Schalker Einkaufspolitik wirft viele Fragen auf

Kein glückliches Händchen

Warum ist der FC Schalke 04 derzeit nur die Karikatur einer Spitzenmannschaft? Bei der Ursachenforschung gibt es sicherlich nicht nur einen Grund, den man für die aktuelle Misere verantwortlich machen kann. Ein Aspekt wird aber immer deutlicher: Manager Horst Heldt hat bei seiner Transferpolitik kein glückliches Händchen.

GELSENKIRCHEN

11.11.2014, 06:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalke-Manager Horst Heldt ist für die Einkaufspolitik verantwortlich - und die wirft Fragen auf.

Schalke-Manager Horst Heldt ist für die Einkaufspolitik verantwortlich - und die wirft Fragen auf.

Noch härter hat Schalke der langfristige Ausfall von Jefferson Farfan (Knorpelschaden im Knie) getroffen. Seine Dynamik, seine Flankenläufe und seine Torvorbereiter-Qualitäten fehlen den Königsblauen an allen Ecken und Enden. Heldt hatte gehofft, dass Sidney Sam in die Bresche springen könne, doch bisher ist der Nationalspieler eine einzige sportliche Enttäuschung. Weder ein Tor noch ein Assist ist dem Angreifer bisher gelungen.

Der 26-Jährige wirkt im Schalker Spiel wie ein Fremdkörper. Dabei hatte er vor der Saison die eigene Messlatte sehr hoch gelegt. Von zehn bis 15 Toren hatte Sam vor dem Saisonstart als Ziel gesprochen. Davon ist der Stürmer so weit entfernt wie der VfR Aalen vom Bundesliga-Aufstieg.

Die Liste der Spieler, die Heldt verpflichtet hat und die auf Schalke nicht funktionieren, lässt sich bequem erweitern. Tranquillo Barnetta, zwischenzeitlich an Eintracht Frankfurt ausgeliehen, ist nicht mehr als ein Mitläufer mit sporadischen Einsätzen. Christian Clemens stand in Freiburg nicht einmal mehr im Schalker Kader. Felipe Santana ist oft verletzt. Wenn er spielte, fiel er nur dadurch auf, dass er gestenreich seine Mitspieler kritisierte und damit eigenes Fehlverhalten auf dem Platz kaschieren wollte. Kevin-Prince Boateng war zumindest in den ersten sechs Monaten nach seiner Verpflichtung ein wertvoller Spieler, doch je länger er für die Königsblauen aktiv ist, desto mehr klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. Für Adam Szalai war schon nach einer Saison auf Schalke Schluss, der ungarische Nationalspieler war nie in der Lage, ein Konkurrent für Klaas-Jan Huntelaar zu werden. Und Chinedu Obasi war seit seinem Wechsel im Januar 2012 zu oft verletzt, als dass er für Schalke auf Torejagd gehen konnte.

Bliebe noch Jan Kirchhoff, von Trainer Di Matteo zum Hoffnungsträger im defensiven Mittelfeld auserkoren. Doch der 24-Jährige hat noch so große läuferische Defizite, dass er die Erwartungen nicht erfüllen kann. Heldt muss sich hinterfragen, warum viele seiner Transfers Schalke sportlich nicht weiter bringen. Wie eine innovative und wesentlich preisgünstigere Transferpolitik aussehen kann, macht gerade Borussia Mönchengladbach vor.