„Schalke sollte positiv denken. Aber Rabbi Matondo ist noch der große, junge Unbekannte“

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RN-Gastkolumnist Klaus Fischer freut sich über in der Rückrunde bislang offensiver denkende und spielende Schalker. Und hofft bei einem der beiden Neuzugänge auf den Mpenza-Effekt.

von Klaus Fischer

Gelsenkirchen

, 01.02.2019, 14:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade mal zwei Spiele der Rückrunde sind absolviert, und die Schalker Verletztenliste ist schon wieder um drei Namen erweitert worden. Wobei ich eines an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen möchte: Es ist eine absolute Frechheit, dass der Berliner Spieler Karim Rekik für sein rüdes Foul an Alessandro Schöpf nicht vom Platz gestellt wurde!


Rückrunden-Start war ordentlich

Jammern nutzt aber nichts – Schalke sollte positiv denken, alles andere hilft nicht weiter. Der Start in die Rückrunde war ja sehr ordentlich – nicht nur wegen der vier Punkte aus zwei Spielen, sondern weil die Mannschaft ab der zweiten Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg endlich mutiger und konsequenter nach vorne gedacht und gespielt hat.

In Berlin hat sie das dann fortgesetzt, so dass man tatsächlich an eine Wende glauben konnte. Umso ärgerlicher natürlich, dass die Mannschaft, die nun drauf und dran war, sich „einzuspielen“, durch die Verletzungen von Schöpf, Benjamin Stambouli und Steven Skrzybski vorerst „gesprengt“ worden ist.

Auch Mpenza stand auf keinem Zettel

Zu dem spektakulären Neuzugang von Manchester City kann ich so gut wie nichts sagen. Grund: Ich kenne Rabbi Matondo nicht, muss ich ehrlich sagen. Aber das muss ja nichts heißen. Emile Mpenza hatte vor seiner Verpflichtung auch niemand auf dem Zettel, und von ihm schwärmen Schalkes Fans noch heute...

Bleiben wir also beim positiven Denken: Wenn Matondo wirklich so schnell ist wie berichtet wird, kann er dem Schalker Spiel ja eigentlich nur gut tun. Und wer nun mit dem Argument zweifelt, dass City einen Spieler nicht abgeben würde, wenn der wirklich so gut wäre, der sollte auch als Schalker mal nach Dortmund gucken:

Der BVB macht es doch seit einiger Zeit vor, wie aus jungen Talenten anderer Klubs entweder Verstärkungen für die eigenen Reihen oder zumindest teure Verkäufe werden können. Vielleicht hat Schalke mit Matondo ja auch Glück. Aktuell ist er allerdings noch der große und junge Unbekannte.

Abstieg nein, Europa wird schwer

Was für Schalke in dieser Saison noch drin ist, lässt sich unter diesen Umständen schwer vorhersagen. Ich bin mir allerdings ganz sicher, dass Schalke mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird – dazu ist mir die Mannschaft dann doch insgesamt zu stabil, außerdem holen die Teams ganz unten so wenige Punkte, dass da aus Schalker Sicht nichts mehr anbrennen wird.

Doch noch den Sprung in die Europa League zu schaffen wird aber schwierig. Sechs Punkte Rückstand auf Platz 6 sind zwar nicht die Welt, aber es steht ja auch noch eine Reihe an Mannschaften dazwischen. Außerdem hat Schalke mit Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München in der Bundesliga nun echte Hochkaräter als Gegner. Aber wir wollen ja positiv denken...

Klaus Fischer (69) ist mit 182 Tore in 295 Bundesliga-Spielen Schalkes erfolgreichster Torschütze aller Zeiten. Für die RN nimmt unser Gastkolumnist die Königsblauen regelmäßig unter die Lupe.

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