Schalke 04 entlässt seine ärmsten Mitarbeiter

Schalke 04

Schon vor dem Anpfiff gegen Bayer Leverkusen sorgt der FC Schalke 04 für Aufregung. Entlassungen beim Fahrdienst für die Jugendmannschaften sorgen für einen Sturm der Entrüstung.

Gelsenkirchen

, 14.06.2020, 16:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der „Kumpel- und Malocherklub“ Schalke 04 hat zurzeit eine Außendarstellung, die jeder Beschreibung spottet.

Der „Kumpel- und Malocherklub“ Schalke 04 hat zurzeit eine Außendarstellung, die jeder Beschreibung spottet. © dpa

Der FC Schalke 04 entwickelt zurzeit ein bemerkenswertes Talent, nicht nur die eigenen Fans vor den Kopf zu stoßen, sondern in ganz Fußballdeutschland für Unverständnis zu sorgen. Erst vor Kurzem war der Verein in die Schlagzeilen geraten, weil der Klub bei der Rückerstattung von Tickets aufgrund der Geisterspiele von den Fans einen Härtefallantrag verlangte.


Sie sollten gegenüber dem hoch verschuldeten Bundesligisten ihre finanzielle Notlage offenlegen. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus, Schalke entschuldigte sich, aber einen Lernprozess löste dies nicht aus. Im Gegenteil, der jüngste Fall, über den die WAZ zuerst berichtete, brachte dem selbst ernannten „Kumpel- und Malocherklub“ noch mehr Hohn, Spott und wütende Kritik ein.

Es geht um die Entscheidung des Vereins, 24 Angestellte des Fahrdienstes der Jugendakademie zu entlassen. Betroffen sind auch Rentner und Schwerbehinderte, die über 400- oder 450-Euro-Verträge beschäftigt wurden. Ein externer Dienstleister soll übernehmen. Die Betriebsratsvorsitzende Martina Lenz nennt die Kündigungen „sozial verantwortungslos“.

Betriebsrat ist entsetzt

Schalke erklärte, die betroffenen Mitarbeiter seien Anfang Mai in persönlichen Gesprächen von der Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden. Der Verein sei „bemüht, für die betroffenen Mitarbeiter individuelle Lösungen im Verein oder seinen Gesellschaften zu finden und hat dies teilweise bereits erreichen können.“

Doch der offenbar dramatische Sparzwang betrifft nicht nur den Fahrdienst. In der Basketball-Abteilung werden 700.000 Euro eingespart, sodass dort wohl nur noch breitensportliche Aktivitäten möglich sind. Seit dem 1. April hat Schalke zudem in allen seinen übrigen Abteilungen die Trainer- und Übungsleiterpauschale gestrichen. Auch die Ehrenamtler bekommen zurzeit nicht einen Cent. Der Verein begründet dies damit, dass wegen der Corona-Pandemie ja der Trainingsbetrieb ruhe.

Doch die Streichung scheint einmal mehr deutlich zu machen, dass ehrenamtliche Arbeit für den FC Schalke 04 wenig bedeutet. Zur Klarstellung: Die Ehrenamtspauschale beträgt 60 Euro im Monat.

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