Heiß auf Blau-Weiß – mit Cedric Teuchert und Marvin Friedrich haben zwei Ex-Schalker etwas dagegen, dass Schalke gegen Union Berlin die Kurve kriegt. Der Dritte ist Unions Sportdirektor.

Gelsenkirchen/Berlin

, 15.10.2020, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oliver Ruhnerts Vita ist für die Branche Profifußball durchaus bemerkenswert: Der 47-jährige Sportdirektor von Union Berlin (offiziell: Geschäftsführer Profifußball) ist „nebenbei“ Schiedsrichter und Fraktionsvorsitzender der Partei „Die Linke“ im Stadtrat von Iserlohn. Seit dem Jahr 2014 war Ruhnert Direktor der Schalker Knappenschmiede, wechselte 2017 zu Union Berlin, wo er im Mai 2018 zum Sportdirektor befördert wurde.

„Den Satz rahme ich mir ein“

Am Sonntag kehrt Ruhnert, noch immer Schalke-Mitglied, mit Union Berlin nach Gelsenkirchen zurück. Genau wie die Ex-Schalker Marvin Friedrich und Cedric Teuchert, die nun das Union-Trikot tragen, ist auch Ruhnert „heiß auf Blau-Weiß“. Mit Union Berlin hat er gegen Schalke bislang noch nicht gewonnen.

Oliver Ruhnert über...

... den Satz von S04-Sportvorstand Jochen Schneider, Schalke „müsse sich in Form bringen, um Union Berlin Paroli bieten zu können“: „Den Satz rahme ich mir ein und hänge ihn an die Wand. (lachend). Aber im Ernst: Schalke steckt in einer schwierigen Situation. Da ist es vollkommen richtig, von Spiel zu Spiel zu schauen.“

... das Saisonziel von Union: „Für uns geht es nur um den Klassenerhalt. Das ist kein Understatement, sondern meine Überzeugung – und das schätzen auch alle anderen Personen im Verein so ein. Man braucht doch nur die Kaderwerte der Bundesligisten zu vergleichen. Da liegen Bielefeld und Union ganz weit hinten.“

„Was ist denn passiert?“

...eventuelle Schalker Sorgen um den Klassenerhalt: „Schalke kann nicht absteigen! Dafür hat dieser Kader viel zu viel Potenzial. Mit Frederik Rönnow haben sie jetzt noch einen sehr guten Torhüter dazu bekommen. Was ist denn passiert in dieser Saison? Okay, gegen Bremen durfte Schalke nicht verlieren. Aber die Niederlagen in München und Leipzig? Da werden auch 90 Prozent der anderen Bundesligisten keine Punkte holen.“

... die Ausgangsposition am Sonntag: „Wenn eine Mannschaft so lange nicht gewonnen hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bald zündet. Ich hoffe, dass dies nicht gegen uns geschieht. Mit einem Unentschieden könnte ich sehr gut leben. Leider fehlt uns mit Nils Schlotterbeck ein sehr wichtiger Spieler, den wir nicht ersetzen können. So weit ist unser Kader noch nicht, dass wir solche Leistungsträger eins zu eins ersetzen können.“

... den Transfer von Max Kruse zu Union: „Wir hatten diese Idee früh entwickelt und haben sie beharrlich verfolgt. Dann haben wir das Momentum genutzt und haben wohl zur richtigen Zeit unser Angebot gemacht. Dabei hat auch eine Rolle gespielt, dass der Standort Berlin eben sehr attraktiv ist.“

Teucherts Sehnsucht

... über die Ex-Schalker Marvin Friedrich und Cedric Teuchert, jetzt bei Union: „Marvin hat sich hervorragend entwickelt. Er spielt auf konstant hohem Niveau. Cedric hatte das Pech, dass er zu Beginn der Vorbereitung im Sturmzentrum spielen musste, weil viele unserer Stürmer nicht zur Verfügung standen. Zuletzt ist ihm ein Doppelpack gelungen. Wenn er so weiter macht, bin ich sicher, dass er seine Einsätze bekommen wird. Er wartet sehnsüchtig auf sein erstes Bundesligator.“

Oliver Ruhnert, Cedric Teuchert, Marvin Friedrich – drei Ex-Schalker in Diensten von Union Berlin. Beim Wiedersehens-Treffen am Sonntag gibt es aber auch zwei Schalker, die schon bei Union Berlin tätig waren: Steven Skrybski stürmte von 2010 bis 2018 für die „Eisernen“, und auch Schalkes „Leiter Performance Lizenzspieler“ Werner Leuthard machte den Union-Spielern schon mal Beine – allerdings nur aushilfsweise für eine begrenzte Zeit. Bei seinen Stationen wird Union Berlin nicht ausdrücklich erwähnt.

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