Vom Abstellgleis zurück ins Rampenlicht

Jermaine Jones

So zielstrebig er zuvor 90 Minuten auf dem Platz agiert hatte, so schnell und konsequent umdribbelte Jermaine Jones nach dem Hoffenheim-Spiel alle Journalisten und eilte schnell von dannen. Der Mittelfeldspieler wollte diesmal nichts sagen.

GELSENKIRCHEN

von Von Frank Leszinski

, 31.10.2011, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pure Energie: Jermaine Jones bejubelt ein Schalker Tor. Der schon ausgemusterte Profi hat sich zurück ins Team gekämpft.

Pure Energie: Jermaine Jones bejubelt ein Schalker Tor. Der schon ausgemusterte Profi hat sich zurück ins Team gekämpft.

Wohl wahr. Denn lange Zeit galt der 29-Jährige als sportliches Auslaufmodell auf Schalke. Mit Felix Magath kam Jones überhaupt nicht klar. Magath ist es nicht gewohnt, dass Spieler die eigene Meinung auch offensiv vertreten. Deshalb war das Tischtuch zwischen Trainer und Spieler schnell zerschnitten.Also „flüchtete“ der defensive Mittelfeldspieler als Ausleihspieler zu den Blackburn Rovers. Doch der britische Klub war finanziell nur in der Lage, Jones bis zum Sommer 2011 an sich zu binden. So kehrte der frühere deutsche und jetzt für Amerika kickende Nationalspieler zu Saisonbeginn zum FC Schalke 04 zurück. Wobei Jones auch offen zugab, dass sein lukrativer Vertrag (Laufzeit bis 2014, angeblich vier Millionen Euro pro Jahr) bei seiner Rückkehr zu den Königsblauen eine Rolle spielte.

Auch unter Magath-Nachfolger Ralf Rangnick hatte der 29-Jährige schlechte Karten, weil die Art, wie Jones Fußball spielt – robust, schnörkellos und kampfbetont – nicht mit den Vorstellungen von Rangnick korrespondierte. Das ist bei Huub Stevens ganz anders. Der Pragmatiker Stevens erklärte schon nach wenigen Trainingstagen: „Jermaine hat Qualitäten, die uns gut tun können.“ Diese Einschätzung hat Jones in den vergangenen Wochen eindrucksvoll bestätigt. Vom Bankdrücker hat er sich als Stammkraft zurückgekämpft, wobei ihm sein ungebrochenes Selbstbewusstsein gute Dienste geleistet hat. „Ich werde mich wieder hier durchsetzen, auch wenn mir das viele nicht zutrauen“, hat Jones nach seiner Rückkehr von der Insel erklärt. Und er hat Wort gehalten. Als Stevens die Rangnick-Nachfolge antrat, beendete Jones das erste Training unter dem Niederländer mit den Worten: „Die Sonne scheint wieder.“ Da ahnte der Mittelfeldspieler wohl schon, dass sich seine sportliche Perspektive nach Rangnicks Abschied schlagartig verbessert hat. Am Donnerstag will Jones gegen Larnaka gleich zweimal feiern: Einen Sieg und seinen 30. Geburtstag.

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