Mit dem Heimspiel gegen Augsburg beginnt für den FC Schalke 04 eine Englische Woche mit vorentscheidendem Charakter. Hier lesen Sie, was Trainer David Wagner von seiner Elf erwartet.

Gelsenkirchen

, 22.05.2020, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise relativieren Bundesliga-Trainer die Bedeutung der nächsten Aufgabe, wenn sie danach gefragt werden. Meistens lautet die Botschaft an die Adresse der Medienvertreter: Jedes Spiel sei wichtig. Doch beim FC Schalke 04 ist vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg (Sonntag 13.30 Uhr, live auf DAZN) von dieser Gewohnheit nichts mehr zu hören.

Wie sollte es auch anders sein, nach acht Bundesligapartien in Folge ohne Sieg, nach einem Torverhältnis von 4:19 in der Rückrunde und nach dem Abrutschen auf den achten Tabellenplatz? In einer virtuellen Medienrunde am Freitag sprach David Wagner Klartext. Der Schalker Trainer erzählte von einer „Woche der Vorentscheidung“, die seine Mannschaft mit den Partien gegen Augsburg, in Düsseldorf und gegen Bremen vor der Brust habe. „Es ist in dieser Situation für uns wahnsinnig wichtig, ein gutes Spiel zu machen“, so der 48-Jährige, der nach der Derby-Klatsche sehr enttäuscht vom Auftritt gewesen ist.


Harit und Todibo fallen aus


Seinen Spielern soll es nicht anders ergangen sein, so der Eindruck von Wagner, der mit den Ausfällen von Jean-Clair Todibo (Knöchelverletzung) und Amine Harit (Bänderdehnung im Knie) gezwungen ist, seine Mannschaft auf mindestens zwei Positionen zu verändern. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß, dass es mehr Wechsel geben dürfte. Zu enttäuschend war der Schalker Auftritt beim Erzrivalen. Alle Mannschaftsteile konnten nicht überzeugen. Das begann beim jungen Torhüter Markus Schubert, der auch gegen Augsburg im Tor stehen wird und endete in harmlosen Angriffsbemühungen. Dass Schalke im Jahr 2020 auswärts noch ohne Torerfolg ist, spricht für sich.

„Wir müssen galliger und kompakter verteidigen und vorne mehr Durchschlagskraft entwickeln“, fordert Wagner von seiner Mannschaft, die im ersten Geister-Heimspiel ihrer Bundesligageschichte auch noch auf die Unterstützung ihrer Fans verzichten muss, was der Coach als Nachteil bewertet. „Wir leben von dieser Emotionalität im Stadion, das fehlt uns. Nichtsdestotrotz gilt es, diesen Nachteil anzunehmen“, sagte Wagner.

Schneider will eine Reaktion sehen


Das entspricht auch der Meinung von Schalke-Boss Clemens Tönnies, der unmittelbar nach dem Derby sehr deutlich wurde: „Jetzt sind der Trainer und die Truppe gefragt. Fertig!“ Sportvorstand Jochen Schneider hatte bereits Anfang der Woche im Gespräch mit dieser Zeitung betont, was er jetzt erwartet: „Die Mannschaft muss nach der sehr enttäuschenden Leistung in Dortmund eine Reaktion zeigen.“ Gelingt das nicht, dürfte es mit der Ruhe auf Schalke vorbei sein.



Wagner zeigte Verständnis für die Kritik, die nach der Derby-Pleite lauter geworden ist. Seine Aufgabe sei es jetzt, „meinen Spielern weiter Vertrauen zu geben. Das ist der Schlüssel, damit wir erfolgreicher Fußball spielen“. Eine gute Personalnachricht gibt es immerhin, denn Ozan Kabak gehört nach seiner Verletzung wieder zum Kader. Ob er jedoch nach der langen Zwangspause sofort zum Einsatz kommt, ist offen.

Noch nie zu Hause gegen Augsburg verloren


Rein statistisch betrachtet sollte sich Schalke eigentlich keine Sorgen machen müssen. Von 17 Bundesligaspielen gegen den FC Augsburg ging nur eines verloren. Die Heimbilanz gegen die Fuggerstädter weist sechs Siege und zwei Unentschieden auf. Doch solche Zahlenspielereien könnten am Sonntag Makulatur sein, wenn sich die Schalker Spieler nicht erheblich steigern.

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