Wenn Schalke 04 am Samstag in Mainz spielt, schaut Tim Hoogland ganz genau hin. Denn beide Vereine kennt der 35-Jährige sehr genau.

Gelsenkirchen

, 04.11.2020, 18:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Schalker Knappenschmiede erlernte der gebürtige Marler das fußballerische Einmaleins für seine spätere Profi-Karriere, die auch drei Jahre bei Mainz 05 beinhaltete. „Ich habe den Mainzern unheimlich viel zu verdanken. Dass ich dort auch zum Kapitän bestimmt wurde, hat mich damals sehr gefreut und mir auf meinem weiteren Weg als Profi viel gegeben“, schwärmt der heute 35-Jährige im Rückblick auf seine Zeit in der Karnevalshochburg.

Aber die Daumen drückt Hoogland am Samstag im richtungweisenden Bundesligaspiel den Königsblauen. „Das wird hoffentlich jeder verstehen. Wer im Pott geboren ist und für Schalke gespielt hat, ist hier fest verwurzelt. Einmal Schalker, immer Schalker. Dieser Spruch trifft auf mich zu“, erzählt Hoogland im Gespräch mit dieser Zeitung voller Begeisterung.

Sieben Wochen auf Schalke verbracht

Deshalb hat es ihn sehr gefreut, dass er sieben Wochen auf Schalke im königsblauen Nachwuchsbereich hospitieren durfte. Ende der Woche läuft diese Zeit ab, und Hoogland macht keinen Hehl daraus, wie sehr er die vergangenen knapp zwei Monate genossen hat.

„Ich habe von der U11 bis U23 alle Stationen durchlaufen. Zuletzt war ich im Scouting-Bereich tätig. Es war sehr beeindruckend für mich zu sehen, wie sich Schalke entwickelt hat. Ich war längere Zeit nicht mehr hier. Manchmal hatte ich ein bisschen Bammel, dass ich mich auf dem neuen Trainingsgelände mit den vielen Fußballplätzen verlaufe“, schildert Hoogland mit einem Lächeln.

Traum geht in Erfüllung

Auch das vergangenen Jahr verlief aufregend für den Marler. Denn er spielte in Australien für Melbourne Victory. „Damit ist ein großer Traum für mich in Erfüllung gegangen. Mein Ziel war immer, die Karriere in den USA oder in Australien ausklingen zu lassen. Für mich und meine Familie war es ein unfassbar schönes Jahr, in dem wir viele neue Erfahrungen und Werte sammeln konnten“, so der frühere Schalker Bundesligaprofi.

Wegen der Corona-Pandemie musste das Australien-Abenteuer von der Familie Hoogland jedoch abrupt beendet werden. Mitte Juli kehrten die Hooglands nach Deutschland zurück.

Wiedersehen mit Elgert

Noch ist aber definitiv nicht beschlossen, ob der Defensivspezialist seine Fußballschuhe wirklich an den Nagel hängt. „Wenn ein Angebot kommen sollte, bin ich gesprächsbereit. Aber mit 35 Jahren muss ich auch daran denken, was danach kommt“ betont Hoogland.

Die sieben Wochen haben ihn jedoch darin bestärkt, dem Fußball treu zu bleiben. Besonders das Wiedersehen mit A-Jugendtrainer Norbert Elgert hat Hoogland sehr gefreut. Aber auch alle anderen Trainer und Bereiche, in denen er hineinschnuppern durfte, haben ihm viel Spaß gemacht.

Schwierige Monate für beide Klubs

Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider war für Hoogland auch ein geschätzter und nicht unbekannter Gesprächspartner, denn beide kennen sich aus Hooglands Stuttgarter Zeit, als Schalke ihn in der Saison 2012/13 ins Schwabenland ausgeliehen hatte.

Natürlich hofft der Bundesliga-Profi, dass Schalke und Mainz möglichst schnell die Abstiegsregion verlassen können. „Aber es werden für beide Vereine schwierige Monate. Die Unterbrechung der vergangenen Saison wegen der Corona-Pandemie hat Schalke nicht gut getan. Nach meiner Einschätzung würde ein dreckiger Sieg jetzt enorm helfen“, glaubt Hoogland.

Noch viel Luift nach oben

Schalke-Trainer Manuel Baum war nach dem Pokalerfolg gegen Schweinfurt alles andere als zufrieden. „Ich muss das erst mal sacken lassen“, sagte der 41-Jährige. Vor allem in spielerischer Hinsicht hat seine Mannschaft noch viel Luft nach oben.

Tim Hoogland wird am Samstag ganz genau hinschauen, wie die Entwicklung von Schalke und Mainz weiter geht.

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