Schalke-Trainer Huub Stevens: „Aufgeben ist das Allerletzte!“

Schalke 04

Nichts war es mit Huub, Huub, Hurra: Auch Jahrhundert-Trainer Huub Stevens konnte dieser Schalker Mannschaft kein neues Leben einhauchen. Das Schlusslicht verlor gegen Bielefeld mit 0:1.

Gelsenkirchen

, 19.12.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Enttäuschung pur: Benito Raman (l.) und Malick Thiaw.

Enttäuschung pur: Benito Raman (l.) und Malick Thiaw. © dpa

„Bielefeld hat besser verteidigt“, sagte Stevens, der auf die Frage, was Schalke angesichts von sechs Punkten Rückstand und dem schlechteren Torverhältnis auf den Relegationsplatz noch Hoffnung mache: „Aufgeben ist das Allerletzte! Wir werden kämpfen“.

Das hörte sich jedoch wie eine Durchhalteparole an. Ähnlich äußerte sich Sascha Riether. „Im Fußball ist alles möglich, man hat schon alles erlebt, das ist unsere Hoffnung. Wir müssen uns nach dem Pokalspiel am Dienstag sortieren. Wir werden voller Mut und Kraft wieder angreifen,“ so der Teammanager.

Cordova trifft die Latte

In der Veltins-Arena trafen die beiden Bundesliga-Mannschaften aufeinander, die sich im bisherigen Saisonverlauf die wenigsten Chancen aller 18 Teams erspielt haben. Ein Fußball-Feuerwerk war, auch angesichts der Tabellensituation beider Mannschaften, nicht zu erwarten.

Tatsächlich hatte die Partie in der ersten Hälfte auch genau das Niveau, das den Keller-Aufenthalt sowohl von Schalke als auch von Bielefeld bestätigte. Hatte Schalke nach vorn eigentlich gar nichts zu bieten, hatte der Aufsteiger zumindest zwei gute Chancen: Einen Schuss von Gebauer über das Tor (19.) und die größte, als Cordova den Ball an die Latte knallte (44.).

Fast ein Bielefelder Eigentor

Zumindest das Glück schien unter Huub Stevens also wieder zurückgekehrt zu sein. Stevens hatte überraschend Hamza Mendyl in der Startelf aufgeboten, der vorher ohnehin angeschlagene Kapitän Omar Mascarell musste dagegen nach 15 Minuten verletz ausgewechselt werden. Amine Harit saß nur auf der Bank.

Schalke startete furios in die zweite Hälfte. Einen Schuss von Boujellab ließ Armnia-Keeper Ortega nach vorne abprallen, danach hätten die Bieefelder den Ball fast noch ins eigene Tor gestolpert - so ein Treffer hätte irgendwie zum Spiel gepasst.

Abstiegskampf pur

Dann waren die Gäste wieder am Zug, und diesmal schlugen sie zu: Flanke de Medina, Kopfball Klos: Richtig überraschend kam das 0:1 in der 53. Minute nicht. Stevens reagierte, nahm Boujellab aus dem Spiel und brachte in der Hoffnung auf irgendeinen spielerischen Impuls Amine Harit.

Aber die dünne spielerische Linie ging nun völlig flöten: Die Partie entwickelte sich immer mehr zum Abstiegskampf im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Fouls, darunter auch böse, Fehlpässe, viele Unterbrechungen und zwei Trainer, die nun stehend von der Außenlinie versuchten, Einfluss zu nehmen. Allen voran Huub Stevens - der 67-Jährige war sozusagen in „alter Frische“. Protestierte gegen Schiedsrichter-Entscheidungen, lamentierte, grantelte - alles zusammen war das aber wohl der Ausdruck der Fassungslosigkeit über die schwache Leistung seiner Mannschaft.

Weihnachten als Schlusslicht

Stevens wechselte erneut, brachte mit Skrzybski und Kutucu zwei neue Offensiv-Spieler. Doch wieder besserte sich nichts, das wilde Gekicke setzte sich fort. Bielefeld versäumte es in dieser Phase, bei einigen guten Kontergelegenheiten das zweite Tor zu erzielen.

So etwas kann sich im Fußball rächen: Ab der 80. Minute drängte Schalke noch einmal mit dem Mut der Verzweiflung auf den Ausgleich. Kutucus Chance aus guter Position wurde abgeblockt, und das war es dann auch: Schlusslicht Schalke verlor das vierte Heimspiel in Folge, alle zu Null übrigens. Saisonübergreifend sind die Königsblauen nun seit 29 Bundesliga-Partien ohne Sieg.

Schalke verbringt Weihnachten als Tabellenletzter. Die Mission von Huub Stevens soll dann schon wieder beendet sein. Er soll - Stand jetzt -nur noch beim Pokalspiel am Dienstag gegen Ulm auf der Bank sitzen. Das bestätigte Stevens zwischen den Zeilen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Bielefeld.

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