Schalker Suche und kein Ende

GELSENKIRCHEN Obwohl Schalke mit der Suche nach einem neuen Manager und einem neuen Trainer schon genug Baustellen hat, wurde am vergangenen Freitag noch eine neue aufgemacht: Schalke sucht außerdem den Zwei-Monats-Trainer.

von Von Frank Leszinski

, 29.03.2009, 20:09 Uhr / Lesedauer: 3 min
Schalker Suche und kein Ende

Immer neue Namen auf Schalke - jetzt tauchte auch der von Otto Rehhagel auf.

Doch weit gefehlt: Schalkes Vorstandsvorsitzender Josef Schnusenberg verriet, dass dieses Duo nur für ein paar Tage das Sagen haben soll. Vielleicht sitzen Büskens/Mulder noch am Freitag in Bielefeld auf der Bank, spätestens dann soll der neue Mann aber bis zum Saisonende das Kommando übernehmen. Es gab nicht wenige Beobachter, die sich aus mehreren Gründen verwundert an die Stirn tippten, als Schnusenberg so die Fahndung nach dem Zweit-Monats-Trainer ausschrieb. Denn erstens kostet so ein Mann Geld, auch wenn es nur für einen überschaubaren Zeitraum ist – und Schnusenberg persönlich hatte am vergangenen Dienstag deutlich gemacht, dass Schalke sich finanziell auf eine Zwangs-Diät einstellen muss. Außerdem hatten Büskens und Mulder in der Vorsaison ihren Job hervorragend erfüllt – und wenn es diesmal nicht klappen sollte, weil sie zu sehr zum „System Rutten“ gehörten, was soll’s? In Abstiegsgefahr kommen wird Schalke nicht mehr, und nach oben ist auch nicht viel möglich. Die Saison ist im Prinzip gelaufen – warum also noch einen Trainer verpflichten?

Weil Schalke die Saison eben noch nicht abgehakt hat. Der neue Mann soll die Begeisterung entfachen, die Büskens/Mulder aufgrund ihrer Nähe zu Fred Rutten offenbar nicht mehr zugetraut wird – und Schalke auf Platz fünf (sieben Punkte Rückstand) führen. Die letzte Chance, doch noch in den Europapokal zu kommen, soll genutzt werden – schließlich könnte bei ganz bestimmten Konstellationen am Ende sogar ein Platz von sechs (fünf Punkte Rückstand) bis acht für die Teilnahme am UEFA-Cup reichen. Die Wahrscheinlichkeit dieser Konstellationen ist zwar gering – andererseits wäre es unverzeihlich, wenn Schalke am Ende in die Röhre gucken würde, weil nach der Beurlaubung von Rutten nicht alles stimmungs- und motivationsfördernde unternommen worden wäre und Schalke die Saison hätte „ausplätschern“ lassen.

In Frage für das Zwei-Monats-Amt kommt also nur ein Trainer, der seine Begeisterungsfähigkeiten schon unter Beweis gestellt und der aktuell keinen Verein hat – Schalke ist zwar ein „geiler Verein“, wie Aufsichtsratschef Tönnies sagt, aber einen sicheren Job nur für zwei Monate Schalke wird wohl kein ambitionierter Profi-Trainer aufs Spiel setzen. Als möglicher Kandidat wurde gestern Otto Rehhagel gehandelt – in der Tat ist diese Spekulation nicht ohne Charme und Logik. Schalke fehlt noch in Rehhagels Vita, was der 70-Jährige oft bedauert hat. Rehhagel hat mit Griechenland ab Mittwoch pflichtspielfrei, außerdem wohnt er in Essen. Und: Rehhagel hat einen so guten Ruf, dass den nicht mal die aktuelle Schalker Mannschaft – ohnehin verantwortlich für den ganzen Schlamassel – kaputt machen könnte, wenn es nicht laufen sollte.

  Andererseits muss Rehhagel sich das auch nicht mehr antun, wenn er nicht mag. Bei einem suchenden Trainer wie Klaus Augenthaler sähe das schon anders aus – ihm gelang mit Bayer Leverkusen einmal ein ähnliches Kunststück wie ein neuer Mann jetzt mit Schalke vollbringen soll. Und wer sich sorgt, der Bayer würde nicht nach Schalke passen – es wäre ja nur für zwei Monate... Die „Königin aller Personalenscheidungen“, so Geschäftsführer Peters, bleibt die Suche nach dem Manager. Die leitet Clemens Tönnies – Schalkes Aufsichtsratschef wirkt trotz diverser Absagen noch sehr selbstsicher. So, als hätte er einen ähnlichen Kandidaten in der Hinterhand. Äußern zur Manager-Suche will sich Tönnies nicht mehr.

So bleibt ein verblüffender Name wie der gestern im DSF genannte Kurt Gaugler (früher Wacker Burghausen) zunächst mal unkommentiert in der dicken Spekulationsblase stehen. Und man kann wieder nur rätseln, ob ein Nicht-Promi wie Gaugler eventuell ein „Platzhalter“ sein soll für jemanden, der erst in einem halben Jahr als Manager zur Verfügung stünde.

Lesen Sie jetzt