Sebastian Rudy vor Wechsel zu Hoffenheim

Schalke 04

Es ist wohl das Ende eines teuren Missverständnisses: Sebastian Rudy, erst vor einem Jahr gekommen, wird den Verein wohl verlassen. Auf Schalke konnte er nie Fuß fassen.

Mittersill

, 30.07.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sebastian Rudy vor Wechsel zu Hoffenheim

Teures Missverständnis: Sebastian Rudy ist nie richtig auf Schalke angekommen. © imago

Sebastian Rudy steht vor dem Abschied auf Schalke – zumindest für ein Jahr. Nach Informationen unserer Zeitung stimmt eine Meldung der „Bild“; wonach der 29-jährige Nationalspieler für ein Jahr an die TSG Hoffenheim ausgeliehen werden soll. Rudy war vor einem Jahr von Bayern München zu Schalke gewechselt und hat bei den Königsblauen noch einen Vertrag bis 2022.

Rudys vorerst wohl letzter Einsatz für Schalke war irgendwie bezeichnend für seine Zeit in Gelsenkirchen. Beim Testspiel gegen Bologna stand der Nationalspieler zwar im Kader, Trainer David Wagner wollte ihn aber eigentlich schonen. Als jedoch Jonas Carls kurz vor Ende der Partie verletzt den Platz verlassen musste und kein weiterer Auswechselspieler zur Verfügung stand, schickte Wagner Rudy zum Warmmachen. Als er dann endlich auf dem Platz stand, pfiff der Schiedsrichter die Partie nur wenige Sekunden nach Rudys Einwechslung ab.

Tedesco wollte Rudy unbedingt haben

So könnte als großes Missverständnis enden, was vor einem Jahr hoffnungsvoll begonnen hatte. Schalke hatte im Sommer 2018 mit Leon Goretzka und Max Meyer zwei wichtige Mittelfeldspieler verloren – die Neuverpflichtungen Omar Mascarell und Suat Serdar hatten sich in der Vorbereitung verletzt. Manager Christian Heidel sah Bedarf auf der Position im defensiven Mittelfeld.

Heidels Blick richtete sich nach Süden: Es folgten einige nicht ganz so geheime Verhandlungen am Münchener Flughafen, und noch vor dem zweiten Saisonspiel gegen Hertha konnte der Verein die Verpflichtung von Sebastian Rudy bekannt geben: 16 Millionen Euro Ablöse überwiesen die Schalker an die Bayern – vor allem Domenico Tedesco hatte darauf gedrängt, Rudy zu holen, weil er genau in das Ballbesitzsystem passte, das er spielen wollte.

Der Tiefpunkt war das Spiel in München

Im Heimspiel gegen Hertha feierte Rudy seine Premiere im Schalker Trikot, doch schnell fiel auch dem wohlwollendsten Beobachter auf, dass da etwas nicht stimmte: Rudy wirkte wie ein Fremdkörper im Spiel, gewann kaum einen Zweikampf und wurde schon in der 51. Minute ausgewechselt. Schalke verlor das Spiel mit 0:2.

Wer darauf gehofft hatte, dass Rudy lediglich ein wenig Zeit zum Eingewöhnen brauchte, wurde enttäuscht.

Nach fünf Niederlagen am Stück musste Tedesco sein System über den Haufen werfen – ins neue System passte der Spielertyp Rudy aber nicht mehr hinein. Insgesamt kam er auf gerade einmal 21 Einsätze. Tiefpunkt seiner Schalker Zeit war ausgerechnet das Spiel bei den Bayern, wo Tedesco ihn nach nur einer halben Stunde wieder auswechselte.

In Hoffenheim hatte Rudy schon von 2010 bis 2017 gespielt

Rudy, das war zu spüren, wurde auf Schalke nie glücklich – was nicht zuletzt auch an seiner zurückhaltenden Art lag. In dem ganzen Jahr sprach er kaum mit Journalisten, seine ganze Körpersprache deutete an, dass er sich nicht besonders wohl fühlte.

Jetzt also die Rückkehr nach Hoffenheim: Dort hatte er von 2010 bis 2017 gespielt, war Nationalspieler geworden und ins Visier der Bayern geraten, die ihn 2017 verpflichteten. Ob er in einem Jahr nach Schalke zurückkehrt, bleibt abzuwarten.

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