Der Schalker Aufschwung in dieser Saison hat viele Namen. Es gibt aber auch eine Reihe von Verlierern. Dazu gehören u.a. diese fünf Spieler.

Gelsenkirchen

, 11.10.2019, 17:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Woche für Woche hatte Trainer David Wagner zuletzt knifflige Personalentscheidungen zu fällen, denn weil es zurzeit keine lange Verletztenliste in seinem Kader gibt, hat der 47-Jährige große Auswahl. Das führte dazu, dass selbst langjährige Stammspieler für sie ungewohnte Bankplätze einnehmen mussten oder nur in der zweiten Schalker Mannschaften in der Regionalliga Spielpraxis sammeln konnten. Dazu gehörte auch folgendes Quintett.



Matija Nastasic: Der Innenverteidiger, seit Jahren auf Schalke in der Defensive eine feste Größe, sitzt nun schon einige Wochen nur auf der Ersatzbank, weil Wagner im Abwehrzentrum dem Duo Benjamin Stambouli und Salif Sané vertraut. Weil beide sehr gut harmonieren, gibt es für Wagner keinen Grund, in diesem wichtigen Mannschaftsteil etwas zu verändern.



Verzicht auf Länderspiele



Zum Leidwesen von Matija Nastasic, der jedoch eine bemerkenswerte Reaktion zeigte. Der Serbe verzichtete freiwillig auf Länderspieleinsätze, sondern blieb beim Training in Gelsenkirchen. „Matija wäre eingeladen gewesen, aber er will bei uns trainieren und sich bei uns beweisen. Er verhält sich sehr professionell“, lobte Lizenzspiel-Koordinator Sascha Riether den 26-Jährigen und ergänzte: „Ich glaube, er weiß die Situation einzuschätzen. Wir wissen ja, dass er ein wichtiger Spieler ist.“ Wann Matija Nastasic dies jedoch wieder einmal auf dem Platz beweisen darf, ist die große Frage, die noch offen ist.



Daniel Caligiuri: Der Außenbahnspieler kommt zwar bisher auf wesentlich mehr Einsatzzeiten als Nastasic, aber seine Position ist längst nicht mehr so unumstritten wie in der Vergangenheit. Noch in der letzten Spielzeit gehörte Caligiuri zu den wenigen Schalker Spielern, dessen Leistungen zufriedenstellen konnten.



Gesunkener Stellenwert

Doch jetzt hat sich etwas verändert. Dass der Deutsch-Italiener zum Beispiel gegen den 1. FC Köln schon nach 61 Minuten ausgewechselt wurde, hat ihm gar nicht gefallen. Es scheint so, als stünde Caligiuri in diesen Wochen unter besonderer Beobachtung der sportlichen Leitung, denn sein Vertrag läuft bekanntlich am Saisonende aus. „Wir erleben noch nicht den Caligiuri der letzten Saison“, deutete Riether zuletzt an, dass der 31-Jährige mit seinen Leistungen auf dem Platz noch Luft nach oben hat.



Mark Uth: Beim Schalker 5:1-Erfolg in Paderborn war die Fußballwelt von Mark Uth wieder in Ordnung. Er zeigte nach langer Verletzungspause, dass er die Verstärkung für die Offensive sein könnte, die Schalke gesucht hat. Doch mittlerweile ist wieder etwas Ernüchterung eingekehrt, weil der 28-Jährige im Heimspiel gegen den 1. FC Köln schon zur Halbzeit ausgewechselt wurde und eine schwache Leistung zeigte. Offenbar hat ihn die lange Zwangspause doch deutlich weiter zurückgeworfen.



Hinzu kommt, dass Uth in der Offensive mit starker Konkurrenz zu kämpfen hat. Auf der Mittelstürmerposition genießt Guido Burgstaller bei Trainer David Wagner großes Vertrauen, während im zentralen offensiven Mittelfeld Amine Harit bisher herausragende Leistungen gezeigt hat.



Stevens als Förderer



Nassim Boujellab: Interimstrainer Huub Stevens hielt große Stücke auf den Youngster, der bis zum Frühjahr nur Insidern bekannt war. Stevens gewährte dem Deutsch-Marokkaner regelmäßig Einsätze und machte sich dafür stark, dass Boujellab einen Profivertrag erhielt. doch mittlerweile ist der Mittelfeldspieler ein bisschen in der sportlichen Versenkung verschwunden.



Das hängt wesentlich mit seiner Jochbeinverletzung zusammen, die der -Jährige unmittelbar vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal erlitt und ihn zu vier Wochen Zwangspause nötigte. „Das war bitter für mich und hat mich gefrustet. Aber jetzt schaue ich nach vorn und warte auf meine Chance“, sagte Boujellab im Gespräch mit dieser Zeitung. Dass er genügend Talent besitzt, um in der Bundesliga bestehen zu können, hat er in seinen bisher sieben Bundesliga-Einsätzen bisher bewiesen.



Kabak hat Rückstand aufgeholt


Ozan Kabak: Auch Schalkes Königstransfer in dieser Saison gehört zu den Verlierern des Aufschwungs. Jedoch nicht, weil er enttäuschende Leistungen gezeigt hat, sondern weil ihn eine Fußverletzung einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat. Deshalb musste sich der türkische U21-Nationalspieler mühsam herankämpfen. Zu einem Startelfeinsatz hat es noch nicht gereicht, auch weil Stambouli und Sané in der Innenverteidigung bisher überzeugten.

Jetzt ist Kabak zwar wieder fit, aber er muss auf seine Einsatzchance warten. Trainer Wagner lobte zuletzt seinen Neuzugang: „Er ist voll auf der Höhe und wäre jederzeit bereit. Er stellt sich dem Konkurrenzkampf, der auf einem ganz hohen Niveau stattfindet.“ Mit welchem Ausgang, wird die Zukunft zeigen.

Lesen Sie jetzt