Matip: "Hoffe, dass ich hier eine lange Zukunft habe"

Schalke-Spieler im Interview

Er ist nach Kaan Ayhan der dienstälteste Schalker: Seit dem Jahr 2000, da war er gerade einmal neun Jahre alt, trägt Joel Matip das königsblaue Trikot. Trotz seiner 23 Jahre ist er längst etabliert - und begehrt bei Vereinen aus ganz Europa.

VELDEN

10.07.2015, 05:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Joel Matip möchte in der kommenden Saison immer die Fußspitze eher am Ball haben als der Gegner, in diesem Fall Hamburgs Lewis Holtby.

Schalkes Joel Matip möchte in der kommenden Saison immer die Fußspitze eher am Ball haben als der Gegner, in diesem Fall Hamburgs Lewis Holtby.

Sie kommen gerade direkt aus dem Wörthersee… Ein bisschen Abkühlung zur Entspannung tut ja auch gut.

Wie kalt ist denn der See? Nicht besonders – aber bei den Temperaturen hier ist ja jedes bisschen Wasser eine willkommene Abkühlung.

Sie sind erst 23 Jahre alt, haben aber schon über 150 Bundesliga-Spiele absolviert, kennen die Champions League, waren schon zwei Mal bei der WM dabei. Das ist mehr, als mancher Profi zum Ende seiner Karriere vorweisen kann. Was macht das mit einem jungen Menschen? Es ist erst einmal schön, dass ich so viele Spiele spielen konnte und schon so viel erlebt habe. Aber wie gesagt: Ich bin erst 23. Ich bin jedenfalls gespannt, was die Zukunft noch bringt.

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Gibt es einen Masterplan für die nächsten Jahre? Nein. Ich weiß ja nicht, wie andere Spieler das machen, aber ich versuche immer, das so kurzfristig wie möglich zu halten. Ich nehme mir nicht etwa vor, mit 25 dieses oder jenes Ziel erreicht zu haben, sondern versuche, immer das Beste herauszuholen und soviel wie möglich zu erreichen.

Mit Schalke oder woanders?

Ich fühle mich hier super wohl. Aber wir wissen alle, dass im Fußball sehr viel sehr schnell passieren kann. Ich hoffe, dass ich hier noch eine lange Zukunft habe.

Ganz konkret bemüht sich Newcastle United darum, Sie zu verpflichten. Ihr Vertrag läuft bis 2016, wenn Schalke noch Ablöse kassieren will, liefe es auf einen Abschied in diesem Sommer heraus. Ich kann mich da nur wiederholen: Ich komme aus Schalke und schätze den Verein sehr. Aber man weiß nie, wo der Weg hingeht.

Welchen Einfluss hat denn ein Berater auf einen Wechsel und wie viel Einfluss hat man als Spieler?

Das ist bei jedem Spieler unterschiedlich. Ich arbeite mit meinem Berater sehr lange zusammen. Der weiß, wie ich ticke und was für mich infrage kommt. Er versucht, alles so zu organisieren, dass ich nur noch die reine Entscheidung treffen muss und den Kopf frei habe, um mich auf Fußball zu konzentrieren. Die letzte Entscheidung liegt immer bei mir.

Im vergangenen Jahr hat Sie eine Fußverletzung zum ersten Mal in Ihrer Profikarriere für längere Zeit außer Gefecht gesetzt.

2014/15 war eine Seuchensaison für mich. Jetzt hoffe ich, dass ich das Thema mit einer vernünftigen Vorbereitung abhaken kann.

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Gab es denn angesichts der oft dürftigen Leistungen der Mannschaft Tage, an denen Sie froh waren, nicht auf dem Rasen zu stehen?

Nein. Klar gab es Momente, an denen es auf dem Platz auch nicht so schön aussah. Aber eine Verletzung ist das Schlimmste, was einem als Spieler passieren kann – niemand schaut gerne zu. Zur Reha zu gehen und auf Krücken zu laufen: Das will niemand.

Wie haben Sie André Breitenreiter kennengelernt? Das war auf Schalke, als es mit der Vorbereitung losging – ich war ein paar Minuten eher beim Training, da haben wir ein paar Worte gewechselt. Seitdem haben wir immer mal wieder gesprochen.

Wie war Ihr erster Eindruck? Sehr positiv !

Na klar… ... (lacht) Was soll man da anderes sagen! Aber im Ernst: Er macht einen fachlich sehr guten Eindruck. Das Training ist hart, aber es macht trotzdem Spaß. Er arbeitet sehr akribisch, Pressing und laufintensives Spiel ist ihm wichtig. Er geht vorweg – bis jetzt gefällt mir das alles sehr gut.

Wo kann es denn für Schalke in dieser Saison hingehen? Das will ich nicht an Zahlen festmachen. Wir müssen guten und erfolgreichen Fußball spielen.

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