Schalke plant Ausleihe von Michael Gregoritsch

Schalke 04

Torwart Alexander Nübel wird den FC Schalke 04 am Saisonende verlassen. Diese Entscheidung verärgert die Vereinsführung. Ein Neuzugang in der Winterpause steht bereits so gut wie fest.

Gelsenkirchen

, 22.12.2019, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hier jubelt Michael Gregoritsch noch über ein Tor für den FC Augsburg. Bald will er für Schalke 04 treffen.

Hier jubelt Michael Gregoritsch noch über ein Tor für den FC Augsburg. Bald will er für Schalke 04 treffen. © dpa

Kaum hatte sich der FC Schalke 04 mit einem 2:2 (1:0) gegen den SC Freiburg in die Winterpause verabschiedet, da sorgte der nächste Abschied für reichlich Gesprächsstoff. Wie der FC Schalke 04 auf der Vereinshomepage die Nachricht verkündete, dass Torwart Alexander Nübel den Klub am Saisonende ablösefrei verlassen wird, ließ jedoch tief blicken.


Während es in der Bundesliga üblich ist, Ärger zu bagatellisieren und Konflikte schönzureden, ließ die Wortwahl von Sportvorstand Jochen Schneider keinen Interpretationsspielraum. Die Schalker Vereinsführung ist sauer auf Nübel, weil dieser seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.


„Verstehen müssen wir seine Entscheidung nicht“




Schneider: „Nach allen Gesprächen, die wir in den letzten Monaten mit Alexander Nübel und seinem Berater geführt haben, sind wir über seinen Entschluss nicht sehr überrascht und respektieren diesen selbstverständlich. Verstehen müssen wir seine Entscheidung indes nicht“.

Übersetzt heißt dies, dass Schneider schon lange vor der öffentlichen Erklärung des Vereins den Glauben an eine Vertragsverlängerung von Nübel verloren hatte. Welche Gründe der Torwart für seine Entscheidung anführte, bleibt im Dunkeln. „Ich will da nicht in die Tiefe gehen“, sagte Schneider im Gespräch mit dieser Zeitung. und auch das Management von Alexander Nübel ließ eine Anfrage dieser Zeitung unbeantwortet.


Muss Nübel auf die Ersatzbank?


Ob Nübel in der Rückrunde noch für die Königsblauen zum Einsatz kommen wird, darf man wohl mit einem Fragezeichen versehen. Vor allem dann, wenn sich die Meldungen mehrerer Medien bewahrheiten sollten, dass Nübel längst mit dem FC Bayern München über einen Fünfjahres-Vertrag einig sein soll. Wie Schalkes Fans in solchen Fällen reagieren, hat Manuel Neuer nach seinem Wechsel zum FC Bayern bei jeder Rückkehr in die Veltins-Arena erfahren.


In der Rückschau hat sich die Entscheidung, Nübel zum Mannschaftskapitän zu machen und ihn damit noch mehr zu hofieren, als Fehler erwiesen. Schon nach dem 1:1 in Wolfsburg war der Rückhalt für den Schlussmann zerbrochen. Denn Trainer David Wagner hatte nicht mehr kategorisch ausgeschlossen, dass Nübel nach Ablauf seiner Rot-Sperre auf der Bank bleiben muss, wenn sein Vertreter Markus Schubert gute Leistungen zeigt.


Schubert bei Elfmetern machtlos


Dieser hat sich bisher ordentlich präsentiert. Bei den zwei Elfmetertoren der Freiburger von Nils Petersen (54.) und Vincenzo Grifo (67.) war er machtlos. Suat Serdar (27.) hatte die Königsblauen mit seinem sechsten Saisontor in Führung gebracht, ehe Ahmed Kutucu (80.) erneut seine Jokerqualitäten unter Beweis stellte und zum Ausgleich traf, was Schalke mit 30 Punkten eine genauso gute Hinrunde bescherte wie in der Vizemeister-Saison 2017/18.

Damit Schalke bis zum Schluss im Kampf um die internationalen Plätze mitspielen kann, steht eine Verstärkung bereits fest. Nach Informationen dieser Zeitung stimmt die Bild-Meldung, dass Michael Gregoritsch vom FC Augsburg für die Rückrunde auf Leihbasis ohne Kaufoption ausgeliehen werden soll. Der Österreicher wurde nach einem Interview, in dem er Kritik an der Vereinsführung geübt hatte, von der Augsburger Vereinsführung suspendiert. Der 25-Jährige soll das Schalker Angriffsspiel beleben, wo nur Benito Raman regelmäßig getroffen hat.

Doch zunächst heißt es für die Schalker Profis bis zum 3. Januar – einen Tag länger als geplant – auszuspannen. Trainer David Wagner: „Das haben sich die Jungs verdient.“

Lesen Sie jetzt