Warum Schalke in finanziellen Schwierigkeiten steckt, hat viele Gründe. Die Corona-Krise war zwar der Auslöser, doch wurde auch viel Geld „verbrannt“. Wir beleuchten diese Defizite.

Gelsenkirchen

, 19.04.2020, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heute geht es um die ausgeliehenen Spieler. Sollten Nabil Bentaleb, Jonas Carls, Ralf Fährmann, Pablo Insua, Hamza Mendyl, Sebastian Rudy, Steven Skrzybski, Cedric Teuchert, und Mark Uth allesamt zum FC Schalke 04 zurückkehren, hätten die Königsblauen zusätzliche Gehaltskosten zwischen geschätzten 12 bis 15 Millionen Euro zu stemmen. Von den genannten Spielern ist bisher nur die Rückkehr von Torwart Ralf Fährmann fix, der unbedingt das Comeback bei seinem Herzensklub schaffen will.



Doch was wird vor allem aus den Großverdienern Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy und Mark Uth? Schalke befindet sich in einer alles anderen als guten Verhandlungsposition, weil die Lage des Vereins selbst nach Einschätzung der Entscheidungsträger als existenzbedrohend bewertet wird, je länger nicht gespielt werden kann.


Gesunkene Marktwerte




Nicht nur wegen der Corona-Krise, sondern auch aufgrund schwacher Leistungen ist der Marktwert vieler Spieler, die Schalke ausgeliehen hat, gesunken. Gravierendes Beispiel ist Nabil Bentaleb: Für den Algerier zahlten die Königsblauen eine Ablösesumme von fast 20 Millionen Euro von Tottenham Hotspur, doch mittlerweile ist sein Marktwert laut Transfermarkt.de auf vier Millionen Euro gefallen.


Selbst wenn es Schneider also gelingen sollte, den zurzeit an Newcastle United ausgeliehenen Mittelfeldspieler fest zu transferieren, wird das für den Bundesligisten ein gewaltiges Minusgeschäft.


Was wird aus Sebastian Rudy?




Ähnlich sieht es bei Sebastian Rudy aus, für den Schalke im Sommer 2018 nicht weniger als 16 Millionen Euro an den FC Bayern München überwies. Doch Rudy wurde weder Führungs- noch Stammspieler auf Schalke, sondern wurde nach nur einer enttäuschenden Saison zur TSG 1899 Hoffenheim ausgeliehen.



Hier zeigte er zwar ordentliche Leistungen, doch laut einem Kicker-Bericht wollen die Kraichgauer ihre Kaufoption (angeblich sieben Millionen Euro) nicht ziehen. Das wäre ein Nackenschlag für Schalke, weil auch Rudy im Falle seiner Rückkehr zu den Großverdienern (rund vier Millionen Euro pro Jahr) gehört. Aber vielleicht ist hier das letzte Wort noch nicht gesprochen, weil TSG-Coach Alfred Schreuder sich intern vehement für den Verbleib von Rudy einsetzt. Oder aber Schalke müsste die vereinbarte Kaufoption senken, was das Verlustgeschäft beim Nationalspieler noch größer werden ließe.


Eine gute Nachricht



Finanzielle Abstriche müssten die Blau-Weißen auch bei Mark Uth machen, sollte es zu einer Einigung mit dem 1. FC Köln kommen. Dort ist der Stürmer zwar sportlich aufgeblüht, aber die Kaufoption von angeblich rund zehn Millionen Euro ist für die Kölner nicht zu stemmen. Ob Schalke den Kölnern entgegenkommt? Auf Sportvorstand Jochen Schneider warten viele schwierige Verhandlungswochen.


Immerhin gibt es für Schalke eine gute Nachricht: Nach Bild-Informationen soll die Rate des TV-Senders „Sky“ zeitnah überwiesen werden, auch ohne dass die Spiele stattgefunden haben. Für Schalke wären das ca. 15 Millionen Euro – die würden zumindest kurzfristig helfen.