Peter Perchtold: „Wir sind beide fußballverrückt“

Königsblauer Co-Trainer

Als im Frühjahr bekannt wurde, dass Schalke den damals erst 31-jährigen Domenico Tedesco als Cheftrainer verpflichten würde, rechnete man allgemein damit, dass der Verein ihm einen älteren und erfahrenen Co-Trainer an die Seite stellen würde. In der Tat ist Tedescos Co-Trainer Peter Perchtold älter. Ziemlich genau ein Jahr älter als Tedesco.

Gelsenkirchen

, 10.11.2017, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Co-Trainer Peter Perchtold (l) unterhält sich während des Spiels mit Schalkes Trainer Domenico Tedesco und gibt dabei Anweisungen.

Schalkes Co-Trainer Peter Perchtold (l) unterhält sich während des Spiels mit Schalkes Trainer Domenico Tedesco und gibt dabei Anweisungen. © dpa

Ein so junges Trainerteam hatte Schalke noch nie. Zum Vergleich: Bayern-Trainer Jupp Heynckes ist mit seinen 72 Jahren älter als Tedesco und Perchtold zusammen. Ein Problem sei das aber nie gewesen, sagt Perchtold. „Es geht immer um die Art und Weise des Auftretens“, so der Co-Trainer. „Wir haben einen guten Umgang mit den Spielern, und da ist der nötige Respekt von vorneherein gegeben.“ Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben: Langsam, aber sicher hat sich Schalke in die vorderen Tabellenränge vorgepirscht, aktuell stehen die Königsblauen auf Platz vier, punktgleich mit dem BVB, der allerdings das bessere Torverhältnis hat. „Es läuft gut“, sagt Peter Perchtold lakonisch.

Schon vorher mit Profi-Erfahrung

Anders als Domenico Tedesco, dessen einzige Profistation ein halbes Jahr Erzgebirge Aue war, wusste Perchtold auch schon vor der Saison, wie es sich auf der Trainerbank eines Bundesligisten anfühlt: Von 2015 bis 2017 war der gebürtige Nürnberger Co-Trainer unter Martin Schmidt bei Mainz 05. Vor seiner Trainerlaufbahn war Perchtold Profi gewesen, unter anderem beim VfB Stuttgart und beim 1. FC Nürnberg.

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Tedesco selbst, so erzählt Perchtold, habe sich ihn als Co-Trainer gewünscht. „Zwischen uns gab es von Anfang an eine gemeinsame Basis“, sagt er. „Wir sind beide im positiven Sinne fußballverrückt.“ Das bedeute auch lange Arbeitstage, berichtet Perchtold. Aber auch das Zwischenmenschliche stimme. „Es macht einfach Spaß, mit ihm zusammenzuarbeiten“, so der 33-Jährige über seinen Chef, „außerdem kann man sich mit ihm auch über andere Dinge als über Fußball unterhalten.“ Im Trainerteam ist Perchtold unter anderem für die Nachbereitung der Spiele zuständig.

„Domenico ist tonangebend“

„Domenico ist tonangebend in der Vorbereitung auf ein Spiel - ich beschäftige mich dann im Anschluss mit unserem Videoanalysten Lars Gerling mit der Aufbereitung der Partie.“ Drei bis viermal in der Woche werden auch die Spieler zum Videostudium vor den Bildschirm gebeten. „Das muss man aber dosiert einsetzen, damit darf man die Profis nicht überreizen.“ Eine interessante Antwort gibt Peter Perchtold übrigens auf die Frage, wer denn sein Vorbild als Trainer sei. „Der, der mit am meisten gegeben hat, war vermutlich ein unbekannter Trainer in der U6 oder U7, der mir die ersten Schritte im Fußball beigebracht hat“, sagt der 33-Jährige und lächelt.

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