Ralf Rangnick schreibt Inter trotz 5:2 nicht ab

Champions League

"Wunder gibt es immer wieder", heißt es im Schlager, doch der Text gibt keine Auskunft darüber, in welchen Zeitabständen diese Wunder auftreten. Dabei stellt sich die Frage: Gibt es in der Champions League nach dem "Wunder von Mailand" am Mittwochabend (20.45 Uhr/Sat.1) das "Wunder von Schalke"?

GELSENKIRCHEN

von Von Matthias Heselmann

, 12.04.2011, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mach's noch einmal, Hans! Im Hinspiel ließen die Schalker, hier Hans Sarpei (r.) im Duell mit Samuel Eto'o, Inter keine Chance. Klappt das erneut, steht dem ersten Halbfinal-Einzug der Königsblauen in der Champions League nichts mehr im Wege.

Mach's noch einmal, Hans! Im Hinspiel ließen die Schalker, hier Hans Sarpei (r.) im Duell mit Samuel Eto'o, Inter keine Chance. Klappt das erneut, steht dem ersten Halbfinal-Einzug der Königsblauen in der Champions League nichts mehr im Wege.

Schalke-Trainer Ralf Rangnick gab sich Dienstag alle Mühe, die Favoritenrolle weit von sich zu weisen. „Vor dem Spiel am vergangenen Dienstag war Inter der haushohe Favorit, und daran hat sich auch jetzt nichts geändert“, so der Coach, der das Bild von zwei Hälften bemühte: „Im Grund steht es zur Pause zwischen Schalke und Inter 5:2. Das Spiel haben wir aber noch nicht gewonnen.“ Wichtig sei es, dass die Mannschaft genauso engagiert in die Partie gehe wie vor einer Woche in Mailand. Genauso vorsichtig äußerte sich auch Joel Matip. „Bei der Qualität, die in der Mannschaft von Inter steckt, muss man auf alles gefasst sein“, warnte der Defensiv-Allrounder, dem der Trainerwechsel von Magath zu Rangnick sichtlich gut getan hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Matip auch Mittwoch Abend in der Anfangsformation steht, ist hoch. „Ich sehe keinen Grund, eine erfolgreiche Mannschaft zu verändern“, ließ sich Rangnick ein wenig in die Karten blicken.

Bei den zuletzt angeschlagenen Christoph Metzelder und Angelos Charisteas entscheide sich kurzfristig, ob sie eingesetzt werden könnten. Ansonsten steht der Trainer nur vor der Aufgabe, Ersatz für Jefferson Farfan zu finden. Der Peruaner hatte im Hinspiel die fünfte gelbe Karte im laufenden Wettbewerb gesehen und ist gesperrt – wer für ihn auf rechts wirbeln soll, ließ Rangnick offen. Ein Kandidat ist Julian Draxler, der im Hinspiel kurz vor Schluss eingewechselt wurde. „Bei Julian hätte ich keine Bedenken“, so Rangnick, der dem 17-Jährigen ein so wichtiges Spiel durchaus zutraut. „Allerdings gibt es noch andere Möglichkeiten“, wollte sich der Coach nicht festlegen. Die Ausgangslage ist auf jeden Fall klar: Sollte Mailand nicht mit vier Toren Unterschied gewinnen (von der unwahrscheinlichen Möglichkeit eines 3:6 abgesehen), könnte Schalke zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in ein Champions-League-Halbfinale einziehen. Und nach oben, sprich in Richtung Endspiel, sind in dieser verrückten Saison sowieso keine Grenzen gesetzt. Wer weiß: Vielleicht gibt es ja am Ende sogar das „Wunder von Wembley“.

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