Kabak entschuldigt sich für Spuck-Attacke: Lange Sperre droht trotzdem

Schalke 04

Es sei keine Absicht gewesen, so Schalkes Verteidiger. S04-Trainer David Wagner nimmt den Spieler in Schutz. Werders Coach Kohfeldt: „Grobe Unsportlichkeit. Klare Rote Karte!“

Gelsenkirchen

, 27.09.2020, 09:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Da kommt möglicherweise noch was auf ihn zu: Schalkes Verteidiger Ozan Kabak.

Da kommt möglicherweise noch was auf ihn zu: Schalkes Verteidiger Ozan Kabak. © dpa

Schalkes Presseabteilung hatte ganze Arbeit geleistet. Die Entschuldigung von Ozan Kabak für seine Spuck-Attacke gegen den Bremer Ludwig Augustinsson erfolgte via Twitter noch am späten Abend so rechtzeitig, dass sie im aktuellen Sportstudio des ZDF verkündet wurde und so ein bundesweites Publikum erreichte.

Fußball-Deutschland ist empört

Ob es hilft, ist allerdings fraglich. Zu eindeutig sind die TV-Bilder, die deutlich zeigen, wie Kabak seinen am Boden liegenden Gegenspieler anspuckt. Fußball-Deutschland ist außer sich. Spucken, das ist eine allgemein gültige Meinung, geht gar nicht - nicht nur in Corona-Zeiten gilt dieser Akt der Unsportlichkeit als absolutes Unding. Diverse Fußball-Experten haben bereits eine lange Sperre für Kabak gefordert.

Weil Schiedsrichter Markus Schmidt die Aktion nicht geahndet hat, weil er sie auf dem Platz nicht gesehen hat, ist es gut möglich, dass sich das DFB-Sportgericht des Falls annimmt. Kabak droht also eine lange Sperre - beim kommenden Schalker Spiel in Leipzig ist er ohnehin nicht dabei, weil er kurz vor Schluss gegen Bremen auch noch die Gelb-Rote Karte sah. Was für ein Abend für Kabak, was für ein Abend für Schalke...

„Die Sicht von außen täuscht“

Die Königsblauen wissen natürlich, was da auf sie und Kabak zukommt, und bemühten sich darum, die Dinge ein wenig positiver für ihren Spieler einzuordnen. Trainer David Wagner erinnerte an den guten Charakter des Spielers und geht davon aus, dass das Spucken nicht absichtlich erfolgt sei. Ins gleich Horn blies auch Kabak selbst: „Ich möchte mich bei Ludwig Augustinsson entschuldigen. Es war keine Absicht, die Sicht von außen täuscht. Ich habe so etwas noch nie gemacht und werde es auch niemals tun, da es einfach unsportlich ist.“

Werders Trainer Florian Kohfeldt sah die Spuck-Attacke des 20-jährigen Kabak zwar auch ein wenig differenziert, senkte den Daumen dann aber doch nach unten. „Natürlich ist Ozan Kabak ein junger Spieler, und jeder weiß um die aktuell angespannte Situation auf Schalke. Aber wenn ich die Bilder so sehe, muss ich doch sagen: Grobe Unsportlichkeit und daher eine klare Rote Karte!“

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