Nach Entmachtung: Felix Magath kündigt Vertrag

Interimslösung Eichkorn

Nach seiner Entmachtung beim FC Schalke 04 hat Felix Magath Konsequenzen gezogen und gekündigt. "Herr Magath hat die unberechtigte und unwirksame Abberufung als Vorstand zum Anlass genommen, seinen Anstellungsvertrag mit sofortiger Wirkung zu kündigen", schrieb sein Medienanwalt Ralf Höcker in einer Mitteilung.

Gelsenkirchen

von dpa

, 16.03.2011, 17:26 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der bisherige Co-Trainer Seppo Eichkorn (M.) leitet am Mittwoch erstmals das Schalker Training.

Der bisherige Co-Trainer Seppo Eichkorn (M.) leitet am Mittwoch erstmals das Schalker Training.

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Erstes Schalke-Training unter "Seppo" Eichkorn

Nach der Entlassung von Felix Magath leitete "Seppo" Eichkorn am Mittwoch erstmals das Schalker Training.
16.03.2011
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Magath, Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion, hat nach Angaben seines Anwalts von der Demission aus der Presse erfahren. Die Trainingsleitung übernahm vorerst der bisherige Co-Trainer Seppo Eichkorn. Ob er im Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen am Sonntag auf der Bank sitzt, bleibt offen. Als der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 Magath am Mittwochmorgen wie erwartet den Stuhl vor die Tür stellte, war der große Zampano auf Tauchstation. „Aus Sicht des FC Schalke 04 gibt es sehr gute Gründe für diese Trennung. Wir werden diese in der Öffentlichkeit nicht kommunizieren, weil nun ein juristisches Verfahren bevorsteht. Wir sehen diesem Verfahren sehr gelassen entgegen“, kommentierte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies die Kampf-Scheidung, die seinen Club zwischen zwölf und 20 Millionen Euro Abfindung kosten könnte.

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Nach der Entlassung von Felix Magath leitete "Seppo" Eichkorn am Mittwoch erstmals das Schalker Training.
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Nachfolger von Magath soll nach Informationen von „Bild“ und „Sport-Bild“ einer seiner Vorgänger werden. Der zur Zeit vereinslose Taktik-Tüftler Rangnick, von September 2004 bis Dezember 2005 schon einmal Trainer der Königsblauen, hat gute Chancen, Magaths Erbe anzutreten. „Ralf Rangnick wird im März eine Entscheidung treffen, wie die berufliche Zukunft aussieht“, sagte sein Medienberater Oliver Mintzlaff der Nachrichtenagentur dpa.

Die Management- und Vorstandsaufgaben von Magath übernehmen Horst Heldt (Vorstand Sport und Kommunikation) und Vorstandsmitglied Peter Peters (Finanzen, Organisation und Marketing). Zur Trainersuche sagte Tönnies: „Wir kehren zu dem in der Bundesliga bewährten Modell zurück, dass der Vorstand Sport über den Trainer entscheidet. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand beauftragt, eine Toplösung zu finden.“ Bei der Aufsichtsratssitzung am Mittwochmorgen war Magath entgegen seiner Ankündigung schon nicht mehr anwesend. Dies habe keinen Sinn ergeben, meinte sein Medienanwalt Ralf Höcker. Der Verein habe Magath nur eine unvollständige, stichwortartige Tagesordnung des Treffens geschickt.

  „Das genügt nicht. Denn wenn Herr Magath die Gelegenheit zur Aussprache erhalten soll, muss er wissen, worum es in der Sitzung überhaupt geht“, hieß es in einer schriftlichen Erklärung. Magath wird u.a. vorgeworfen, bei einigen Transfers mit einem Volumen von mehr als 300 000 Euro nicht die erforderliche Genehmigung des Aufsichtsrats eingeholt zu haben. Magaths Abgang war um 10.48 Uhr beschlossene Sache, informiert war er offiziell nach Angaben Höckers aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Dass Schalke sich jetzt von Herrn Magath getrennt haben will, mussten wir leider über die Medien erfahren. Bei uns hat sich der Verein bisher nicht gemeldet. Wir warten gespannt auf die Begründung der Kündigung, die man uns bisher vorenthalten hat“, sagte Höcker der dpa. Magath selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Tönnies betonte, dass die Entscheidung nicht aus sportlichen Gründen gefallen sei. „Es gab in den letzten Tagen ein Schlüsselerlebnis, das mich um 180 Grad hat drehen lassen. Wenn Felix Magath behauptet, dass der Verein jetzt wirtschaftlich besser dasteht als vor seiner Amtszeit, dann hat er wohl nicht ganz genau hingeguckt. Wir haben Revisionen gemacht und dabei Dinge nicht so vorgefunden, wie wir sie vorfinden müssen“, sagte Tönnies.

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Schalker Pressekonferenz zur Magath-Entlassung

Der FC Schalke 04 hat sich erwartungsgemäß von Trainer und Manager Felix Magath getrennt. Dies ist der Beschluss einer Aufsichtsratssitzung am Mittwochmorgen. Es folgte eine Pressekonferenz mit S04-Boss Clemens Tönnies.
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Schalke hatte den 57 Jahren alten Fußball-Lehrer im Sommer 2009 verpflichtet, um den Klub nach über 50 Jahren wieder zu einer deutschen Meisterschaft zu führen. Der als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied engagierte Magath veränderte die Mannschaft radikal, kaufte und verkaufte zu hohen Preisen.

Zumindest der Erfolg konnte sich sehen lassen: Platz zwei nach der ersten Saison und der damit verbundene Einzug in die Champions League. In dieser Spielzeit stehen die Schalker sogar als einziger deutscher Vertreter im Viertelfinale der Königsklasse. Dazu schaffte der Club den Einzug ins Pokalfinale gegen den Zweitligisten MSV Duisburg. Die Fans waren hin- und hergerissen. Proteste gegen den Trainer und Zuspruch hielten sich die Waage. Bei den Spielern soll die Wertschätzung gegenüber Magath zuletzt nicht mehr allzu groß gewesen sein. Vor allem die Art der Kommunikation zwischen Trainer und Profis, aber auch zwischen Trainer und Vereinsangestellten wurde immer wieder angeprangert.

„Der Mannschaftsrat hat mich vor einiger Zeit mit der Bitte kontaktiert, mit dem Trainer über den Umgang mit den Spielern zu sprechen“, meinte Tönnies, „danach habe ich eindringlich mit Magath geredet, dass es auf Schalke so nicht gehen würde und man die Menschen mitnehmen müsse“.  

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