Weinzierl freut sich auf Rückkehr nach Augsburg

"Besondere Partie"

Markus Weinzierl machte gar nicht erst den Versuch, sein nächstes Bundesligaspiel als Schalke-Trainer kleinzureden. "Das ist eine besondere Partie für mich, auf die ich mich sehr freue", sagte der 41-Jährige vor seiner Rückkehr zum FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr). Doch hinter den Kulissen knistert es ein wenig.

Gelsenkirchen

14.10.2016, 06:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Markus Weinzierl (r.) bildete mit Sportdirektor Stefan Reuter einst ein erfolgreiches Gespann in Augsburg.

Markus Weinzierl (r.) bildete mit Sportdirektor Stefan Reuter einst ein erfolgreiches Gespann in Augsburg.

Vier Jahre arbeitete der gebürtige Straubinger in der Fuggerstadt, und zwar so erfolgreich, dass sich die FCA-Führung lange dagegen kräftig sträubte, ihrem Erfolgstrainer einen Wechsel nach Gelsenkirchen zu ermöglichen. Dass Weinzierl seinen Abgang zu den Königsblauen per Interview schon verkündete, ohne dass die Augsburger den Wechsel offiziell bestätigt hatten, sorgte für böses Blut. Vor allem FCA-Manager Stefan Reuter soll sehr sauer auf Weinzierl gewesen sein, denn zu diesem Zeitpunkt feilschte er noch um die Ablösesumme für seinen Trainer mit den Schalkern.

Deshalb blieb auch eine Verabschiedung von Weinzierl aus und diese wird am Samstag auch nicht nachgeholt. Dies zeigt schon, dass die Männerfreundschaft zwischen Reuter und Weinzierl tiefe Risse bekommen hat. „Enttäuschend und unglücklich“ sei der Abgang von Weinzierl nach Meinung von Reuter gewesen.

Weinzierl: Korrekt verhalten

Die Reaktion des Schalker Trainers ließ nicht lange auf sich warten. Der Tenor: Er habe sich korrekt verhalten. „Dass ich wechseln wollte, habe ich der Klubführung frühzeitig gesagt. Enttäuschend und unglücklich, das sehe ich genauso - nur nicht von meiner Seite. Ich habe immer offen und ehrlich kommuniziert,“ so der 41-Jährige, der in dieser Woche keinerlei Kontakt zu seinem früheren Klub hatte.

So ist auch nicht davon auszugehen, dass Weinzierl noch eine Einladung von Stefan Reuter erhält, der am Sonntag seinen 50. Geburtstag feiert. Dass Reuter seinen Ehrentag in bester Laune verbringt, wollen die Schalker unbedingt verhindern. Nachdem im sechsten Bundesligaspiel der Saison endlich der erste Sieg nach fünf Niederlagen in Serie gelang, müssen die Königsblauen nachlegen, um die hohen Saisonziele nicht schon frühzeitig aus den Augen zu verlieren.

Keine Überraschungen

Weinzierl: „Ich bin optimistisch, dass die Mannschaft nun kapiert hat, wie es funktioniert. Augsburg kommt über den Kampf. Den müssen wir von der ersten Minute an annehmen, sonst werden wir nichts holen.“ Dass der 41-Jährige die Spielweise des FCA bestens kennt, könnte sich als Vorteil erweisen. „Ich glaube nicht, dass mich ein Augsburger Spieler überraschen kann“, so Weinzierl mit einem Schmunzeln.

Wie ihn die Augsburger Fans empfangen werden, vermag der Schalker Trainer nicht vorherzusagen. „Wir hatten viele gute Momente in den letzten vier Jahren. Ich hoffe, dass es vonseiten der Fans ein positiver Empfang wird. Aber man weiß ja nie.“

Im Kader des FC Augsburg stehen vier ehemalige Schalker: Halil Altintop, Marvin Friedrich, Philipp Max und Jan Moravek.