Viel Tristesse und noch mehr Schalker Schwachstellen

Nach Derby-Niederlage

Die Reaktionen der Schalker Fans in Leserbriefen und Internetforen nach der Derby-Niederlage gegen Borussia Dortmund sind eindeutig: Es herrscht Enttäuschung pur. Platz sieben nach zehn Spieltagen und zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern sind eine deprimierende Bilanz.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinksi

, 29.10.2013, 07:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sind mit Schalke in der Krise (v.l.): Dennis Aogo, Julian Draxler und Joel Matip.

Sind mit Schalke in der Krise (v.l.): Dennis Aogo, Julian Draxler und Joel Matip.

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10. Spieltag: FC Schalke 04 - BVB 1:3 (0:1)

Borussia Dortmund hat sich für die beiden Derby-Niederlagen der Bundesliga-Vorsaison gegen den Nachbarn Schalke 04 erfolgreich revanchiert und bleibt nach dem 3:1 (1:0 erster Verfolger von Bayern München.
26.10.2013
/
Nuri Sahin (l.) jubelt mit Henrikh Mkhitaryan und Mats Hummels über sein erstes Saisontor.© Foto: DeFodi
BVB-Trainer Jürgen Klopp (l.) jubelt mit seinen Spielern.© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowski (l.) sorgte mit seinem Treffer zum 3;1 für die Vorentscheidung. © Foto: dpa
Kevin Großkreutz bejubelt den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Roman Weidenfeller bejubelt den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Spieler bejubeln den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Spieler bejubeln den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Spieler bejubeln den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Spieler bejubeln den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Max Meyer (l.) erzielte kurz nach seiner Einwechslung den Schalker Anschlusstreffer.© Foto: dpa
Jakub Blaszczykowski jubelt nach seinem Treffer zum 3:1.© Foto: DeFodi
Luftduell zwischen Robert Lewandowski und Joel Matip.© Foto: dpa
Rauchschwaden im Dortmunder Fanblock.© Foto: dpa
Massiver Polizeieinsatz im Dortmunder Fanblock.© Foto: dpa
Nuri Sahin (M.) markiert das 2:0.© Foto: DeFodi
Die Torschützen Nuri Sahin (L.) und Henrikh Mkhitaryan jubeln mit Mats Hummels.© Foto: DeFodi
Schalke-Trainer Jens Keller ärgert sich über den verschossenen Elfmeter.© Foto: dpa
BVB-Trainer Jürgen Klopp.© Foto: dpa
Nuri Sahin (r.) behauptet sich gegen Kevin-Prince Boateng.© Foto: dpa
Christian Fuchs (l.) tröstet Kevin-Prince Boateng nach dem verschossenen Elfmeter.© Foto: dpa
Roman Weidenfeller (l.) jubelt nach seinem gehaltenen Elfmeter.© Foto: dpa
Kevin-Prince Boateng nach seinem verschossenen Elfmeter.© Foto: dpa
Marcel Schmelzer (r.) kann Adam Szalai nur per Foul stoppen.© Foto: dpa
Kevin-Prince Boateng (r.) scheitert mit seinem Elfmeter an Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (M.) jubelt mit Vorlagengeber Marco Reus und Kevin Großkreutz.© Foto: DeFodi
Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (M.) jubelt mit Vorlagengeber Marco Reus und Kevin Großkreutz.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel über den Führungstreffer (v.l.): Marco Reus, Marcel Schmelzer, Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang und Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (r.) setzt sich gegen Roman Neustädter durch.© Foto: dpa
Kevin Großkreutz (r.) behauptet den Ball gegen Sead Kolasinac (M.) und Christian Fuchs.© Foto: DeFodi
Pierre-Emerick Aubameyang (Nummer 17) trifft zur Dortmunder Führung.© Foto: DeFodi
Die Polizei im Fanblock.© Foto: DeFodi
Gute Laune vor dem Anpfiff: BVB-Trainer Jürgen Klopp (r.) und Schalke-Coach Jens Keller.© Foto: DeFodi
Pyrotechnik aus dem Dortmunder Fanblock.© Foto: DeFodi
Pyrotechnik im Dortmunder Fanblock.© Foto: DeFodi
Mehrere Plexiglasscheiben wurden aus der Verankerung gelöst.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz (l.) blockt den Pass von Christian Fuchs ab.© Foto: DeFodi
Nuri Sahin (l.) im Zweikampf mit Kevin-Prince Boateng.© Foto: DeFodi
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Der Kader sollte so in der Breite verstärkt werden, dass Schalke Ausfälle verkraften könnte. Doch diese Rechnung geht bisher nicht auf. Spieler wie Clemens, Santana oder Goretzka sind nur Mitläufer, die Schalke sportlich nicht verbessert haben. Offenbar wurde die Leistungsfähigkeit des Kaders gewaltig überschätzt. Mit dieser Mannschaft sind große Erwartungen nicht zu erfüllen. Dafür ist Manager Horst Heldt verantwortlich.

