Zurück in der Heimat: Wenn Danny Latza mit Mainz am Freitag auf Schalke antritt, hat er ein Heimspiel. In Gelsenkirchen wurde der Mittelfeldakteur geboren und war 11 Jahre für Schalke aktiv.

Gelsenkirchen

, 18.09.2019, 19:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Im Interview spricht der 29-Jährige über Höhen und Tiefen seiner Karriere.

Wenn Trainer Sandro Schwarz Sie aufstellt, feiern Sie am Freitag eine Premiere...

Jetzt bin ich gespannt. Was meinen Sie?



Sie führen die Mainzer Mannschaft erstmals auf Schalke als Mannschaftskapitän aufs Feld.

Ach so. Daran habe ich gar nicht gedacht. Aber das ist richtig und freut mich.



Wie wird man in Mainz Mannschaftskapitän? Wurden Sie von Ihren Mannschaftskameraden gewählt oder vom Trainer bestimmt?

Letzteres. Der Trainer hat mich zum Gespräch gebeten. Es gab noch ein, zwei andere Kandidaten – und dann hat Sandro Schwarz es so entschieden.



Waren Sie überrascht?

Nein. Das soll jetzt nicht überheblich klingen, aber ich spiele ja schon seit 2015 für Mainz 05 und habe durchschnittlich pro Saison circa 25 Spiele gemacht. Womöglich wären es noch mehr geworden, wenn ich nicht durch schwere Verletzungen länger ausgefallen wäre. Somit zähle ich seit längerer Zeit zum Kreis der Stammspieler.



Blickt man auf Ihre Laufbahn zurück, fällt auf, dass Sie alle DFB-Jugend und Junioren-Nationalmannschaften durchlaufen haben, aber die große Karriere ausblieb.

(lachend) Ich habe doch bei einem großen Verein gespielt. Denken Sie an Schalke 04. Auch wenn es nicht viele Bundesligaspiele waren, habe ich dort wertvolle Erfahrungen gesammelt.



Gibt es noch intensiven Kontakt zu aktuellen Schalker Spielern?

Nein. Torwart Ralf Fährmann war der letzte, mit dem ich dort zusammen gespielt habe. Natürlich verfolge ich die Entwicklung des Klubs und auch den Nachwuchsbereich, wo A-Jugendtrainer Norbert Elgert exzellent arbeitet, weiterhin mit Interesse. Ich habe Elgert viel zu verdanken.



Nach 13 Jahren Schalke ging es für Sie in die Dritte Liga zu Darmstadt 98. Haben Sie das als Abstieg empfunden?

Nein. Ich habe dort viele wertvolle Erfahrungen gesammelt.



Zum Beispiel?

Ich habe die neue Herausforderung angenommen und mich nicht hängen lassen. Den Beweis anzutreten, auch in der 3. Liga Woche für Woche alles zu geben, das war sehr wichtig für mich und für die weitere Entwicklung meiner Karriere. Ein Stück Demut und die Fähigkeit zur Selbstkritik halte ich für sehr wichtig. Es kann in einem Sportlerleben nicht immer nur aufwärts gehen.



Danach wechselten Sie zum VfL Bochum, ehe Sie Christian Heidel zu Mainz geholt hat.

Ich bin mit ihm menschlich immer sehr gut ausgekommen. Schade, dass er auf Schalke gegangen ist. Aber wenn dort der Erfolg ausbleibt, wird es schnell unruhig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Schalke wird nie zur Ruhe kommen.



In Mainz geht es beschaulicher zu. Allerdings gab es zuletzt einen Zuschauerrückgang. Worauf führen Sie das zurück?

Wenn man ehrlich ist, haben wir unsere Fans in manchen Spielen nicht gerade verwöhnt. Die vergangene Saison hat viele Nerven gekostet. Wir haben schon einige große Energieleistungen gebraucht, um die Klasse zu halten.



Wie heißt das Saisonziel für die neue Saison?

So schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen. Eine Platzierung um Rang zehn wäre toll. Aber Sie müssen sehen, wie viel Geld mittlerweile in der Bundesliga im Umlauf ist. Da ist es für Mainz 05 nicht leicht, gegen finanzkräftigere Konkurrenten zu bestehen.



Ihr Vertrag läuft bis 2021. Dann sind Sie 31 Jahre alt. Haben Sie schon mal Gedanken gemacht, was danach kommt?

Ab und zu. Aber konkrete Überlegungen gibt es noch nicht. Wenn meine Gesundheit mitspielt, würde ich am liebsten meine Laufbahn fortsetzen, und zwar bei Mainz 05. Meine Frau, mein Sohn und ich fühlen uns hier sehr wohl.



Zurück zur aktuellen Herausforderung: Was erwarten Sie am Freitag für ein Spiel?

Es wird sehr schwer für uns, aber wir sind sicherlich nicht chancenlos. Der erste Saisonsieg gegen Hertha BSC am vergangenen Wochenende hat unserer Mannschaft sehr gut getan. Aber Schalke hat durch den überzeugenden Auftritt in Paderborn ebenfalls Selbstvertrauen getankt. Auch wenn Paderborn aufgestiegen ist, sollte man diesen klaren Schalker Sieg nicht kleinreden.



Haben Sie schon mal als Spieler in der Veltins-Arena gewonnen?

Nein, bisher noch nicht. Mehr als ein Unentschieden mit Mainz war bisher auf Schalke für uns nicht drin. Aber das wird sich am Freitag hoffentlich ändern...

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