Schalke sucht den blau-weißen Kehl

Schalke 04

Der neue Schalker Sportvorstand ist mit Jochen Schneider gefunden. Jetzt geht es darum, mindestens noch einen Sportdirektor zu gewinnen.

Gelsenkirchen

, 27.02.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke sucht den blau-weißen Kehl

Könnte schon bald für die Profi-Abteilung arbeiten: Gerald Asamoah. © dpa

Mit Jonas Boldt klappt es wohl wegen seiner vertraglicher Lage in Leverkusen nicht. Diese Personalie gilt es für Schneider ebenso schnell zu lösen, wie die Frage, ob man das Modell, Ex-Profis in die Management-Ebene einzubinden, ebenfalls verfolgen soll.


Diese Maßnahme beinhaltet, wie beim BVB mit Sebastian Kehl und in Leverkusen mit Simon Rolfes, die Installation eines Ex-Profis mit „Stallgeruch“, für den neben Sportvorstand und Kaderplaner die Position des „Technischen Direktors“ in Frage käme – als Bindeglied zwischen Vorstand und Mannschaft.

Mike Büskens ist sehr beliebt

Auf der Suche nach dem blau-weißen Kehl gibt es einige Kandidaten:

Mike Büskens (50): Der Schalke-Repräsentant ist als „Eurofighter“ bei den Fans extrem gut gelitten. Seine letzte Trainer-Station war 2016 Rapid Wien. Büskens wohnt nach wie vor in Gelsenkirchen, war und ist auf Schalke sehr präsent und leidet unter der sportlichen Lage. Notfalls könnte er sogar wieder einmal als Interims-Trainer aushelfen...


Gerald Asamoah (40): Mehr Publikumsliebling als „Asa“ geht eigentlich nicht. Als Schalke in der Arena gegen Asamoahs damaligen Verein Spvgg. Greuther Fürth spielte, gab es Pfiffe für die Königsblauen und Beifall für Asamoah. Als Manager der U 23 steht Gerald Asamoah bereits in der zweiten Manager-Reihe. Der 43-fache Nationalspieler positionierte sich im „Kicker“, in dem er sich in einer Kolumne für einen Verbleib von S04-Trainer Domenico Tedesco aussprach und die Körpersprache der Schalker Spieler („Zum Teil erschreckend“) kritisierte. Asamoah gilt als Favorit für den neuen Posten, wenn sich die Führungsspitze für dieses Modell entschließt.

Olaf Thon hat Legenden-Status


Christoph Metzelder (38): Der Sky-Experte galt 2010 als „Vater“ des Raul-Transfers, gilt als sehr eloquent und war sogar hin und wieder als Sportdirektor in der öffentlichen Diskussion. Allerdings hat Metzelder im Gespräch mit unserer Zeitung jeden Kontakt mit Schalke in dieser Angelegenheit dementiert. Mit Sebastian Kehl ist Metzelder übrigens gut befreundet. Und: Von Haltern aus wäre es für ihn nach Schalke quasi ein Katzensprung.


Olaf Thon (52): Weltmeister, UEFA-Cup-Sieger – der Kapitän der „Eurofighter“ braucht sich um seinen Legenden-Status auf Schalke prinzipiell keine Sorgen zu machen. Aber man weiß ja nie: Ob Thon seinen guten Ruf riskieren würde, um als Technischer Direktor plötzlich zwischen die Fronten der Tages-Aktualität zu geraten?

Erik Stoffelshaus ist Außenseiter

Manager-Qualitäten hat Olaf Thon auf Schalke mit großem Engagement bewiesen: Die Traditionsmannschaft, für die er verantwortlich ist, steht auf der Beliebtheits-Skala im Verein weit über der Profi-Elf. Stand heute jedenfalls...

Jens Lehmann (49): Auch seine Rückkehr war immer mal ein Thema. Jetzt wäre doch vielleicht der geeignete Zeitpunkt – wenn Lehmann nicht als Co-Trainer in Augsburg angeheuert hätte, wo er nun genug um die Ohren hat.

Erik Stoffelshaus (48): Hat den Schalker „Stallgeruch“ nicht als Spieler, aber auf vielen Funktionärs-Ebenen verinnerlicht – u. a. als Assistent von Ex-Manager Andreas Müller. Zog dann in die große, weite Welt hinaus und sich Ende 2018 als Sportdirektor von Lokomotive Moskau zurück. Wäre also „frei“ – aber wohl eher ein Kandidat für die Ebene oberhalb des Technischen Direktors.