Neuer-Wechsel: Heldt lässt die Muskeln spielen

Transferpoker

Die Erleichterung steht ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Als Manuel Neuer nach der 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern den für den Schalker Kapitän längst gewohnten Interview-Marathon absolviert, wirkt der 25-Jährige so gelöst und glücklich, als habe sein Klub die Pfälzer zuvor vom Platz geschossen.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski und Norbert Neubaum

, 26.04.2011, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Poker um Manuel Neuer ist eröffnet.

Der Poker um Manuel Neuer ist eröffnet.

Doch diese innere Zufriedenheit ist natürlich nicht den Ereignissen auf dem Platz, sondern dem Verhalten der Schalker Fans auf den Rängen geschuldet. Das Publikum empfängt Neuer nämlich überwiegend freundlich im ersten Spiel, nachdem er seinen Abschied von den Königsblauen verkündet und damit die meisten Fans bitter enttäuscht hat. Das weiß der tief in der Fanszene verwurzelte Neuer natürlich genau. „Ich hatte vorher ein mulmiges Gefühl. Doch die Fans haben mich super unterstützt“, freut sich der Nationaltorhüter, der diesmal nicht wie sonst üblich als erster Schalker zum Aufwärmen das Spielfeld betritt. „Der Trainer hatte die Idee, dass wir diesmal alle gemeinsam rausgehen, um den Zusammenhalt zu symbolisieren“, erklärt der Torhüter. Die Rechnung geht auf. Pfiffe bleiben die Ausnahme. Neuer: „Ich kann mich nur bedanken. Es hätte auch ganz anders laufen können.“

Auch Manager Horst Heldt ist froh über das Verhalten der Schalker Fans. „Im Stadion war eine Super-Atmosphäre.“ Obwohl die Partie allenfalls Bundesliga-Durchschnitt bietet. Vor allem deshalb, weil Trainer Ralf Rangnick entgegen seiner Ankündigung gleich fünf Stammspieler schont. „Wenn wir die hier hätten spielen lassen, hätten wir gegen Manchester keine Chance“, begründet der 52-Jährige seine Maßnahme mit Blick auf die heutige Champions-League-Partie gegen Manchester. Die Spekulationen um die sportliche Zukunft Neuers werden jedoch nicht abreißen. Horst Heldt lässt in dieser Personalie die Muskeln spielen: „Es ist eine Überlegung, den weltbesten Torwart noch ein Jahr im Team zu halten. Ich weiß nicht, was daran verrückt ist, Manu bis 2012 zu halten. Er dürfte uns locker zehn Punkte gerettet haben. Wer glaubt, dass schon alles entschieden ist, unterschätzt Schalke. Bayern ist der größte, aber Schalke ist der zweitgrößte Verein. Das Thema ist längst noch nicht durch.“

Dass die Königsblauen aus finanziellen Gründen gezwungen sind, Neuer in diesem Jahr zu verkaufen, verneint Heldt: „Schalke steht im Halbfinale der Champions League. Das ist nicht nur ein großer sportlicher, sondern auch wirtschaftlicher Erfolg. Schalke 04 muss erst einmal gar nichts.“ Heldt zeigte sich vor allem von der „Selbstverständlichkeit genervt“, mit der das Thema öffentlich besprochen wird. „Mich interessiert nicht, was zwischen Bayern und Manuel gelaufen ist, ob es da eine Vereinbarung gibt. Wir haben einen bestehenden Vertrag. Daran sollte man sich halten.“ Ob das die Bayern beeindrucken wird?

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