Zwei-Spiele-Sperre für Alexander Nübel und die Folgen

Schalke 04

Wer steht am Mittwoch im DFB-Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf im Schalker Tor? Trainer Domenico Tedesco will seine ursprüngliche Planung noch einmal überdenken.

Gelsenkirchen

, 04.02.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zwei-Spiele-Sperre für Alexander Nübel und die Folgen

Zwei Torhüter, die sich noch gut verstehen: Ralf Fährmann stützt sich bei Alexander Nübel auf. © dpa

Seit Alexander Nübel zur Nummer eins im Tor des FC Schalke 04 aufgestiegen ist, schwieg er gegenüber Journalisten. Diese Verhaltensweise hätte sich womöglich am letzten Samstag im Falle eines Schalker Heimerfolgs gegen Borussia Mönchengladbach geändert. Doch nach seiner Roten Karte, für die er zwei Bundesligaspiele gesperrt wurde, blieb sich der 22-Jährige treu. Alle Gesprächsversuche der Medienvertreter scheiterten.

Dafür redete der unverhofft wieder zum Einsatz gekommene Ralf Fährmann, doch in einer Art und Weise, die viel Frust über die eigene Situation ausdrückte. „Ich gebe jeden Tag alles, mehr kann ich nicht beeinflussen“, so der 30-Jährige. In diesen Worten schwang etwas Resignation mit.

Höwedes lässt grüßen

Unabhängig von der Roten Karte für Nübel hatte das Schalker Trainerteam geplant, Fährmann im DFB-Pokal zum Einsatz kommen zu lassen. Doch Tedesco deutete nach der Niederlage gegen Mönchengladbach an, seinen ursprünglichen Plan womöglich zu ändern. „Wir haben uns vor ein paar Wochen für diesen Torwart-Tausch entschieden. Das war ein riesiges Brett für alle Beteiligten. Wegen einer Roten Karte jetzt alles umzuwerfen? Puh! Das ist ein Reifeprozess für Nübel“, so der 33-Jährige.

Mit anderen Worten: Nübel genießt bei Tedesco einen so großen Vertrauensvorschuss, dass er im DFB-Pokalspiel gegen Düsseldorf (Mittwoch 20.45 Uhr / Sky) womöglich doch im Tor stehen könnte. Was insofern ein bisschen verwundert, weil der 22-Jährige erst noch beweisen muss, dass er kontinuierlich gute Leistungen abliefern kann.

Keine Kampfansage

Doch sollte Nübel im Pokal spielen, dürfte Fährmann wohl am Saisonende die Konsequenzen ziehen und darauf drängen, trotz seines bis 2022 laufenden Vertrages seinen Herzensklub zu verlassen. Denn Fakt ist: Es rappelt in der S04-Kiste! Ähnlich wie bei Benedikt Höwedes kann Fährmann es nicht nachvollziehen, dass ihn Tedesco auf die Bank setzte. Es kriselt zwischen Torwart und Trainer, auch wenn beide Seiten öffentlich versuchen, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.

Tedesco hatte Fährmanns Degradierung unter anderem damit begründet, dass der Kopf des 30-Jährigen nicht frei sei. Hat sich das mittlerweile geändert? „Fragen Sie den Trainer“, meinte Fährmann nur einsilbig.

Das Torwartthema wird die Königsblauen wohl noch eine Weile beschäftigen. Es könnte noch mehr Brisanz gewinnen, wenn Fährmann zum Beispiel in München, wo er ja auf jeden Fall spielen wird, eine herausragende Leistung zeigt.

Trotz der Konkurrenzsituation scheint das bisher freundschaftliche Verhältnis zwischen Fährmann und Nübel nicht gelitten zu haben. Vor dem Spiel gegen Gladbach sah man beide lange im Stadion zusammenstehen. Fährmann gab dem Jüngeren noch den einen oder anderen Tipp, während er bisher auf markige Kampfansagen verzichtet hat. Ob es dabei bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen.

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