Schalke-Spieler Serdar stützt Mannschaftskameraden Kabak

Schalke 04

Suat Serdar war am Mittwochvormittag bei den Schalker Anhängern beim Training ein ganz besonders begehrtes Selfie-Motiv.

Gelsenkirchen

, 16.10.2019, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Spieler Serdar stützt Mannschaftskameraden Kabak

Im Dialog: Bundestrainer Joachim Löw mit Suat Serdar. © dpa

Kein Wunder, denn der Mittelfeldakteur darf sich nun auch A-Nationalspieler nennen. Mit seinem Debüt beim Länderspiel gegen Argentinien in Dortmund habe er nicht gerechnet, gab Serdar zu. „Auf der Ersatzbank war ich schon ein bisschen nervös, aber als ich ins Spiel kommen durfte, hat es sich gelegt“, so der 22-Jährige.



Stolz und dankbar sei er für die Erfahrungen, die er bei der Nationalmannschaft gemacht habe. Sogar eine kurze Rede hat der immer noch ziemlich schüchtern wirkende Serdar bei der Nationalmannschaft gehalten. „Da habe mich bei der gesamten Mannschaft bedankt, dass ich so gut aufgenommen wurde“, verriet der Mittelfeldspieler.


Nur loser Kontakt



So schön die vergangene Woche für ihn auch war, so gibt es auch ernste Themen. Beispielsweise hatte der türkische Fußball-Verband Kritik an seiner Entscheidung geübt, künftig für Deutschland zu spielen. Serdar betonte, er habe niemanden verletzen wollen.


„Aber ich habe seit der U16 immer für Deutschland gespielt. Als Jogi angerufen hat, habe ich mich dann kurz mit meiner Familie besprochen und entschieden, hinzufahren,“ erläuterte Serdar. Mit dem türkischen Verband habe es lediglich „losen Kontakt“ gegeben.

Konzentration auf die Bundesliga


Ob er sich Hoffnungen auf weitere Einsätze in der A-Nationalmannschaft mache? Hier gab sich Serdar bescheiden. Es gebe für ihn jetzt erst einmal darum, sich ganz auf den FC Schalke 04 zu konzentrieren.



Klar Stellung bezog Serdar nach den Diskussionen über die Militär-Salute von türkischen Nationalspielern, an denen auch der Schalker Ozan Kabak beteiligt gewesen sein soll. „Wir sind alle gegen Krieg, auch Ozan“, betonte der Mittelfeldspieler und ergänzte: „Ich glaube, er hat zwar bei der Geste mitgemacht, aber ich kenne ihn schon eine Weile. Auch unsere Mannschaft weiß, dass er gegen Krieg ist.“ Schalke hat angekündigt, dass man intern mit Kabak über dieses Thema noch einmal sprechen wolle. Die Europäische Fußball-Union setzte am Mittwoch einen „Ethik- und Disziplinar-Inspektor“ zur Untersuchung der Vorfälle ein.


Positiven Impuls nutzen



Serdar will nun den positiven Impuls, den die für ihn unerwarteten Spiele im Nationalteam ausgelöst haben, nun auch bei Schalke 04 fortsetzen. Vor allem in der Offensive hat sich Serdar in dieser Saison schon enorm verbessert. Drei Bundesligatore nach nur sieben Spieltagen, dies gelang ihm noch nie.

„Ich schalte mich mehr in die Offensive ein, stehe häufig richtig und treffe die Bälle dann auch gut, sodass sie reingehen. Ich wollte torgefährlicher werden – und ich bin froh, dass es so gut klappt,“ freut sich der 22-Jährige.



Fast wäre Serdar übrigens nicht beim FC Schalke 04 gelandet, sondern bei 1899 Hoffenheim, dem nächsten Gegner der Königsblauen am Sonntag (18 Uhr). „Es gab Gespräche mit Julian Nagelsmann“, gab Serdar am Mittwoch erstmals öffentlich zu. Aber dann grätschte Schalke dazwischen. Vor allem in Person des damaligen Trainers Domenico Tedesco. Dies gab letztlich den Ausschlag, dass Suat Serdar von Mainz zu Schalke wechselte. Hier scheint der Neu-Nationalspieler in seinem zweiten Jahr sportlich endgültig angekommen zu sein.

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