Jochen Schneider hat sich als neuer Schalker Sportvorstand vorgestellt. Wir bewerten seinen ersten öffentlichen Auftritt bei den Königsblauen.

Gelsenkirchen

, 05.03.2019, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Wer geglaubt hatte, Jochen Schneider würde bei seiner Vorstellung als neuer Sportvorstand des FC Schalke 04 eine Art „Regierungserklärung“ abgeben, wie er den Verein in Zukunft aufstellen will, sah sich getäuscht. Der neue Mann auf der sportlichen Führungsebene machte sofort klar, was für ihn jetzt zählt: Das nächste Bundesligaspiel am Freitag in Bremen.


Dies ist ohne Zweifel der richtige Ansatz. Denn was nützen Visionen für die nächsten Jahre, wenn Schalke mehr und mehr in den Abstiegskampf verwickelt wird? Die Mannschaft präsentierte sich zuletzt in einem solch erbarmungswürdigen Zustand, dass man nichts mehr ausschließen kann. Deshalb stellt Schneider alle Strukturfragen erst einmal zurück. Er hat zwar vor, Schalke breiter aufzustellen. Deshalb sollen noch ein Sportdirektor und ein technischer Direktor bei den Königsblauen hinzukommen, aber diese Personalien haben für den neuen Sportvorstand keine Priorität.

Trendwende soll in Bremen erfolgen

Erst einmal geht es darum, Schalke sportlich zu stabilisieren. Dabei machte Schneider keinen Hehl daraus, wie sehr er Trainer Domenico Tedesco schätzt. Gleichzeitig vermied er jedoch ein Treuebekenntnis zu dem jungen Coach, was ebenfalls nachvollziehbar ist.


Denn bei allen menschlichen Qualitäten, die Tedesco offenbar auszeichnen und Clemens Tönnies auch gestern wieder zu einer Lobeshymne veranlassten („Ich habe in meiner langen Zeit auf Schalke noch nie so einen akribischen Arbeiter gesehen, der so loyal ist und steht wie eine Eins“), muss sich auch der 33-Jährige einzig und allein am sportlichen Erfolg messen lassen. Bleibt der weiter aus und rutschen die Königsblauen noch tiefer in die Abstiegsregion, ist Tedesco nicht mehr zu halten.


Dies wird er wissen und wird ihm vermutlich auch Schneider gesagt haben. Der neue Sportvorstand ließ bei seiner Präsentation keinen Zweifel daran, dass er den Ernst der Lage erkannt hat. Ob das auch für das kickende Personal gilt, wird sich am Freitag zeigen.

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