Junior Caicara im Interview: "Die Wärme fehlt"

Rechtsverteidiger wird immer stärker

"Er ist eine Maschine." So lobte Schalke-Trainer André Breitenreiter seinen Neuzugang Junior Caicara, als im Sommer 2015 die Fitnesswerte der Spieler überprüft wurden. Ein halbes Jahr später scheint Caicara endgültig auf Schalke angekommen. Der Brasilianer habe, so Breitenreiter, auch in punkto Zweikampfstärke und Torgefährlichkeit zugelegt. Wie Caicara selbst seine Entwicklung sieht, verrät er im Interview.

GELSENKIRCHEN

24.02.2016, 05:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bilder der Partie Donezk gegen Schalke.

Bilder der Partie Donezk gegen Schalke.

Wie klappt es nach acht Monaten in Deutschland mit der Verständigung auf und neben dem Fußballplatz?

Es geht immer besser. Zweimal pro Woche lerne ich mit einem Deutsch-Lehrer. Ich verstehe mittlerweile das Meiste. Selbst Deutsch zu sprechen, dafür brauche ich noch etwas Zeit. Auf dem Fußballplatz ist die Kommunikation aber kein Problem.

 

Sportlich läuft es für Sie auch immer besser. In allen sechs Pflichtspielen der Rückrunde standen Sie in der Schalker Startelf.

Das freut mich natürlich. Wenn man zu einem so großen Verein wie Schalke wechselt, dauert es einige Zeit mit der Integration. Jetzt weiß ich auch besser, was der Trainer auf dem Platz verlangt. Das hat sich alles eingespielt.

 

Was ist der größte Unterschied zwischen dem deutschen und dem bulgarischen Fußball, wo Sie zuletzt für Ludogorets Razgrad gespielt haben?

Die Liga in Deutschland ist viel ausgeglichener. In Bulgarien gibt es zwei, drei Spitzenmannschaften, die auf hohem Niveau spielen. In der Bundesliga kann jeder jeden schlagen. Da musst du auch gegen vermeintliche Außenseiter von der ersten Minute an hoch konzentriert spielen.

Jetzt lesen

 

Haben Sie sich für die Rückrunde besonders viel vorgenommen?

Das kann man so sagen. Ich habe selbst in der Winterpause schon in Brasilien viel gemacht, damit ich für die Rückrundenvorbereitung gewappnet war. Mit meinem bisschen Talent brauche ich viel Training.

 

Donnerstag geht für Schalke gegen Donezk um den Einzug in das Achtelfinale der Europa League. Kommt Königsblau weiter?

Davon bin ich überzeugt. Wir haben schon im Hinspiel eine gute Leistung gezeigt, aber leider kein Tor geschossen.

 

Sie sind bisher auch noch ohne Pflichtspieltreffer für Schalke.

Das will ich so schnell wie möglich ändern. Für Razgrad habe ich pro Saison vier, fünf Mal getroffen. Aber meine Aufgabe besteht als rechter Verteidiger erst einmal darin, Tore zu verhindern.

Jetzt lesen

 

Hat Schalke das Potenzial, das Finale der Europa League zu erreichen?

(lachend) Wir haben doch erst vor kurzem die Gruppenphase erfolgreich absolviert und schon wird über eine mögliche Endspielteilnahme spekuliert. Ich bin auch schon oft auf ein Duell gegen Borussia Dortmund in der Euro League angesprochen worden. Doch wir sollten uns jetzt erst einmal ganz auf Donezk konzentrieren.

 

Was hat Sie auf Schalke bisher am meisten beeindruckt?

Die Fans und das Stadion. Ich war es bei Heimspielen nicht gewohnt, immer vor 60.000 Zuschauern aufzulaufen. Das erste Heimspiel gegen Darmstadt vor solch einer tollen Kulisse, das war für mich ein beeindruckendes Erlebnis.

 

Und was vermissen Sie in Deutschland?

(lachend) Die Wärme fehlt. Aber ich will mich nicht beschweren. In Bulgarien hatten wir Winter mit bis zu minus 15 Grad. Da ist es für einen Brasilianer nicht einfach, sich auf Fußball zu konzentrieren.

Lesen Sie jetzt