saison für die Königsblauen endet, man darf gespannt sein, wie es mit Huntelaar weiter geht. Zwar hat er auf Schalke noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017, doch das muss nichts heißen. Andererseits sollte man den 32-Jährigen auch noch nicht abschreiben.

Nie wieder für die Elftal?

Was seine internationalen Perspektiven betrifft, sieht es anders aus. Wie „Voetbal International“ berichtet, denkt der Stürmer ernsthaft über einen Rücktritt aus der niederländischen Nationalelf nach. Zuletzt wurde Huntelaar für die Freundschaftsspiele gegen Frankreich und England nominiert, durfte aber keine Minute spielen. Bonds-coach Danny Blind setzte ihn in den letzten neun Monaten nur dreimal ein.

Der 32-Jährige spielt beim anstehenden Umbruch von Oranje wohl keine Rolle mehr und könnte mit dem möglichen Rücktritt einer Ausbootung zuvorkommen. Für die EM im Sommer haben sich die Niederländer nicht qualifiziert, im WM-Jahr 2018 wäre Huntelaar bereits 34 Jahre alt.

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