Das Schalker Fanprojekt hat ungewöhnliche Wochen hinter sich. Durch die Corona-Pandemie lagen Teile der gewohnten Arbeit brach, während in anderen Bereichen starke Akzente gesetzt wurden.

Gelsenkirchen

, 04.05.2020, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Besonders gefreut hat sich Fanprojekt-Leiter Markus Mau über die Resonanz der Initiative „Help Gelsen“, mit der seine Organisation und die Ultras Gelsenkirchen lokale Kneipen und Händler in der Corona-Krise unterstützen konnten.


Seit Anfang April verkaufen die Gruppierungen auf der Internetseite www.help-gelsen.de T-Shirts, deren Erlöse in Not geratenen Betrieben aus Gelsenkirchen zugutekommen. Die bemerkenswerte Zwischenbilanz: Spendengelder von über 50.000 Euro sind bisher zusammengekommen. „Diese Initiative hat unsere Erwartungen übertroffen. Ich hoffe, dass wir diese Summe noch steigern können“, freut sich Mau.


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Etwas mehr Resonanz hatte sich der Diplom-Sozialpädagoge dagegen vom kostenlosen Einkaufsservice für Menschen aus Risikogruppen versprochen, den das Fan-Projekt im Stadtteil Schalke Ende März begann und dann auch in Gelsenkirchen-Ückendorf sowie in Marl und Recklinghausen anbot. „Dieser kleine Beitrag zur Unterstützung wurde bisher leider nicht so angenommen, wie wir uns das gewünscht hätten“, erzählt der Fan-Projekt-Leiter.


Die wichtige Sozialarbeit, die seine Organisation leistet, wird in diesen schwierigen Zeiten ergänzt durch Online-Angebote. Mau: „Die Digitalisierung wird auch bei uns immer wichtiger. Mit den Online-Lesungen erreichen wir mehr Menschen, als wenn wir an einem Ort eine Veranstaltung anbieten“.



Video-Konferenzen



Regelmäßig wurden zuletzt Lesungen über Schalke-Bücher, zum Beispiel von Markus Peick, Stefan Barta und Matthias Berghöfer auf dem YouTube-Kanal des Schalker Fanprojekts angeboten. Über einen Chat konnte man sich an Diskussionen beteiligen und über seine persönlichen Schalke-Erlebnisse sprechen.

Apropos Gespräche: Mittlerweile hat es die ersten Video-Konferenzen zwischen den Fan-Projekten aller Bundesligisten und dem DFB bzw. der DFL gegeben. „Das sind erste Schritte zurück zur Normalität“, sagt Mau, der gespannt ist, wie sich der Fußball weiter entwickeln wird, wenn das Virus besiegt sein sollte.


Bis die Mitarbeiter des Fan-Projekts an Spieltagen ihrer gewohnten Arbeit nachgehen können, wird es aber wohl noch viele Monate dauern. „Natürlich lösen Geisterspiele in der Fanszene und bei uns keine große Begeisterung aus. Aber das Bewusstsein, dass die Lage ernst ist und es dazu keine Alternative gibt, hat sich mehr und mehr durchgesetzt“, hat der Sozialpädagoge in vielen Gesprächen erfahren.

Am Mittwoch könnte es den nächsten Fortschritt im Profifußball in schwierigen Zeiten geben. Dann entscheiden die Politiker, wie es mit der Bundesliga weiter geht.

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