Schalke und die Absturzgefahr

Schalke 04

Nach dem dritten Bundesligaspiel in Folge ohne Sieg droht Schalke in der Bundesliga die Absturzgefahr. Doch nach dem 1:1 gegen Paderborn verteidigte Trainer David Wagner seine Mannschaft.

Gelsenkirchen

, 09.02.2020, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke und die Absturzgefahr

Wollte nicht mehr hinsehen: Amine Harit. © dpa

Der 48-Jährige verwies auf die schwierige personelle Situation. „Das ist momentan eine sehr, sehr schwierige Phase. Aber wir werden Lösungen finden“, so der Schalker Coach. Wagner befürchtet jedoch, dass sich an der angespannten Personallage auch in den nächsten Wochen nichts ändern wird. Gegen Paderborn fehlten neben den Langzeitverletzten Benjamin Stambouli, Salif Sané und Daniel Caligiuri auch weiterhin Jonjoe Kenny und Suat Serdar sowie Torhüter Markus Schubert.


Das hatte zur Folge, dass Abwehrspieler Timo Becker sein Bundesliga-Debüt in der Schalker Startelf feiern durfte und seine Arbeit auch solide verrichtete, ehe er in der 81. Minute einmal nicht aufpasste und prompt dem eingewechselten Klaus Gjasula der alles in allem verdiente Paderborner Ausgleich gelang.


Kabak droht Zwangspause



Zu diesem Zeitpunkt saß Ozan Kabak längst traurig auf der Schalker Auswechselbank. Denn nach 37 Minuten musste der Schalker Abwehrchef bereits verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Eine MRT-Untersuchung soll am Montag durchgeführt werden. Kabak verspürte ein Ziehen im Oberschenkel. „Ob etwas gerissen ist, weiß ich nicht“, so der Abwehrspieler.



Ein weiterer Ausfall droht also. Doch Schalke würde es sich zu einfach machen, wenn man das magere Remis gegen die Ostwestfalen nur mit der Personalsituation begründen würde. Dass das Eckballverhältnis nach einer knappen halben Stunde 5:1 für den Tabellenletzten lautete, ließ tief blicken. Bezeichnend war eine Spielsituation Mitte der ersten Halbzeit, als Torhüter Alexander Nübel mangels Anspielstationen nicht wusste, wohin mit dem Ball.

Die Gastgeber hatten im ersten Durchgang im Grunde nur eine Möglichkeit durch einen abgefälschten Schuss von Weston McKennie, den Paderborns Schlussmann Leopold Zingerle jedoch reaktionsschnell abwehren konnte.




Mehr Schwung durch Kutucu


Ansonsten agierte Schalke ideenlos und hatte in einigen Situationen sogar Glück, dass Paderborn nicht in Führung ging. „Uns hat in der ersten Halbzeit die Zielstrebigkeit gefehlt. Das war nicht gut“, kritisierte Wagner, der mit seinen Auswechslungen das richtige Zeichen setzte.


Erst nach dem Seitenwechsel agierte Schalke mit mehr Schwung, und der eingewechselte Ahmed Kutucu bewies wieder einmal seine Jokerqualitäten mit seinem Führungstreffer. Doch wegen des Paderborner Ausgleichs hielt sich seine Freude hinterher in Grenzen. „Es muss unser Anspruch sein, gegen solch einen Gegner zu gewinnen“, sprach der Stürmer Klartext. Und auch Alessandro Schöpf nahm kein Blatt vor den Mund: „Wir haben uns ein bisschen doof angestellt. Uns hat nach den 120 Pokalminuten vom Mittwoch die Spitzigkeit gefehlt“.




Erst drei Englische Wochen



Dass die Gastgeber müde waren, ist jedoch nur bedingt nachzuvollziehen. Denn es war in dieser Saison ja erst die dritte Englische Woche, die für die Königsblauen auf dem Programm stand. Die erste fand Ende Oktober wegen des DFB-Pokals statt, die zweite Mitte Dezember in der Bundesliga und nun wieder durch den DFB-Pokal. Schalke hat schließlich den Anspruch, regelmäßig international zu spielen. Dazu gehören halt auch dauerhaft Spiele unter der Woche.


Sollten sich die Blau-Weißen in der nächsten Saison für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren, warten andere Belastungen auf Mascarell und Co. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen die S04-Spieler bessere Leistungen abliefern als gegen Paderborn. Solche Auftritte reichen nicht aus, um auf die internationale Fußballbühne zurückzukehren.

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