100-Jährige ist zufrieden und noch voller Lebensmut

Wilhelmine Friem

Die Brichterin Wilhelmine Friem gehört zu den wenigen Schermbeckern, die schon zwei Monate alt waren, als der norwegische Forscher Roald Amundsen den Wettlauf zum Südpol gegen den Engländers Robert Scott gewann. Am Dienstag wird sie genau 100 Jahre alt.

SCHERMBECK

von Von Helmut Scheffler

, 03.10.2011, 17:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Sechsjährtige ging die im Kreis von acht Geschwistern aufgewachsene Bestenerin zum ersten Mal in die dorfeigene Schule, die schon seit langem nicht mehr existiert. Nach der Schulentlassung half Wilhelmine Nuycken zunächst auf dem elterlichen Hof, bevor sie in einem Dinslakener Haushalt den Küchendienst von der Pike auf erlernte.

Viel Arbeit auf dem Hof

1936 heiratete Wilhelmine Nuycken den Brichter Landwirt Wilhelm Friem; Pastor Heinrich Paschen segnete in der Schermbecker Georgskirche den Bund fürs Leben, der tatsächlich bis zum Tode des Ehemannes im Jahre 1990 hielt. Mit ihrem Mann wohnte sie am Brichter Waldweg. Dort wartete viel Arbeit auf die junge Braut. Neben der Kindererziehung half sie bei allen Arbeiten, die auf einem Bauernhof anstanden, in dem die Motorisierung noch lange nicht Einzug hielt. Als ihr Mann zwischen 1944 und 1947 erst Kriegsdienst leistete und dann in englische Gefangenschaft geriet, war Wilhelmine Friem noch stärker in die Landwirtschaft eingebunden.

In der Frauenhilfe aktiv gewesen

Wilhelmine Friem war jahrzehntelang in der Frauenhilfe der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck tätig. Noch heute freut sie sich auf die jährliche Bewirtung der Senioren durch die Jugendlichen der Georgsgemeinde. Dort bekommt sie seit vielen Jahren den Preis als älteste Teilnehmerin.

Zufriedenheit bescheinigen ihr die Mitbewohner im Mehr-Generationen-Haushalt, in dem sie unter anderem mit ihrem Sohn Hermann und mit Schwiegertochter Magdalene Friem zusammen wohnt. Mit den Kindern Hermann, Hilde und Wilhelm, mit den sechs Enkelkindern und den sechs Urenkeln wird am Dienstag in der Gaststätte "Zum Fuchsbau" der Start ins zweite Lebensjahrhundert gefeiert. Ihr jüngster Bruder Bernhard kann leider nicht mehr mitfeiern; er starb im Februar im Alter von 94 Jahren. 

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