„Keine Zeit zum Jammern“

Horst Heldt im Interview

Auf Schalke wird es nie langweilig. Diese Erfahrung hat Manager Horst Heldt längst hinter sich. Im Interview mit dieser Zeitung spricht der 43-Jährige über das Schalker Verletzungspech, zieht ein Fazit des bisherigen Saisonverlaufs und plant in der Winterpause keine neuen Spieler zu verpflichten.

GELSENKIRCHEN

von von Frank Leszinski

, 16.10.2013, 22:10 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schalke-Manager Horst Heldt hat eine «intensive Woche» hinter sich. Foto: Peter Steffen

Schalke-Manager Horst Heldt hat eine «intensive Woche» hinter sich. Foto: Peter Steffen

Das sind sehr enttäuschende Nachrichten für uns in den letzten Wochen gewesen. Und jetzt hat es auch noch Klaas-Jan Huntelaar wieder erwischt. Er wird wohl in der Hinrunde nicht mehr für uns zum Einsatz kommen. Doch es ist nicht der Raum und die Zeit zum Jammern. Wir müssen die nächsten Aufgaben mit Überzeugung bewältigen.

Nein. Nur mit unserem Arzt und Jens Keller. Natürlich kann man sich ausrechnen, wie niedergeschlagen Klaas-Jan jetzt ist.

Das wird in den nächsten Tagen entschieden. Klaas-Jan will noch eine zweite Meinung einholen.

Nein. Das haben wir nicht geplant.

Ja. Es ist nicht angedacht, mit dem Geld aus den beiden Wettbewerben in der Winterpause in den Kader zu investieren, sondern eher solche Themen wie Tilgung oder Investitionen rund um das Berger Feld voranzutreiben.

Ich respektiere jede Meinung und andere Sichtweisen. Aber man sollte sich an den Fakten orientieren. Im DFB-Pokal und in der Champions League liegen wir voll im Soll. Was uns nicht zufrieden stellt, ist die Ausbeute in der Bundesliga. Da haben wir Punkte liegen lassen. Jetzt sind wir in der Liga auf einem ordentlichen Weg und nur noch zwei Punkte von Platz vier entfernt. Jetzt kommt das große Aber.

Wir müssen uns in manchen Bereichen steigern und verbessern. Deshalb kann ich eine gewisse Unzufriedenheit nachvollziehen.

Die ersten drei Mannschaften spielen zurzeit sehr konstant. Da wir einen schwachen Saisonstart hatten, macht es momentan keinen Sinn, auf die Tabelle zu schauen. Wir müssen konstanter in der Punkteausbeute werden und uns auf das Wesentliche konzentrieren. Es lässt sich noch vieles korrigieren, weil noch nicht einmal ein Drittel der Saison vorbei ist.

Eintracht Braunschweig ist eine verschworene Einheit: Mannschaft, Spieler, Verein. Durch den ersten Saisonsieg in Wolfsburg dürfte dort die Euphorie noch größer geworden sein. Trotzdem darf es nicht so sein, dass wir dorthin fahren und Angst haben. Wir sind in der Lage, in Braunschweig zu gewinnen.

Ich bedauere es, dass immer gefordert wird, auf eigene Talente zu setzen, und wenn das geliefert wird, es zu wenig wahrgenommen wird. Wir sind im Nachwuchs extrem gut aufgestellt. Es ist mehr als erfreulich, wenn zum Beispiel gegen Augsburg fünf Spieler mitwirken, die bei uns ausgebildet wurden.

Ich mache mir keine Sorgen um ihn, weil wir einen guten Weg gefunden haben, wie wir den Reizzustand in seinem Knie in den Griff bekommen.

Nur den Faktor Pech heranzuziehen, wäre zu oberflächlich und zu einfach. Wir analysieren ständig, was wir besser machen können. Hinsichtlich der Art der Verletzungen haben wir momentan nur eine muskuläre Geschichte, und das ist Farfan. Alle anderen Verletzungen sind aus Zweikämpfen oder unglücklichen Situationen entstanden. Da ist man machtlos, wenn zum Beispiel Adam Szalai in der Champions League den Ball unglücklich an die Hand bekommt und so große Schmerzen bekommt, dass zunächst sogar ein Kahnbeinbruch befürchtet wurde.

Seine Behandlung in München schlägt gut an. Er kommt Ende der Woche zurück. Dann wird entschieden, ob er in Braunschweig zum Kader gehören wird.

Er ist am Mittwoch untersucht worden und wird nicht operiert. Für Braunschweig und die nachfolgenden Spiele ist er wahrscheinlich wieder dabei.

Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, darüber zu sprechen. Timo ist ein verdienter und erfahrener Spieler. Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, werden wir Sie ihm als erstes mitteilen. Das werden wir frühzeitig machen.