Wahlausschuss entscheidet über Aufsichtsrat-Kandidatur von Hans Sarpei

Schalke 04

Der frühere Bundesligaspieler Hans Sarpei hat angekündigt, für einen Sitz im Schalker Aufsichtsrat kandidieren zu wollen. Die Schalker Mitgliederversammlung findet am 7. Juni statt.

Gelsenkirchen

, 28.02.2020, 13:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hans Sarpei kandidiert für den Schalker Aufsichtsrat.

Hans Sarpei kandidiert für den Schalker Aufsichtsrat. © dpa

Sarpei will damit ein Zeichen im Kampf gegen Rassismus setzten. „Ich habe mich Ende Januar um ein Amt als Aufsichtsrat des S04 beworben“, schrieb Sarpei auf seinem privaten Twitter-Account. Die Funke-Mediengrupe hatte darüber zuerst berichtet. „Sehr gerne möchte ich meine Erfahrungen im Fußball als Deutscher mit Migrationshintergrund einbringen“, schrieb Sarpei.




Der gebürtige Ghanaer, der seit seinem dritten Lebensjahr in Deutschland lebt, trug zwischen 2010 und 2012 das Schalker Trikot. „Es ist der Verein, dem ich im Herbst meiner sportlichen Karriere am meisten zu verdanken habe“, sagte Sarpei.


Bewerbungsfrist läuft noch



Auf Schalke hatte es erst jüngst einen Rassismus-Vorfall gegeben, als Herthas Jordan Torunarigha im Pokal-Achtelfinale nach rassistischen Anfeindungen einiger Schalker Fans den Platz verlassen wollte. Schalke war vom DFB-Sportgericht wegen des Zwischenfalls zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt worden.



Ob Sarpei zur Wahl zugelassen wird, entscheidet der Schalker Wahlausschuss. Noch steht gar nicht fest, wie viele Bewerber für die zwei neu zu wählenden Posten im Aufsichtsrat kandidieren, weil die Bewerbungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Die Entscheidung über die Zusammensetzung des Aufsichtsrates trifft dann die Mitgliederversammlung.



„Jeder von uns macht Fehler“


Sollte Sarpei in den Aufsichtsrat gewählt werden, würde er mit Clemens Tönnies zusammenarbeiten. Der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende hatte im letzten Jahr mit als rassistisch kritisierten Aussagen für viel Wirbel gesorgt und deswegen zwischenzeitlich sein Amt ruhen lassen. Sarpei gehörte damals zu den Ersten, die die Aussagen von Tönnies kritisiert hatten. Einer Zusammenarbeit mit dem Fleischfabrikanten stehe aber nichts im Weg: „Jeder von uns macht Fehler“, sagte Sarpei.

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