Schalkes Wild-West-Show gegen Düsseldorf mit Hennings als Lucky Luke

Schalke 04

Schalke führt beim 3:3-Spektakel gegen Düsseldorf dreimal, aber die Gäste sind nicht kleinzukriegen – auch weil ihr Mittelstürmer ganz groß aufspielt. So reagierte David Wagner.

Gelsenkirchen

, 10.11.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schalkes Wild-West-Show gegen Düsseldorf mit Hennings als Lucky Luke

Er stahl allen die Show: Rouwen Hennings, hier gegen die Schalker Weston McKennie (r.) und Ozan Kabak. © dpa

Jonjoe Kenny nahm den Ball in beide Hände, ließ ihn dann fallen und drosch ihn frustriert in Richtung des geöffneten Arena-Dachs. Schiedsrichter Robert Hartmann hatte das Spiel Schalke gegen Fortuna Düsseldorf (3:3) gerade abgepfiffen, und nicht nur Schalkes Rechtsverteidiger beschlich in diesem Moment der leise Verdacht, dass Schalke da nicht zum ersten Mal in dieser Saison zwei Punkte hatte liegenlassen.

Denn die Mannschaft von S04-Trainer David Wagner hatte in einem aufregenden und spannenden Spiel drei Mal geführt – musste aber dann anerkennen, dass der Gegner an diesem Tag einfach nicht kleinzukriegen war.


Schalke gibt sich „vogelwild“

So gesehen war es ein Spiel zweier Mannschaften mit sehr starkem Willen, das Wagner so zusammen fasste: „Unsere Jungs haben richtig gut reagiert, wenn die Fortuna den Ausgleich gemacht hat. Und die Fortuna hat stark reagiert, wenn wir wieder in Führung gegangen sind.“

So entwickelte sich eine turbulente Partie, die nach dem ersten Düsseldorfer Ausgleich in der 60. Minute den Charakter eines Wild-West-Spektakels hatte – für die Zuschauer eine tolle, weil sehr unterhaltsame Geschichte. Aber streng genommen hätten sich die Königsblauen auf dieses zum Teil „vogelwilde“ Spielchen nicht einlassen dürfen.

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Denn solange alles in geordneten Bahnen verlief, lief für Schalke auch alles nach Plan. In den ersten 45 Minuten warteten die Königsblauen sehr geduldig und diszipliniert auf ihre Chance, die Daniel Caligiuri nach feinem Zuspiel von Benito Raman auch zum 1:0 nutzte.

Der Elfmeterpfiff stellt das Spiel auf den Kopf

Auch danach, vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte, hatte Schalke reichlich gute Chancen, die Fortuna – im März dieses Jahres noch 4:0-Sieger auf Schalke – fand offensiv kaum statt.

Eine einzige Szene – Elfmeter nach dem durch den Video-Assistenten erkannten Handspiel von Weston McKennie – sorgte dann für einen völlig veränderten Spielverlauf. Alle taktischen Vorgaben wurden zumindest auf Schalker Seite plötzlich über den Haufen geworfen, während die Düsseldorfer immer mehr zu „Stehaufmännchen“ mutierten.

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„Ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat sehr, sehr viel Mentalität“, lobte Fortunas Trainer Friedhelm Funkel sein Team, dem das Rauf und Runter in den letzten 30 Minuten deutlich mehr entgegenkam. Wild-West-Fußball auf Schalke – mit Rouwen Hennings als Lucky Lucke. Der Mittelstürmer der Düsseldorfer traf – um im Bild zu bleiben – schneller als sein Schatten: Drei Schüsse aufs Tor, drei Treffer.

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Zunächst verwandelte er den Elfmeter zum 1:1. Als Ozan Kabak für Schalke per Kopf wieder auf 2:1 erhöht hatte, sorgte erneut Hennings für das 2:2. „Bei den Gegentoren zwei und drei haben wir einfach ganz schlecht verteidigt“, kritisierte Wagner – wobei fairerweise erwähnt werden muss, dass das 3:3 (Serdar hatte Schalke zuvor erneut in Front geschossen) vom Ur-Schalker Kaan Ayhan auch perfekt vorbereitet und von Hennings hervorragend vollendet wurde.

So ärgerte sich Keeper Alex Nübel

Was bleibt von diesem Spiel? „Dreimal geführt und nicht gewonnen – das muss gerade zuhause nicht sein“, ärgerte sich S04-Torhüter Alexander Nübel. Um nachhaltig wieder oben mitspielen zu können, muss Schalke lernen, die Ordnung nicht so ohne Not wie gegen Düsseldorf zu verlieren.

Rouwen Hennings verließ die Arena mit einem breiten Grinsen und einem der Spielbälle als Andenken an seinen ersten Dreierpack in der Bundesliga im Gepäck. Vielleicht war es ja sogar der Ball, den Kenny vor lauter Frust in den Himmel geschossen hatte.

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