Schalke zwischen Kür und Pflicht - Tauziehen um Neuer geht weiter

Der Alltag ruft

Der Alltag ist auf Schalke eingekehrt: Nur drei Tage nach dem Galaauftritt gegen Inter Mailand steht am Samstagabend (18.30 Uhr) wieder Bundesliga auf dem Programm. Werder Bremen heißt der Gegner.

GELSENKIRCHEN

von Von Matthias Heselmann

, 15.04.2011, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Raul (l.) traf beim 4:0 im Hinspiel gegen Bremen dreifach.

Raul (l.) traf beim 4:0 im Hinspiel gegen Bremen dreifach.

Am Freitag hatte das Gerücht die Runde gemacht, Schalke hätte Neuer ein Vertragsangebot gemacht, dass dem Torwart ein Jahresgehalt von sieben Millionen Euro einbringen würde. Das dementierte Sportdirektor Horst Heldt prompt: „Inhalt und Details stimmen nicht“, so Heldt knapp – am Stand der Verhandlungen habe sich nichts geändert. Trotzdem machte Heldt noch einmal deutlich, dass Schalke viel daran gelegen sei, Deutschlands Nummer eins auch in den kommenden Jahren zwischen den Schalker Pfosten zu sehen. Doch Manuel Neuer ist nur ein Teil einer Achse von Spielern, die eines gemeinsam haben: Sie sind für das Schalker Spiel ungemein wichtig – und deshalb auch von anderen Vereinen heiß begehrt. Neben Neuer sind das vor allem Jefferson Farfan und Benedikt Höwedes. Für Farfan gilt das gleich wie für den Keeper: Sein Vertrag endet im Sommer 2012, und wenn Schalke noch einmal richtig Kasse mit ihm machen will, wäre ein Verkauf des Peruaners im Sommer unerlässlich.

Andererseits hat sich Farfan sowohl im Hinspiel bei Inter Mailand als auch zuletzt in der Bundesliga gegen Wolfsburg in Topform präsentiert – sein Abgang wäre ein Verlust für die Mannschaft. Das gilt auch für Benedikt Höwedes. Zwar hat der Verteidiger noch einen Vertrag bis 2014, wird aber trotzdem heiß umworben – vor allem der FC Bayern soll auf der Suche nach Verstärkung für die schwache Innenverteidigung auch den Schalker auf dem Zettel haben. Aber: „Für uns ist ein Wechsel von Benedikt Höwedes definitiv kein Thema. Er wird wie Draxler und Matip einer der Spieler sein, die künftig das Gesicht des Vereins mitprägen werden“, so Heldt zu diesem Thema. Heldt kündigte angesichts der zu erwartenden Champions-League-Millionen einen Kassensturz zum Saisonende an. „Wir werden versuchen, einen guten Mix aus Investitionen in neue Spieler und Schuldenabbau zu finde“, so der Sportdirektor.

Ach richtig, und am Samstag ist ja auch noch Bundesliga. Ganz so uninteressant findet Trainer Ralf Rangnick das Spiel gegen Bremen nicht – immerhin beträgt der Rückstand auf Platz Fünf „nur“ sechs Punkte, und in dieser verrückten Saison scheint sowieso alles möglich. „Wir wollen uns nicht allein auf die Champions League und den DFB-Pokal konzentrieren“, gibt Rangnick die Richtung vor und peilt seinen fünften Sieg in Folge an.

Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Sarpei - Papadopoulos, Matip - Farfan, Jurado - Raul, Edu

  • Ohne Kluge: Beim Spiel in Bremen muss Schalke weiter auf den verletzten Peer Kluge verzichten. Der Mittelfeldspieler sei erst gestern wieder zur Mannschaft gestoßen, so Trainer Ralf Rangnick, ein Einsatz gegen Bremen sei also definitiv zu früh.  
  • Gesetz der Serie: Wenn man der Statistik glaubt, ist Königsblau haushoher Favorit gegen Werder. Schalke hat nur zwei der letzten zwölf Bundesligaspiele gegen Bremen verloren (sieben Siege, drei Remis). Beim Hinspiel (4:0) gelangen Raul drei Tore.  
  • Schiedsrichter: Knut Kircher leitet die Partie im Weserstadion . Wer an gute Omen glaubt, kann beruhigt sein: Auch schon das Hinspiel hatte der 42-Jährige aus Rottenburg geleitet.
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