Schalker Verletzungspech - Kirchhoff angeschlagen

Schmerzhaftes Rätsel

Kein Thema wird momentan während der Trainingseinheiten des FC Schalke 04 so heiß und intensiv diskutiert wie der Verletztenstand. Denn seit Schalke den Übungsbetrieb am 1. Juli wieder aufgenommen hat, gibt es ständig verletzte oder angeschlagene Spieler, die immer wieder Pausen einlegen müssen.

GELSENKIRCHEN

von Frank Leszinski

, 07.08.2014, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Clemens (l.) muss mehrere Wochen pausieren.

Christian Clemens (l.) muss mehrere Wochen pausieren.

Dass Julian Draxler öffentlich Alarm geschlagen ("Ich mache mir Sorgen") und zu mehr Disziplin außerhalb des Platzes aufgerufen hat, stellt seinen Klubkameraden kein gutes Zeugnis aus. In eine ähnliche Richtung zielten wohl auch die Aussagen von Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck, als er vor Kurzem im Interview mit dieser Zeitung feststellte: "Wenn die Spieler bei den Dingen, die wir ihnen mit auf den Weg geben, nicht mitziehen, dann sind alle Bemühungen umsonst."

Im Trainingslager in Grassau hat die Klubführung den Spielern zum Beispiel vor Augen geführt, wie wichtig eine sportgerechte Ernährung ist – Professor Michael Hamm, ein anerkannter Ernährungsexperte, hielt in Grassau extra einen Vortrag. Vor allem die zahlreichen muskulären Verletzungen (Clemens, Giefer, Goretzka, Obasi, Sam, Sané, Wellenreuther), die ohne gegnerische Einwirkungen passiert sind, geben Rätsel auf und sind in dieser Häufung ungewöhnlich. Die anstrengende Vorbereitung lässt Draxler nicht als Grund für die vielen Ausfälle gelten. "Die haben andere Mannschaften auch und da knallen nicht so viele raus. Wir haben eine gute Mannschaft, aber es darf nicht wieder so kommen, dass wir mit einer Not-Elf spielen müssen."

Was sagen Draxlers Mannschaftskameraden? Christian Clemens führt bei seinem Muskelfaserriss ausschließlich den Faktor Pech an. "Ich bin ausgerutscht und habe mich dabei verletzt. Das ist enorm ärgerlich. Zuvor habe ich alles getan, um wieder fit zu werden." Der Ex-Kölner ließ sich komplett durchchecken, um den Ursachen für seine Verletzungsanfälligkeit auf den Grund zu kommen. Grundsätzlich gibt er Draxler jedoch Recht: "Jeder Spieler sollte sich immer hinterfragen, ob er alles für den Erfolg der Mannschaft tut." Doch nicht nur die Spieler sind gefordert, auch der Klub. Der Schalker Terminplan in der Vorbereitung bietet zum Beispiel Diskussionsstoff. Die Königsblauen waren erst vier Tage im Training, da stand schon das erste Testspiel auf dem Programm, in dem sich Leon Goretzka prompt einen Muskelbündelriss zuzog. Diese Partie war viel zu früh angesetzt, sagen Sportmediziner, die jedoch nicht zitiert werden wollen.

Und die Zahl der Sorgenkinder scheint nicht kleiner zu werden: Joel Matip (Pferdekuss im Hüftbereich) und Jan Kirchhoff brachen am Donnerstag das Training ab und gingen vorzeitig in die Kabine. Eine genaue Diagnose stand bei Kirchhoff noch aus.

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