Städtische Finanzspritze lindert Schalker Not

25,5 Millionen-Deal

GELSENKIRCHEN Hochverschuldete Stadt hilft einem klammen Fußballverein: Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Deal bringen, der die finanziellen Nöte des FC Schalke 04 erst einmal lindert und jetzt vorgestellt wurde.

von Von Frank Leszinski

, 29.10.2009, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen Schalke.

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen Schalke.

Durch die neue Vereinbarung, die noch der Genehmigung durch die Aufsichtsgremien bedarf, geht der Schalker Stadionbesitzanteil erst einmal auf unter 40 Prozent zurück. Außerdem gewähren die Vertragspartner der Schalker Arena KG ein Darlehen von 10,5 Millionen Euro. Damit ist die Arena-Gesellschaft in der Lage, jene 10,5 Millionen Euro an Schalke 04 zurückzuzahlen, die der Verein ihr vor einigen Jahren zur Stadionfinanzierung zur Verfügung gestellt hat. Nicht zum ersten Mal in der Schalker Vereinsgeschichte hilft die Stadt damit ihrem finanziell angeschlagenen Bundesligisten, der diese Finanzspritze im Zuge des Nachlizenzierungsverfahrens gut gebrauchen kann. Peter Peters stellt jeden Zusammenhang zwischen dem Deal mit der Stadt und dem Nachlizenzierungsverfahren jedoch in Abrede: „Das ist reiner Zufall. Unsere Lizenz ist nicht gefährdet, auch wenn wir diese Vereinbarung sechs Wochen später getroffen hätten.“

Trotzdem bleibt es ein Politikum, dass die „Arbeitslosenhochburg“ Gelsenkirchen keine anderen Sorgen hat, als Schalke auf diese Art und Weise unter die Arme zu greifen. Das sieht der Club jedoch ganz anders. „Das ist ein sinnvolles Engagement. Der volkswirtschaftliche Nutzen ist groß, unsere Gesellschaften sind alle profitabel“, betont Peters, der am Ende des Jahres allerdings noch einen Anstieg des Schalker Schuldenberges erwartet. Momentan sollen die Königsblauen mit 137 Millionen Euro verschuldet sein. Auch Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) kann der Zusammenarbeit nur positive Seiten abgewinnen: „Mit dieser Lösung bin ich deswegen zufrieden, weil für diese Transaktion weder Steuergelder verwendet werden noch der städtische Haushalt belastet wird. Auch die Geschäftstätigkeiten der GEW werden nicht beeinträchtigt.“  

  • Die Gesellschaft für Energie und Wirtschaft (GEW) ist die Nachfolgegesellschaft der Stadtwerke Gelsenkirchen. Neben ihren Geschäftsfeldern im Energie- und im Freizeitbereich und ihren Tochtergesellschaften, die zum Beispiel in der Telekommunikation, der Logistik oder der Gastronomie aktiv sind, führt die GEW die Geschäfte der Gelsendienste, einer eigenbetriebsähnlichen Einrichtung der Stadt Gelsenkirchen .Schalke prüft momentan, ob der Club auch Marketing- oder Cateringrechte veräußern soll. Peters: „Es gibt sehr viele Interessenten.“
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