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10. Spieltag: FC Schalke 04 - BVB 1:3 (0:1)

Borussia Dortmund hat sich für die beiden Derby-Niederlagen der Bundesliga-Vorsaison gegen den Nachbarn Schalke 04 erfolgreich revanchiert und bleibt nach dem 3:1 (1:0 erster Verfolger von Bayern München.
26.10.2013
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Nuri Sahin (l.) jubelt mit Henrikh Mkhitaryan und Mats Hummels über sein erstes Saisontor.© Foto: DeFodi
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Kevin Großkreutz bejubelt den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Roman Weidenfeller bejubelt den Derbysieg.© Foto: DeFodi
Die Dortmunder Spieler bejubeln den Derbysieg.© Foto: DeFodi
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Max Meyer (l.) erzielte kurz nach seiner Einwechslung den Schalker Anschlusstreffer.© Foto: dpa
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Luftduell zwischen Robert Lewandowski und Joel Matip.© Foto: dpa
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Nuri Sahin (M.) markiert das 2:0.© Foto: DeFodi
Die Torschützen Nuri Sahin (L.) und Henrikh Mkhitaryan jubeln mit Mats Hummels.© Foto: DeFodi
Schalke-Trainer Jens Keller ärgert sich über den verschossenen Elfmeter.© Foto: dpa
BVB-Trainer Jürgen Klopp.© Foto: dpa
Nuri Sahin (r.) behauptet sich gegen Kevin-Prince Boateng.© Foto: dpa
Christian Fuchs (l.) tröstet Kevin-Prince Boateng nach dem verschossenen Elfmeter.© Foto: dpa
Roman Weidenfeller (l.) jubelt nach seinem gehaltenen Elfmeter.© Foto: dpa
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Marcel Schmelzer (r.) kann Adam Szalai nur per Foul stoppen.© Foto: dpa
Kevin-Prince Boateng (r.) scheitert mit seinem Elfmeter an Roman Weidenfeller.© Foto: dpa
Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (M.) jubelt mit Vorlagengeber Marco Reus und Kevin Großkreutz.© Foto: DeFodi
Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang (M.) jubelt mit Vorlagengeber Marco Reus und Kevin Großkreutz.© Foto: DeFodi
Dortmunder Jubel über den Führungstreffer (v.l.): Marco Reus, Marcel Schmelzer, Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang und Kevin Großkreutz.© Foto: dpa
Robert Lewandowski (r.) setzt sich gegen Roman Neustädter durch.© Foto: dpa
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Gute Laune vor dem Anpfiff: BVB-Trainer Jürgen Klopp (r.) und Schalke-Coach Jens Keller.© Foto: DeFodi
Pyrotechnik aus dem Dortmunder Fanblock.© Foto: DeFodi
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Mehrere Plexiglasscheiben wurden aus der Verankerung gelöst.© Foto: DeFodi
Kevin Großkreutz (l.) blockt den Pass von Christian Fuchs ab.© Foto: DeFodi
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Dabei ist die Lage ernster, als es auf den ersten Blick scheint. In der Defensive haben zurzeit nur Braunschweig und Hoffenheim (je 23) mehr Gegentore kassiert. Im Mittelfeld ist bis auf Boateng niemand in der Lage, Struktur in das Schalker Spiel zu bringen. Neustädter hat in seiner Leistungsentwicklung eher einen Schritt nach hinten als nach vorn gemacht. Jones hat seine besten Zeiten hinter sich, Höger fällt wegen seines Kreuzbandrisses für den Rest der Hinrunde aus. Max Meyer ist ohne Zweifel ein Riesentalent, aber er braucht noch Zeit. Und im Angriff fehlen die verletzten Huntelaar und Farfan an allen Ecken und Enden. Neuzugang Szalai kann Trainer Keller kaum Pausen gönnen, weil ihm die Alternativen fehlen. Doch der Ungar ist den Mittwoch-Samstag-Rhythmus nicht gewohnt.

Charakterlich besonders geprüfte Neuzugänge sollten Schalke einen neuen "Geist" vermitteln. Doch davon ist kaum etwas zu sehen. Nur in zwei Bundesligapartien (gegen Augsburg und Braunschweig) konnten die Königsblauen einen Rückstand noch umdrehen. Das von Co-Trainer Peter Hermann importierte "Bayern-Gen" ist bisher nicht mehr als graue Theorie.Schalke tritt seit Saisonbeginn nicht als selbstbewusste Spitzenmannschaft auf, sondern eher als ein Ensemble von Individualisten, ohne klare Führungsstruktur und mit einem überforderten Kapitän Benedikt Höwedes, der mehr mit der eigenen Fehlerminimierung beschäftigt ist, als dass er Führungsqualitäten beweisen kann.

Jens Keller kann nichts dafür, dass Schalke so eine lange Verletztenliste hat. Noch nie konnte der 42-Jährige mit seiner Wunschformation auflaufen. Dass Keller nicht jammert, hat ihm intern zwar Pluspunkte eingebracht, doch seine Kritiker bemängeln trotz der misslichen Personalsituation, dass eine Handschrift des Trainers nicht zu erkennen ist. Im Schalker Spiel fehlen Überraschungsmomente, eine klare Spielstruktur und ein tragfähiges Defensivkonzept. Dass Manager Horst Heldt die Ansprüche nach der Niederlage gegen den BVB heruntergeschraubt hat ("Wir spielen nur noch um Platz vier"), hilft Keller nur ein bisschen. Denn bis zur Winterpause sind gerade die Spiele gegen vermeintlich leichtere Gegner (Bremen, Freiburg, Nürnberg) die entscheidende Nagelprobe für Schalkes sportliche Entwicklung.Rückendeckung erhält Keller von Clemens Tönnies. "Wir werden ihm die nötige Zeit geben. Er sitzt weiterhin fest im Sattel. Unabhängig vom Trainer ist jedem klar, dass wir jetzt dauerhaft positive Ergebnisse brauchen. Dann können wir unsere Ziele in dieser Saison auch erreichen", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der "Sport Bild." Tönnies muss über den bisherigen Saisonverlauf besonders enttäuscht sein, war er doch vor der Saison felsenfest davon überzeugt, dass der Kader über großes Potenzial verfügt. Doch dieses Vertrauen erweist sich bisher als Trugschluss.