Schalke-Trainer Grammozis: „Nach dem 3:0 war die Messe gelesen“

Schalke 04

Wieder einmal eine peinliche Vorstellung des FC Schalke 04: In Wolfsburg gingen die Königsblauen mit 0:5 unter. Für viele Diskussionen sorgt die Personalie Ralf Rangnick.

Wolfsburg/Gelsenkirchen

, 13.03.2021, 18:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wieder einmal enttäuscht: Schalkes Abwehrspieler Malick Thiaw.

Wieder einmal enttäuscht: Schalkes Abwehrspieler Malick Thiaw. © dpa

Schalkes Trainer Dimitrios Grammozis bilanzierte: „Nach dem 3:0 war die Messe gelesen. Dass wir zwei weitere Gegentore kassiert haben, ist bitter. Aber es waren in diesem Spiel auch ein paar gute Dinge von uns dabei.“

Aus taktischen Gründen hatte Grammozis Geburtsagskind Matthew Hoppe (ist seit heute „20“) zunächst auf die Bank beordert. Benito Raman und Amine Harit standen in der vordersten Schalker Front, was vor allem bedeutete, dass sie im Prinzip die erste Verteidigungslinie der Gäste bildeten. Das Duo ilef die Wolfsburger sehr früh an, hinderte den VfL so am Spielaufbau. Eine Vorgehensweise, die tatsächlich Wirkung zeigte, denn im Spiel nach vorn lief bei der Mannschaft von VfL-Trainer Oliver Glasner nicht viel zusammen. Bei Schalke allerdings auch nicht. Konkreter formuliert: Gar nichts.

Zunächst kaum Höhepunkte

So blieb die erste Hälfte arm an Höhepunkten, abgesehen von einem Wolfsburger Abseitstor in der 15. Minute. Und dem 1:0 für den VfL in der 32. Minute, für das die Redensart „Wie ein Blitz aus heiterem Himmel“ hätte erfunden werden können. Denn der Tabellendritte war nun zwar deutlich spielüberlegen, konnte sich aber wegen der Konsequenz im Schalker Defensivverhalten keine größeren Torchancen herausspielen.

Für die sorgte dann Shkodran Mustafi. Schalkes Abwehrchef beförderte einen an sich harmlosen Ball per Kopf ins eigene Tor (32.), vorbei am völlig verdutzten S04-Keeper Fredrik Rönnow, der in dieser Situation nicht auf der Position war, auf der Mustafi ihn wohl erwartet hatte. Hilfreicher wäre es gewesen, hätte Mustafi den Ball einem alten, ungeschriebenen Fußball-Gesetz folgend neben und nicht aufs Tor geköpft. Grammozis: „Musti ist erfahren genug, um damit umzugehen“.

Mit einem Eigentor, einem 0:1-Rückstand und hängenden Köpfen ging es für Schalke in die Kabine. Aus der kamen Rönnow und Co. zunächst mit frischem Mut, der aber schon nach wenigen Minuten zu einem Furcht erregenden Leistungseinbruch führte. Denn in der 51. Minute sorgte ein Pass genau zwischen Mustafi und Thiaw für Panik in der königsblauen Abwehr und bei Wout Weghorst für ein Glücksgefühl: Dem gelang nämlich das 2:0 und damit die Vorentscheidung.

Schwaches Zweikampfverhalten

Was folgte, war ein Rückfall in die erste Saisonphase: Schalke fiel auseinander. Die Tore durch Ridle Baku nach einem unfassbaren Ballverlust von Mustafi zum 3:0 (59.) und Josip Brekalo zum 4:0 (64.) nach einer schönen Kombination waren Ausdruck purer Schalker Hilfslosigkeit. Ähnlich wie beim 5:0 durch Maximilian Philipp in der 80. Minute, bei dem das Schalker Zweikampfverhalten jeder Beschreibung spottete. Schalke gab einen einzigen Schuss aufs Wolfsburger Tor ab: VfL-Keeper Koen Casteels parierte in der 61. Minute den Schuss von William.

Schalkes Defensive, die für Trainer Grammozis nach dem Mainz-Spiel noch der Anker der Hoffnung war, lag nun in Trümmern, am Ende konnten die Gäste, bei denen der eingewechselte 19-jährige Norweger Mikail Maden sein Profi-Debüt feierte, über das Ergebnis noch froh sein. Die Abschiedstournee durch die Bundesliga geht am Samstagabend weiter mit dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

Fans wollen Rangnick

Bis dahin wird aber zumindest die Personalie Ralf Rangnick noch für jede Menge Diskussionen sorgten. Nachdem der Aufsichtsrat, der offenbar den Leipziger Markus Krösche als neuen Sportvorstand favorisiert, sich mit seinem Ja-Wort zu Rangnick noch ziert, ist Schalkes ehemaliger Trainer bei vielen Fans hoch im Kurs. Bei einer entsprechenden Online-Petition hatten sich bis zum Samstag Nachmittag bereits über 12.000 Personen für Rangnick als neuen Sportvorstand ausgesprochen.

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