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Zur neuen Saison tritt David Wagner sein Amt auf Schalke an. Wir blicken zurück und schauen, was aus seinen Vorgängern geworden ist. Allzu viel Erfolg war den meisten nicht vergönnt.

Gelsenkirchen

, 24.05.2019 / Lesedauer: 4 min

„Tausend Trainer schon verschlissen, Spieler kommen, Spieler geh‘n“ heißt es in einem populären Schalker Fangesang, und tatsächlich: Seit der ersten Amtszeit von Huub Stevens (1996 bis 2002) hat sich kein Übungsleiter länger als zwei Jahre halten können.

Doch wie ist es diesen Trainern nach ihrer Zeit auf Schalke ergangen? Wir schauen nach – und verraten nicht zu viel, wenn wir sagen, dass die große Karriere nach der Zeit auf Schalke kaum einem vergönnt war. Dabei werden keine Trainer mitgezählt, deren Engagement von vorneherein nur als Übergang geplant war – und wir beginnen im Jahr 2002.

Frank Neubarth (2002-2003): Frank wer? Der Ex-Bremer hatte die undankbare Aufgabe, in die Fußstapfen von Huub Stevens treten zu müssen. Sie erwiesen sich als zu groß: Schon im März 2003 wurde Neubarth von Manager Rudi Assauer entlassen. In der Bundesliga trainierte er danach nie wieder, seine weiteren Trainerstationen hießen Holstein Kiel, Carl Zeiss Jena, SC Borgfeld und VfB Oldenburg.

Schalke und der Schleudersitz: „Tausend Trainer schon verschlissen“

Nach Schalke nie wieder in der Bundesliga: Frank Neubarth. © dpa

Jupp Heynckes (2003-2004): „Don Jupp“ war schon eine Trainerlegende, bevor er bei Schalke anheuerte, 1998 hatte er mit Real Madrid die Champions League gewonnen. Zu Schalke passte er anscheinend nicht: Nach einer durchwachsenen ersten Saison und einem schlechten Saisonstart wurde er im September 2004 entlassen. Die Champions League gewann er dennoch ein zweites Mal: 2013 mit den Bayern.

Ralf Rangnick (2004-2005/ März bis September 2011): 2005 wurde er mit Schalke Vizemeister, doch schon wenige Monate später war für Rangnick Schluss. Seiner Karriere tat das aber keinen Abbruch: Rangnick marschierte mit Hoffenheim von der dritten in die erste Liga durch, seit seinem zweiten Engagement auf Schalke, das er wegen eine Burnout-Erkrankung beenden musste, ist er überaus erfolgreich bei RB Leipzig tätig.

Mirko Slomka (2006-2008): Trotz der Vizemeisterschaft 2007 war für ihn im April 2008 Schluss – und näher kam er der Tabellenspitze nie wieder. Nach weiteren Stationen bei Hannover 96, dem HSV und dem Karlsruher SC hängte Slomka 2017 die Trainerkarriere vorerst an den Nagel. Mittlerweile ist er als TV-Experte bei verschiedenen Sendern im Einsatz.

Schalke und der Schleudersitz: „Tausend Trainer schon verschlissen“

Kein Erfolg nach seiner Schalke-Zeit: Fred Rutten. © dpa

Fred Rutten (2008-2009): Schon nach weniger als einem Jahr war für den Niederländer auf Schalke Schluss. Danach versuchte Rutten es unter anderem bei PSV Eindhoven, Vitesse Arnheim und Feyenoord Rotterdam, bevor es ihn nach Dubai und Israel zog. Bei Eindhoven blieb er immerhin drei Jahre, ansonsten waren seine Engagements eher kurzfristig. So wie bei RSC Anderlecht: Dort wurde im Januar 2019 verpflichtet und musste bereits im April wieder gehen.

Felix Magath (2009-2011): Er feiert mit Schalke die Vizemeisterschaft und wurde im März seiner zweiten Saison entlassen – genau wie Domenico Tedesco. Danach zeigte die Kurve für den ehemaligen Erfolgstrainer nach unten: Sein zweites Engagement in Wolfsburg endete nach 18 Monaten, mit dem englischen Verein FC Fulham stieg Magath ab und verpasste den Wiederaufstieg. Zuletzt trainierte er von 2016 bis 2017 den chinesischen Verein Shandong Luneng Taishan, seitdem ist er als TV-Experte tätig.

Schalke und der Schleudersitz: „Tausend Trainer schon verschlissen“

Im ersten Jahr Vizemeister, im zweiten Jahr das Aus im März: Gemeint ist nicht Domenico Tedesco, sondern Felix Magath. © dpa

Jens Keller (2012-2014): Keller stand auf Schalke von Anfang an in der Kritik, im Oktober 2014 musste auch er gehen. Seitdem hat er keinen Bundesligaverein mehr trainiert. Mit Union Berlin verpasste Keller 2017 knapp den Aufstieg ins Oberhaus und wurde im Dezember desselben Jahres entlassen. Von Dezember 2018 bis April 2019 trainierte er den FC Ingolstadt, musste aber auch dort wegen Erfolglosigkeit gehen – Ingolstadt landete am Ende auf einem Relegationsplatz.

Schalke und der Schleudersitz: „Tausend Trainer schon verschlissen“

Nach Schalke kam die zweite Liga: Jens Keller. © dpa

Roberto Di Matteo (2014-2015): Der Italo-Schweizer kam als Champions-League-Gewinner (mit Chelsea) und ging als großes Missverständnis. Auch er hat seit dieser Zeit nicht groß auf sich aufmerksam gemacht: Die einzige Trainerstation nach Schalke war ein viermonatiges Intermezzo bei Aston Villa (England) von Juni bis Oktober 2016.

André Breitenreiter (2015-2016): Er durfte immerhin eine ganze Saison zu Ende spielen. Als 2016 Christian Heidel das Manager-Amt übernahm, entließ er als erstes den Trainer – obwohl Breitenreiter die Königsblauen zumindest in die Europa League geführt hatte. Nach einem knappen Jahr Pause heuerte Breitenreiter im März 2017 bei Hannover 96 an, wo er im Januar 2019 wieder entlassen wurde. Den Abstieg der Niedersachsen konnte diese Maßnahme allerdings auch nicht verhindern.

Markus Weinzierl (2016-2017): Auch der Ex-Augsburger erwies sich als Fehlgriff und musste nach einer Saison weichen. Seine weitere Karriere war bislang nicht von Erfolg gekrönt: Im Oktober 2018 übernahm er beim abstiegsbedrohten VfB Stuttgart den Trainerposten von Tayfun Korkut, musste aber schon Ende April wieder gehen und wurde durch Nico Willig ersetzt.

Domenico Tedesco (2017-2019): Für ihn war Schalke die zweite Profistation seiner Karriere, im März dieses Jahres musste er gehen. Es gab Stimmen, die dafür waren, ihn zur neuen Saison zurückzuholen – daraus wurde bekanntlich nichts. Zuletzt absolvierte Tedesco ein Praktikum bei Juventus Turin – sein Name dürfte mit Sicherheit auf den Notizzetteln einiger Bundesligamanager stehen.