Schalkes Torhüter sorgten in dieser Saison schon für jede Menge Schlagzeilen. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Die Gründe dafür sind vielschichtig.

Gelsenkirchen

, 11.02.2020, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Wechsel von Alexander Nübel zum FC Bayern München werden in der nächsten Spielzeit die Karten im Schalker Tor neu gemischt. Die Nachfolgefrage ist keineswegs geklärt, sondern völlig offen.


Markus Schubert hat zwar Nübel ordentlich vertreten, als dieser wegen seiner Sperre für vier Spiele pausieren musste, aber restlos überzeugen konnte der 21-Jährige nicht. In Wolfsburg und in München sah Schubert bei insgesamt drei Gegentoren schlecht aus. Das kann einem so jungen Schlussmann mit so wenig Bundesliga-Erfahrung durchaus passieren und sollte nicht überbewertet werden. Auch ein Manuel Neuer war in seiner ersten Profisaison für die Königsblauen nicht fehlerfrei.


Ralf Fährmann ist nur Reservist



Allerdings stellt sich die Frage, ob die sportliche Leitung Schubert zutraut, sich mittelfristig zu einem gestandenen Bundesliga-Torhüter zu entwickeln. Vor allem in der Strafraumbeherrschung hat Schubert noch viel Luft nach oben.



Aktuell fällt der 21-Jährige wegen einer Patellasehnenentzündung weiterhin aus. Momentan sieht es so aus, als habe sich Trainer David Wagner für den Rest der Saison dafür entschieden, dass Alexander Nübel die Schalker Nummer eins bleibt, unabhängig davon, wenn Schubert wieder gesund sein sollte.


Flucht nach Norwich ohne Erfolg


Ein gestandener Bundesliga-Torhüter war Ralf Fährmann ohne Zweifel über einige Jahre. Doch als er vom damaligen Schalker Trainer Domenico Tedesco in der Winterpause 2018/2019 zur Nummer zwei degradiert wurde, ergriff der gebürtige Chemnitzer im Sommer 2019 schweren Herzens die Flucht und ließ sich an Norwich City ausleihen.


Die Hoffnungen von Fährmann, mit starken Leistungen in Norwich ab der neuen Saison wieder bei seinem Herzensklub angreifen zu können, haben sich bisher jedoch nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil, der 31-Jährige dürfte sehr frustriert sein, denn sein Stammplatz auf der Insel ist die Ersatzbank. Fährmann kam nur sporadisch zum Einsatz und war zwischenzeitlich auch noch verletzt. Tim Krul ist in Norwich die unumstrittene Nummer eins. Damit muss sich Fährmann wohl oder übel abfinden.


Vertrag läuft noch bis 2023



Wer ihn etwas näher kennt, wird jedoch wissen, wie sehr ihn diese Situation wurmt. Zukunftssorgen braucht er sich indessen nicht zu machen. Sein Vertrag auf Schalke läuft noch bis zum 30. Juni 2023. Doch bisher konnte er keineswegs den Beweis antreten, dass er den Königsblauen sportlich helfen kann, wenn seine Leihe ausläuft.


Deshalb lautet die spannende Frage nach der Saison 2019/2020: Geht Schalke das Risiko ein, auf der Torhüterposition mit einem in der Bundesliga unerfahrenen (Schubert) und einem verletzungsanfälligen (Fährmann) Schlussmann in die neue Saison zu gehen?



Dies erscheint sehr gewagt. Deshalb ist davon auszugehen, dass die sportliche Leitung längst den Torhütermarkt zumindest sondiert, um für alle Fälle gewappnet zu sein, auch wenn Sportvorstand Jochen Schneider kürzlich im Sky-Interview solch eine Vorgehensweise in Abrede stellte: „Wir haben nächste Saison Ralf Fährmann, Markus Schubert und Michael Langer unter Vertrag. Drei Torhüter – da sind wir gut aufgestellt.“ Ob es bei dieser Einschätzung bleibt, wird die Zukunft zeigen.

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