Anfang kommender Woche soll der Wechsel fix gemacht und der Vertrag unterschrieben werden. Alexander Schwolow vom SC Freiburg wird Schalkes neue Nummer eins - nicht nur im Schalker Tor.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 17.07.2020, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn noch nie hat der FC Schalke 04 soviel Ablöse für einen Torhüter bezahlt, auch da ist Schwolow also die „Nummer eins“. Da die „Preise“ in den letzten Jahren generell gestiegen sind, ist das keine große Überraschung - obwohl sich angesichts des ja groß propagierten Schalker Sparkurses schon die Frage aufdrängt, ob das Budget damit schon vollkommen aufgebracht ist für eine Position, auf der viele Beobachter sich auch Ralf Fährmann gut hätten vorstellen können - der hat auf Schalke noch einen Vertrag bis 2023.

Rost bisheriger „Rekordhalter“

Knapp acht Millionen Euro soll Schalke übereinstimmenden Medienveröffentlichungen zufolge für Schwolow hinblättern. Wenn die Summe auch in Ratenzahlung abgestottert werden soll, bleibt es dennoch ein ambitionierter Betrag. Bisheriger „Rekordhalter“ in Sachen Ablöse im Schalker Tor ist Frank Rost, für den die Königsblauen im Jahr 2002 6,25 Millionen Euro an Werder Bremen überwiesen.

Alexander Schwolow tritt auf Schalke in die Fußstapfen großer Torhüter - wobei es Schalke meistens gelang, diese Position mit entweder auf Schalke ausgebildeten oder schon in jungen Jahren verpflichteten Keepern zu besetzen. Norbert Nigbur beispielsweise kam vom Gelsenkirchener Amateurverein Heßler 06 nach Schalke, Jens Lehmann spielte in der Jugend von SW Essen und wechselte dann nach Schalke, wo er nach einem Jahr A-Jugend zur Profi-Abteilung stieß.

Viele Top-Eigengewächse

Bestes Beispiel für ein Eigengewächs im Schalker Tor ist Manuel Neuer, der alle Schalker Jugendmannschaften durchlief, zum Top-Torwart wurde und 2011 schließlich für die Gesamt-Ablösesumme von 30 Millionen Euro (inklusive aller späteren Bonuszahlungen) zum FC Bayern München wechselte, wo er seine Karriere dann auch mit internationalen Titeln krönen konnte.

Auch Ralf Fährmann ist im Prinzip ein Schalker Eigengewächs. Er wechselte 2003 vom Chemnitzer FC zum FC Schalke 04 und wurde später von den A-Junioren zu den Profis „befördert“. Nach einem Abstecher zu Eintracht Frankfurt kehrte Fährmann nach Neuers Weggang wieder zu Schalke zurück, wo er sich nach einer anfänglichen Verletzungspause, die Schalke mit Lars Unnerstall und Timo Hildebrand nur wenig befriedigend überbrücken konnte, als unangefochtene Nummer eins etablierte. Bis Trainer Domenico Tedesco 2019 Alexander Nübel vorzog und Fährmann eine Ausleih-Tournee zu Norwich City und Brann Bergen unternahm. Nun ist Fährmann wieder da, wird sich aber hinter Schwolow einreihen müssen - oder den Verein wechseln.

Schumacher kam ablösefrei

Schwolow, der aus Freiburg den Ruf eines ausgezeichneten und sehr sachlich spielenden Torhüters mitbringt, hat auf seiner Position also große Vorgänger. Der vom Namen her wohl größte kam übrigens ablösefrei: Aber Toni Schumacher, 1987 beim 1. FC Köln in Ungnade gefallen und von Schalke gern aufgenommen, brachte den Blau-Weißen kein Glück. Mit dem beliebten Torhüter stieg Schalke 1988 in die Zweite Bundesliga ab. An Schumacher lag das allerdings nicht...

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