Sportvorstand Jochen Schneider zur aktuellen Lage auf Schalke

Schalke 04

Am Sonntag beginnt für die Schalker Spieler sowie das Trainer- und Betreuerteam das Quarantäne-Trainingslager. Sportvorstand Jochen Schneider nimmt Stellung zur ungewöhnlichen Vorbereitung.

Gelsenkirchen

, 08.05.2020, 17:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jochen Schneider hat noch kräftezehrende Wochen vor sich.

Jochen Schneider hat noch kräftezehrende Wochen vor sich. © dpa

Das häusliche Umfeld der Spieler wird auch nach dem Derby ein geschlossener Kreis sein, auch wenn keine offizielle Quarantäne mehr besteht. Den Spielern wurde vor Augen geführt, welche große Verantwortung sie haben. Schalke-Sportvorstand Jochen Schneider gab in einer virtuellen Medienrunde einen Überblick.


Schneider über...

... die Stimmung im Kader: Alle sind in den Trainingseinheiten mit Feuereifer bei der Sache. Die Erleichterung und die Vorfreude im Hinblick auf die Fortsetzung der Saison sind groß. Vergangenen Montag habe ich in Kleingruppen mit den Spielern zusammengesessen, um zu erfahren, ob bei dem einen oder anderen Ängste bestehen. Das war bei niemandem der Fall.


... der „Fall Kalou“: Ich habe mich über manche Meinungsäußerung geärgert, die suggerierte, dass sein Verhalten kein Einzelfall sei, sondern in der Bundesliga gang und gebe. Für Schalke kann ich nur sagen, dass wir alles tun werden, um die Vorgaben zu 100 Prozent zu erfüllen.


... das Verhalten der eigenen Fans: Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Anhänger irgendetwas tun werden, dass die Fortsetzung der Saison in Gefahr bringen könnte. Sie haben Schalke extrem gut gelebt in den vergangenen schwierigen Wochen. Wenn ich zum Beispiel an die Hilfen für ältere Menschen denken, das sind vorbildliche Aktionen. Ich habe den Eindruck, dass der gesamte Verein in dieser Krise noch enger zusammengerückt ist.

... die Atmosphäre bei Geisterspielen: Ich kann keine Prognose abgeben, welche Auswirkungen Spiele ohne Zuschauer haben. Auf jeden Fall glaube ich nicht, dass dies in Dortmund ein Vorteil für uns sein wird. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren vor Zuschauern, die mehrheitlich schwarz-gelb gekleidet waren, sehr gute Leistungen gezeigt.

... zur Schalker Personalsituation: Es war für mich wohltuend zu sehen, dass lange Zeit verletzt ausgefallene Spieler wie Daniel Caligiuri oder Salif Sané beim Training wieder mitmischen. Auch Ozan Kabak ist auf einem guten Weg. Bei Omar Mascarell und Benjamin Stambouli wird es wohl noch etwas dauern, bis die ins Mannschaftstraining zurückkehren.



.... die Lehren aus der Krise: Niemand hätte für möglich gehalten, dass ein Virus die gesamte Bundesliga lahmlegen kann. Aber es betrifft ja nicht nur den Fußball. Wenn ich sehe, welche Probleme solch ein Weltunternehmen wie die Lufthansa hat, dann wird die Dimension dieser Probleme deutlich. Wir sind schon mit gewissen Vorerkrankungen in diese Krise gegangen, deshalb trifft sie uns einen Tick härter als andere.

... zu Transferaktivitäten: Wir müssen jetzt erst mal schauen, dass wir die Saison zu Ende spielen. Natürlich führen wir gerade lose Gespräche, sind aber eher in einer abwartenden Position. Es sind viele Dinge zu bedenken, zum Beispiel, was mit den zehn Leihspielern passiert, die zu uns zurückkehren.

... die neue Regel, fünf Spieler pro Partie bei drei Unterbrechungen auswechseln zu dürfen: Das finde ich sehr begrüßenswert. Wichtig ist vor allem, dass das Spiel bei Auswechslungen eines Teams nur maximal dreimal unterbrochen sein darf. Sonst hätte die Gefahr von zu vielen Verzögerungen bestanden.

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