Wann platzt der Torknoten beim FC Schalke 04?

Schalke 04

Seit 387 Minuten ist der FC Schalke 04 nun schon ohne Torerfolg in einem Pflichtspiel. Am Samstag soll sich diese Negativbilanz gegen 1899 Hoffenheim ändern.

Gelsenkirchen

, 06.03.2020, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wartet in dieser Saison immer noch auf sein erstes Bundesligator: Guido Burgstaller (r.).

Wartet in dieser Saison immer noch auf sein erstes Bundesligator: Guido Burgstaller (r.). © dpa

Agieren statt reagieren ist ein wesentliches Element der Spielphilosophie von David Wagner. Doch mittlerweile sieht sich der Schalker Trainer gezwungen, seine Idee vom Fußball zu modifizieren und defensiver zu spielen. Das geschieht keineswegs aus Selbstzweifel, sondern ist der schwierigen Personalsituation geschuldet.


An dieser hat sich vor dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (Sa. 15.30 Uhr/Sky) nichts geändert. Nur der aus taktischen Gründen im Pokal gegen die Bayern nicht zum Einsatz gekommene Amine Harit dürfte wieder in die Anfangsformation rotieren. Ansonsten fallen sechs Leistungsträger (Benjamin Stambouli, Salif Sané, Daniel Caligiuri, Omar Mascarell, Ozan Kabak und Suat Serdar) weiterhin aus.



Sturz ins Mittelmaß droht


Deshalb könnte das gegen die Münchner erprobte 5-4-1-System seine Fortsetzung finden, auch wenn es ergebnistechnisch keinen Erfolg gab. „Wir haben die Räume sehr eng gemacht und versucht, über das Umschaltspiel gefährlich zu werden. Das ist ordentlich gelungen. Wir hatten gegen Bayern drei richtig gute Torchancen. Die hatten wir in den Spielen davor, in denen wir eher den Ansatz gewählt haben, für den wir stehen, nicht. Deshalb haben wir Vertrauen in diese Geschichte bekommen“, kommentierte Wagner die Defensivtaktik.


Allerdings blieb das große Manko der letzten Wochen bestehen: Die Königsblauen schießen zu wenig Tore. Wenn sie sich Chancen erarbeiten, blieb die Verwertung mangelhaft, egal ob die Stürmer Benito Raman, Guido Burgstaller oder Michael Gregoritsch und Ahmed Kutucu heißen. Pech im Abschluss kam auch noch hinzu.

Gegen Hoffenheim muss die Schalker Torarmut beendet werden, weil sonst der Sturz ins sportliche Mittelmaß droht. Dass die Blau-Weißen mit einem negativen Torverhältnis und sechs Bundesligaspielen in Folge ohne Sieg noch auf Tabellenplatz sechs stehen, ist auch der Schwäche der Konkurrenz zu verdanken.

Beide Mannschaften unter Zugzwang


Dazu gehört auch 1899 Hoffenheim, das gegen die Bayern zuletzt mit 0:6 unterging, wobei die desolate Verfassung der Kraichgauer in dieser Partie überlagert wurde durch die Schmähungen von den Rängen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp, sonst wäre die sportliche Kritik wohl für Hoffenheim ganz anders ausgefallen.


David Wagner sieht beide Teams nach einer bisher enttäuschenden Rückrunde unter Zugzwang: „Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die momentan nicht ihre beste Phase haben.“ Schalke holte in der Rückrunde erst sechs Punkte. Ähnlich unbefriedigend ist die Ausbeute der Hoffenheimer mit nur einem Zähler mehr.


Lob für Todibo

Sehr zufrieden ist Wagner mit der Entwicklung des vom FC Barcelona ausgeliehenen Jean-Clair Todibo. „Er ist ein ganz junger Mann, der aufgrund unserer Situation eine noch entscheidendere Rolle annimmt, als wir gedacht haben. Obwohl er erst 20 Jahre alt ist, spielt er sehr stressresistent“, lobte der Schalker Coach den Verteidiger, den die Königsblauen für 25 Millionen Euro unter Vertrag nehmen könnten.


Ob Schalke das will und kann, ist noch nicht entschieden. Das gilt auch für die Zukunft von Sebastian Rudy, der nach Hoffenheim ausgeliehen wurde und am Samstag erstmals in die Veltins-Arena zurückkehrt. Wagner: „Die Ausleihe läuft für alle gut und vielversprechend. Wir werden sehen, zu was das im Sommertransferfenster führt.“

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