Schalke gegen Bayern: Zwei Torhüter im Blickpunkt

Schalke 04

Wenn Schalke am Samstag die Bayern empfängt, stehen auch zwei Torhüter im Blickpunkt: Auf der einen Seite Schalkes U21-Nationaltorhüter Alexander Nübel, auf der anderen Seite Manuel Neuer.

Gelsenkirchen

, 23.08.2019, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke gegen Bayern: Zwei Torhüter im Blickpunkt

Zwei starke Torhüter: Manuel Neuer (l.) und Alexander Nübel. © dpa

Alexander Nübel schimpfte wie ein Rohrspatz und schlug mehrfach verärgert mit der Hand auf den Rasen. Frust pur herrschte am Donnerstagabend beim Schalker Torhüter. Seine Mannschaft war bei einer Vorgabe von Co-Trainer Frank Fröhling der Verlierer, so dass jeder aus dem Nübel-Team um eine Serie von Liegestützen nicht herumkam. Zum Ärger von Nübel, dessen Ehrgeiz auch in jeder Trainingseinheit sehr ausgeprägt ist.


Diese Eigenschaft verbindet ihn mit Manuel Neuer, dem Bayern-Schlussmann und früheren Ur-Schalker, der am Samstag (18.30 Uhr, Sky) mal wieder in der Veltins-Arena aufschlägt, wo der 33-Jährige eine makellose Erfolgsbilanz verteidigen will. Denn seit seinem Wechsel zum Deutschen Rekordmeister hat Neuer gegen seinen früheren Herzenklub noch nie in einem Pflichtspiel verloren.


Erstes Aufeinandertreffen

Erstmals treffen diese beiden Torhüter in einem Bundesligaspiel aufeinander. Beim letzten Duell, dem 3:1-Sieg der Bayern im Februar in München, war Nübel zwar schon die neue Schalker Nummer eins, fehlte aber wegen einer Roten Karte im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Diese wurde ihm übrigens von Schiedsrichter Marco Fritz gezeigt, mit dem es am Samstag ein Wiedersehen gibt, weil dieser das Heimspiel gegen die Bayern leitet.


Der heutige Vergleich hat deshalb besondere Brisanz, weil Nübel seit Monaten als potenzieller Neuzugang der Münchner gilt, dem zugetraut wird, langfristig die Nachfolge von Manuel Neuer anzutreten. Diese Spekulationen hat Schalkes Nummer eins ein Stück weit selbst befeuert, weil er sich beharrlich weigert, seine Zukunftspläne zu enthüllen.


Nicht ohne Risiko


Zunächst hieß es von Schalker Seite, Nübel solle ich bis zum Trainingsstart erklären. Dann wurde dieses „Ultimatum“ aber wieder fallengelassen. Denn der Spieler sitzt am längeren Hebel, weil sein Vertrag noch ein Jahr läuft. Er kann also in aller Ruhe abwarten, wie sich seine und Schalkes Lage entwickelt.

Trotzdem ist diese Hängepartie für beide Seiten nicht ohne Risiko. Denn sollte Nübel nicht an seine starken Leistungen in der Vorsaison anknüpfen, wäre schnell der Verdacht formuliert, dass er mit seinen Gedanken schon bei einem anderen Verein ist.


Doch der gebürtige Paderborner beteuert, dass er einfach noch Zeit für seine Entscheidung brauche. Anfang der Woche machte er allerdings eine unglückliche Figur. Als ihm sein Handschuhausrüster wegen seines Wechsels zu einer anderen Firma „mangelnde Sozialkompetenz“ vorwarf, musste sein Berater ihm zur Seite springen. Nübel selbst blieb stumm.


Kabak braucht noch Zeit


Heute wird er jedoch eine Hauptrolle spielen, denn gegen die Bayern erwartet ihn sicherlich ein Spiel, in dem er über Mangel an Beschäftigung nicht klagen dürfte. „Unser Torwart wird sicherlich eine herausragende Leistung brauchen“, glaubt David Wagner, damit Schalke eine Chance hat.


In personeller Hinsicht sind bei den Gastgebern keine großen Veränderungen zu erwarten. „Es war ein ordentlicher Auftritt in Gladbach, auch wenn wir noch viel Verbesserungsbedarf sehen“, sagte Wagner. Alessandro Schöpf und Mark Uth sollen am Wochenende nach ihrer langen Ausfallzeit in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln, während Steven Skrzybski wegen Oberschenkelproblemen wie schon in Mönchengladbach nicht zur Verfügung stehen wird. Noch kein Kandidat für den Kader ist Neuzugang Ozan Kabak, der noch etwas Trainingsrückstand aufzuholen hat.

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